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Erschreckende Studie: Zu heißer Tee erhöht das Risiko für Speiseröhrenkrebs

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Von: Jennifer Köllen

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Diese Studie wird Teeliebhaber schockieren: Zu heiß kann das Getränk krebserregend sein. Woran das liegt, und wer gefährdet ist.

Teheran – Tee gilt eigentlich als gesund. Aber nur, wenn er nicht zu heiß ist. Manche Menschen können ihren Tee bereits trinken, wenn er noch stark dampft. Andere lassen ihn lieber noch etwas abkühlen. Und das ist gut so. Denn Studien zeigen: Wer regelmäßig sehr heißen Tee trinkt, hat ein deutlich erhöhtes Risiko, an einem Plattenepithelkarzinom in der Speiseröhre zu erkranken. Das bedeutet: Häufig heißen Tee zu trinken ist krebserregend.

Erschreckende Studie: Zu heißer Tee erhöht das Risiko für Speiseröhrenkrebs

Eine Forschergruppe aus Peking hatte festgestellt, dass neben Rauchern auch Teetrinker häufig von Speiseröhrenkrebs betroffen sind. Für die Studie beobachteten die Forscher 14 Jahre lang 450.000 erwachsene Chinesen aus zehn Regionen. In dieser Zeit erkrankten mehr als 1.700 Personen an Speiseröhrenkrebs. Laut den Forschern sei der Grund für die erhöhte Krebsgefahr die Temperatur, mit der der Tee getrunken wird.

Besonders betroffen waren Raucher, die gerne Tee trinken. Sie haben laut der Studie ein doppelt so hohes Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, wie Nichtraucher, die keinen Tee trinken. Die Wissenschaftler hatten ihre Studie in der Fachpublikation „Annals of Internal Medicine“ vorgestellt. (Lesen Sie auch „Erkältungstee: Diese ungewöhnlichen Tee-Pflanzen sollten Sie sich für den Winter haltbar machen“*)

Eine Frau gießt aus einem Wasserkocher heißes Wasser in eine Tasse (Symbolbild)
Sehr heißen Tee zu trinken erhöht das Risiko für Speiseröhrenkrebs. (Symbolbild) © William Perugini/Imago

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Erschreckende Studie: Sehr heißer Tee erhöht das Risiko für Speiseröhrenkrebs

Auch eine große iranische Studie unter Leitung von Farhad Islami von der University of Medical Sciences in Teheran, die im „International Journal of Cancer“ vorgestellt wurde, kam zu demselben Ergebnis.

Zwischen 2004 und 2017 haben die Forscher Daten von mehr als 50.000 Frauen und Männern untersucht. Neben den genauen Gewohnheiten ihres Teekonsums erfassten die Forscher auch sozioökonomische Daten und Ernährungsgewohnheiten. Die Studienteilnehmer wurden dazu von Mitarbeitern in ihren Wohnungen besucht. Es wurde notiert, bei welcher Temperatur sie ihren Tee am liebsten tranken. Die Temperatur des Tees wurde mit einem Thermometer gemessen.

Das Ergebnis: Im Untersuchungszeitraum gab es unter den Teilnehmern 317 Fälle von Plattenepithelkarzinomen, eine der häufigsten Arten von Speiseröhrenkrebs. Andere Einflussfaktoren wie Rauchen oder Alkoholkonsum wurden ausgeschlossen. (Lesen Sie auch „Menschen, die gar keinen Alkohol trinken, sterben früher“)

Das Krebsrisiko war umso größer, je kürzer die Zeit zwischen dem Einschenken und dem Trinken bei dem jeweiligen Teetrinker war. Laut den iranischen Forschern sind Menschen gefährdet, welche regelmäßig mehr als 0,7 Liter Tee bei einer Temperatur von mindestens 60 Grad trinken.

Erschreckende Studien: Das ist der Grund, warum heiße Getränke Krebs verursachen können

Doch warum soll es gefährlich sein, heiße Getränke zu trinken? Den Forscher zufolge kann die heiße Flüssigkeit Verletzungen verursachen, die entzündliche Prozesse im Gewebe der Speiseröhre zur Folge haben. Dabei wiederum könne das Erbgut direkt verändert oder die Bildung krebserregender Substanzen verstärkt werden. Eine mögliche Folge: ein Tumor.

Tatsächlich stehen heiße Getränke seit längerem im Verdacht, krebsfördernd zu sein. Deshalb stuft die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) das „Trinken sehr heißer Getränke bei über 65 Grad Celsius“ als „möglicherweise karzinogen“, also krebserregend, ein. Auch der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) warnt auf seiner Internetseite davor, sehr heiße Getränke zu trinken. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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