1. 24vita
  2. Prävention

Kriegsnachrichten, die zur Belastung werden: Diese Tipps helfen im Alltag

Erstellt:

Von: Natalie Hull-Deichsel

Kommentare

Eine Frau sitzt im Dunkeln vor ihrem Laptop und blickt sehr besorgt. (Symbolbild)
Sich permanent mit Nachrichten um Krieg und Krisen zu beschäftigen, kann die Psyche stark belasten. (Symbolbild) ©  AntonioGuillem/Imago

Der Krieg in Europa erzeugt bei vielen Deutschen Angst und Sorge. Diese Tipps können helfen, sich von schlimmen Nachrichten zu distanzieren.

Hamburg – Der aktuelle Krieg gegen die Ukraine beschäftigt viele Menschen in Deutschland und belastet sie mental. Insbesondere, wenn sie selbst Kontakte in die Ukraine und/oder Russland haben oder Personen im direkten Umfeld kennen, die betroffen sind. Viele fühlen sich hilflos, machtlos, würden gerne mehr für Betroffene tun. Gleichzeitig möchten sie die Geschehnisse weniger an sich heran lassen, tun sich aber schwer, dies durchzuhalten. Wichtig in diesen schweren Momenten ist es dennoch, auch auf sich selbst zu achten, die eigene psychische Gesundheit nicht aus den Augen zu verlieren.

Krieg im Alltag: Das können Sie tun, wenn Nachrichten Sie belasten

Einerseits möchten wir die schwierige Situation in der Ukraine verfolgen und auf dem Laufenden bleiben. Wir fühlen mit den betroffenen Menschen mit und sind fassungslos über die Bilder und Aussagen in der Presse. Andererseits merken viele von uns, dass die Nachrichten rund um den Krieg eine enorme psychische Belastung sind. Eine Belastung auch deswegen, da manche das Kriegsgeschehen als Bedrohung für Deutschland empfinden: „Was könnte noch passieren? Was, wenn der Krieg uns trifft?“ Viele Menschen nehmen die Aussagen zum möglichen Einsatz nuklearer Waffen sehr ernst. Gefühlt ist es die große Angst vor einem möglichen Atomkrieg*. Wie können wir mit der Angst vor dem atomaren Ernstfall umgehen?

Krieg im Alltag: Aktiv werden kann gegen das Ohnmachtsgefühl helfen

Viele Menschen in Deutschland sind in den letzten Tagen aktiv geworden, haben ihren Ängsten und Sorgen getrotzt, indem sie demonstrieren und spenden. Gerade Demonstrationen haben den gewünschten Effekt der Gruppendynamik: Gemeinsam sind wir stark, gemeinsam können wir etwas ausrichten und bewegen, gemeinsam zeigen wir Solidarität und Empathie.

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können

Mit Krieg im Alltag umgehen: Sich ein Zeitfenster für Nachrichten setzen

Für wen diese Form der Angstbewältigung zunächst weniger passend ist, der kann mit Hilfe anderer Strategien in diesen schweren Zeiten zur Ruhe kommen. Mentorin und Coach Laura Roschewitz erklärt gegenüber Tagesschau, wie wichtig es ist, aus dem anfänglichen Schock- und Schreckmoment in eine aktive Haltung überzugehen. Aktiv in dem Sinne, dass wir uns nichtsdestotrotz uns selbst, unserem Alltag, der Familie sowie dem Beruf (wieder) widmen.

Damit einen die Berichterstattung zum Krieg im Alltag nicht erschlägt, helfen feste Zeitfenster für News in den Tag zu integrieren. Ein- oder zweimal pro Tag können Sie sich dann in einer begrenzten Zeit mit den Kriegsnachrichten* beschäftigen. Außerhalb dieser Zeitfenster gehen Sie bewusst in eine Ruhepause, schalten beispielsweise das Telefon ab, deaktivieren die Nachrichten-App – wie es sich für Sie persönlich am besten anfühlt.

Besonders wichtig ist auch die Ruhepause und Erholung vor dem Schlafengehen. Negative Gedanken nehmen wir mit in den Schlaf, wodurch Unruhe und Schlafstörungen entstehen können – Nachrichtensperre auf dem Handy einschalten, zur Ruhe kommen.

Krieg im Alltag der Deutschen: Bewusst auch wieder etwas Schönes tun

Was macht Ihnen Spaß? Ja, auch in Zeiten dieser schwierigen Berichterstattung dürfen Sie Spaß haben und Ihren Fokus von den schlimmen Ukraine-Nachrichten weglenken! Diese Aktivitäten können helfen, die schweren Bilder des Krieges für einen Moment verblassen zu lassen.

Was Ihnen auch gut tut, tun Sie es! Gerade in schwierigen Zeiten können positive, lustige, schöne Dinge wertvolle Anker sein und neue Energie schenken.

Krieg im Alltag der Deutschen: Atemtechnik kann helfen

Mit unserer Atmung können wir unser körperliches und geistiges Wohlbefinden beeinflussen. Atmen wir ruhig, langsam und tief ein, suggerieren wir unserem Körper durch Achtsamkeit Gelassenheit und Ruhe. Daraufhin gleichen sich andere Körperfunktionen wie Herzschlag und Puls dem mentalen Empfinden an. Besonders die Atmung in den Bauch beruhigt und entspannt. Diese Form ist ein Grundprinzip aus der Meditation sowie im Pilates und Yoga.

Krieg im Alltag: Ist unsere Angst normal?

Laut Coach und Mentorin Laura Roschewitz ist es wichtig, „dass wir uns das bewusst sagen und sehen, es ist eine richtige und angemessene Reaktion, dass wir gerade beängstigt sind, dass wir Sorgen, sogar Panikatacken und Ohnmachtsgefühle haben. Wir befinden uns in einer gefährlichen und bedrohlichen Situation. Die ist uns nah und macht uns Angst. Wichtig ist, darüber zu sprechen und Möglichkeiten zu finden, mit den Ängsten und Sorgen umzugehen, indem wir aktiv werden.“ *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare