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Krebserregender Stoff in Sonnencreme: Studie zeigt, dass alte Sonnenmilch gefährlich ist

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Von: Christine Pander

Ein Mädchen im Badeanzug liegt auf dem Bauch und hat einen Sonne mit Sonnenmilch auf dem Rücken aufgemalt (Symbolfoto)
Sonnenschutz ist wichtig, doch er darf nicht abgelaufen sein (Symbolfoto). © AndreyPopov/imago-images.de

Im Badezimmerschrank steht vielleicht noch eine alte Flasche Sonnenmilch. Einfach noch mal nehmen? Lieber nicht! Forscher aus Frankreich haben herausgefunden, dass sich in alter Sonnencreme krebserregende Stoffe bilden können.

Paris – Sonnenschutz ist wichtig zur Prävention von Hautkrebs, daher dürfte auch fast jeder ein Präparat zu Hause haben. Doch Vorsicht: Wenn Sie noch Reste haben, die aus einer schon länger geöffneten Falsche stammen, sollte die Creme entsorgt werden. Dazu raten zumindest französische Mikrobiologen der Sorbonne und Wissenschaftler der nationalen Forschungsbehörde CNRS. Sie haben rund ein Dutzend beliebter Sonnen- und Tagescremes gekauft und sie im Labor künstlich altern lassen.

Krebserregender Stoff in Sonnenmilch: In Markenprodukten kann sich gefährliche Substanz bilden

Das besorgniserregende Ergebnis: Nach einem Jahr ist aus dem Sonnenschutzfilter Octocrylen das Molekül Benzophenon geworden. Dieser Stoff kann in die Haut eindringen. Die Folgen sind dann womöglich schwerwiegend. Wenn Benzophenon auf die Haut kommt, kann es laut Experten Ausschläge, Entzündungen oder Überempfindlichkeiten auslösen, aber auch Leberkrebs oder Lymphome. Den Forschern zufolge war das in Tierversuchen der Fall. Das Molekül beeinträchtige die Schilddrüse und die Fortpflanzungsorgane, schreiben die Wissenschaftler. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der US-Medizinzeitschrift Chemical Research in Toxicology. 

Untersucht haben die Wissenschaftler Markenprodukte von Garnier, Bioderma, la Roche Posay, Uriage, Cosmi und L’Oréal. Bei einigen dieser Cremes wurde nach einem Jahr auch der Grenzwert von 10 Milligramm Benzophenon pro Kilo überschritten. Den Forschern zufolge sollten Verbraucher generell lieber zu Sonnenschutzmitteln ohne die Stoffe Octocrylen und Benzophenon greifen. Sie gehen sogar noch weiter und fordern ein generelles Verbot beider Substanzen in Sonnenschutzmitteln.

Krebserregender Stoff in Sonnenmilch: Das ist zu beachten

Immer wieder steht chemischer Sonnenschutz aufgrund seiner Inhaltsstoffe in der Kritik. Er gilt nicht nur als potenziell allergieauslösend, sondern kann auch negative Folgen für die Umwelt haben: Je nach Zusammensetzung gilt er als giftig für Korallen und wird für die sogenannte „Korallenbleiche“ verantwortlich gemacht.

Durch das Auftragen mancher Sonnenschutzprodukte können Experten zufolge Octocrylen und Oxybenzon ins Wasser gelangen und so das Absterben von Korallen hervorrufen. Auf Hawaii ist aus diesem Grund synthetisch hergestellter Sonnenschutz mit Oxybenzon inzwischen verboten. Wer ein wenig recherchiert, findet aber durchaus gute Alternativen: Sonnencremes mit mineralischen statt chemischen UV-Filtern. Sie enthalten Zink- und Titanoxid. Das gilt als gesundheitlich unbedenklich. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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