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Weniger Vorsorgeuntersuchungen wegen Corona: DAK befürchtet Welle an Krebserkrankungen

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Von: Christine Pander

Eine DAK-Sonderanalyse verzeichnet rund 18 Prozent weniger Vorsorge-Screenings für das Jahr 2020. Der Grund: In der Corona-Pandemie wurden deutlich weniger Untersuchungen wahrgenommen als zuvor.

Hamburg – Wenn es um Vorsorge-Untersuchungen geht, kommt den Deutschen gern mal etwa dazwischen. Erst recht, seit wir uns in der Corona-Pandemie befinden. So wurden der Krankenkasse DAK zufolge von Januar bis September 2020 im Vergleich zum Vorjahr rund 18 Prozent weniger Screenings in deutschen Arztpraxen durchgeführt. Vor allem bei Hautkrebs-Untersuchungen war der Rückgang mit 35 Prozent besonders stark. Mammografie-Screenings sanken um rund ein Fünftel, Prostata-Untersuchungen und Darmkrebs-Screenings etwa um ein Zehntel.

Weniger Vorsorge wegen Corona: Im ersten Lockdown sinkt Krebsvorsorge drastisch

Vor allem im ersten Lockdown im März 2020 gingen die Zahlen bei der Krebsvorsorge rapide zurück. So wurden im zweiten Quartal, im Vergleich zum Vorjahr, etwa 30 Prozent weniger Screenings durchgeführt. Die Fakten: 45 Prozent weniger Mammografie-Untersuchungen, 20 Prozent weniger Darmkrebs- und Prostata-Untersuchungen. Die Folgen könnten fatal sein. Bei der DAK befürchten Experten gar eine drohende Welle neuer Krebserkrankungen, weil Vorzeichen während der Pandemie nicht rechtzeitig erkannt werden konnten aufgrund ausbleibender, aber relevanter Arztbesuche.

Aus Angst vor einer Ansteckung mit Covid-19 haben viele Patientinnen und Patienten den Praxisbesuch vermieden. Der Rückgang der Krebsvorsorge ist alarmierend“, kommt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit, in einer Pressemitteilung zu Wort. Nur 18 Prozent der berechtigten Männer, und damit drei Prozent weniger als im Jahr zuvor, kamen beispielsweise zur Prostata-Vorsorgeuntersuchung. Dem Krebsinformationsdienst (dkfz) zufolge ist Prostatakrebs in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Etwa 60.000 Männer erkranken pro Jahr neu.

Weniger Vorsorge wegen Corona: Früherkennung ist bei Krebs sehr wichtig

„Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, um ernsthafte Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können. Wir müssen auch in Pandemie-Zeiten den Rahmen schaffen, um die Krebs-Screenings sicher und vertrauensvoll durchzuführen und für die Vorsorge zu werben“, sagt Andreas Strom von der DAK.

Informationen des Bundesgesundheitsministerium zufolge lassen sich einige Krebs-Arten schon früh erkennen. Daher sollten sich Versicherte über die Angebote der Krebsfrüherkennung informieren. Dem Gesundheitsministerium zufolge sind dies die empfohlenen Untersuchungen:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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