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Impfung gegen Hautkrebs: Dank mRNA-Technik soll es bald möglich sein

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Von: Jasmin Farah

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mRNA-Impfstoffe wie Cominarty von Biontech kommen gegen Corona zum Einsatz. Sie könnten aber auch bei anderen Krankheiten wirken. Zum Beispiel gegen Hautkrebs.

Hamburg – Impfen, um sich gegen einen schlimmen Verlauf einer Coronainfektion zu schützen: Einige Pharmahersteller haben im Kampf gegen Covid-19 Impfstoffe entwickelt, die auf verschiedenen Techniken basieren. Hierzulande zählt Comirnaty zu den mRNA-Impfstoffen, die am häufigsten gespritzt werden. Die Biontech-Gründer Özlem Türeci (54) und Uğur Şahin (56) sind für ihren neuartigen Impfstoff bereits vergangenes Jahr von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (66, SPD) mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden. Was viele allerdings nicht wissen: So neu ist die mRNA-Technologie gar nicht.

Krebsimpfung gegen Hautkrebs: Dank mRNA-Technik soll es bald möglich sein

Diese stammt ursprünglich aus der Krebsforschung und gehört zu den individualisierten Immuntherapien. Krebsforscher weltweit arbeiten daran, um die zukünftige Krebstherapie voranzubringen und zu optimieren. Erste Erfolge sollen im Speziellen bereits gegen Hautkrebs verzeichnet worden sein. Aus diesem Grund will nun die USA die Zulassung für das mRNA-basierte Biontech-Mittel „BNT 111“ beschleunigen. Neben Hautkrebs steht auch das Colonkarzinom (Darmkrebs) im Fokus der neuen Therapie.

Eine Frau sieht sich auf einem Monitor vergrößerte Melanomzellen an. (Symbolbild)
Impfen gegen Hautkrebs? Die mRNA-Technik soll bereits in Studien Erfolge erzielt haben. (Symbolbild) © Bernd Wüstneck/dpa

Biontech selbst hat dazu bereits eine Phase-2-Studie im Herbst 2021 mit dem mRNA-Impfstoff „BNT 122“ gestartet, die in Klinken in Europa und den USA laufen wird. Onkologe Dirk Arnold ist einer von ihnen, der an der neuen Studie teilnimmt. Der Professor ist Medizinischer Vorstand und Chefarzt in der Abteilung für Hämatologie und internistische Onkologie am Asklepios Klinikum Hamburg-Altona. Für die Untersuchung sollen insgesamt 220 Darmkrebs-Patienten rekrutiert werden. Wenn diese vielversprechend verläuft, soll das Präparat Biontech zufolge bereits in zwei Jahren auf den Markt kommen.

Krebsimpfung gegen Hautkrebs erfolgreich: Auch wirksam gegen Darmkrebs?

Arnold ist bereits dabei, geeignete Darmkrebs-Patienten für die Teilnahme an der Studie auszuwählen und zu untersuchen. Der Onkologe sieht in der mRNA-Technik eine gelungene Alternative zur Chemotherapie. Diese habe im Gespräch mit Focus Online oft den Ruf einer „Gießkannenprinzip-Behandlung“. Das stimme zwar so nicht mehr, aber dennoch sei die Chemotherapie ein Eingriff von außen.

Bei einer mRNA-Krebsimpfung hingegen wird das Immunsystem darauf trainiert, Krebszellen abzuwehren. Darüber hinaus hat sie laut Arnold noch einen Vorteil: Bei einer Chemotherapie können Krebszellen schneller Resistenzen bilden als bei einer Immuntherapie, zudem sind Nebenwirkungen meist schlimmer.

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Da die mRNA-Impfstoffe gegen das Coronavirus in der Regel gut vertragen werden, gehen die Forscher davon aus, dass dies auch für die Krebsimpfung gelten wird. Mögliche Nebenwirkungen werden denen einer Impfreaktion gegen Corona ähnlich sein, vermutet der Experte. Im Vergleich zu den Nebenwirkungen einer Chemotherapie seien diese aber milder. Doch ist es möglich, dass die Krebsimpfung schon 2023 kommt?

Krebsimpfung gegen Hautkrebs: Kommt sie nächstes Jahr?

Hier hält sich Arnold eher bedeckt und antwortet im Gespräch mit „Focus Online“: „Das kann meines Wissens nur für die mRNA-Impfstoffe gelten, die bereits weit entwickelt sind. Sie betreffen Tumorerkrankungen, bei denen das Immunsystem ohnehin besonders stark das Tumorwachstum und umgekehrt auch die Tumorkontrolle beeinflusst, wie zum Beispiel beim Melanom, also dem schwarzen Hautkrebs. Bei dieser Erkrankung sind auch andere, eher unspezifische Immuntherapien bereits etabliert.“

Daher könne er sich vorstellen, dass ein mRNA-Impfstoff gegen das Hautkrebs „in absehbarer“ Zeit komme, bei Darmkrebs könne es hingegen noch Jahre dauern. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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