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Synthetische Lebensmittelfarbstoffe: Gefährlich für die Gesundheit?

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Von: Jasmina Deshmeh

Bunte Bonbons und Lutscher liegen im Halbkreis auf einem blauen Untergrund (Symbolbild).
Bunte Süßigkeiten enthalten häufig synthetische Farbstoffe, die im Verdacht stehen, Pseudoallergien auszulösen (Symbolbild). © imago images / CHROMORANGE

Bei industriell verarbeiteten Lebensmitteln wird häufig mit Lebensmittelfarbstoffen nachgeholfen, um sie optisch ansprechender zu machen. Doch nicht alle sind gesundheitlich unbedenklich.

Frankfurt am Main – Wer mag es nicht, wenn Käsesorten kräftig gelb, Bonbons knallig-bunt oder Marmeladen kräftig rot sind? Verantwortlich dafür sind jedoch häufig nicht die natürlichen Bestandteile der Lebensmittel, sondern Lebensmittelfarbstoffe. Sie sind oft auch in Snacks, Margarine, Nachspeisen und Getränken zu finden. Bevor ein Lebensmittelfarbstoff in der Europäischen Union zugelassen wird, durchläuft er strenge Sicherheitsbewertungen. Trotzdem ist der Einsatz nicht immer unbedenklich. Vor allem, wenn es sich um künstliche Azofarbstoffe handelt. Denn einige von ihnen stehen im Verdacht, Pseudoallergien auszulösen.

Umstrittene Lebensmittelfarbstoffe: Wann müssen sie gekennzeichnet sein?

Hersteller setzen Lebensmittelfarbstoffe ein, um Nahrungsmittel farbiger, einheitlicher und damit auch appetitlicher erscheinen zu lassen. Denn viele Verbraucher verbinden mit einer kräftigen Farbe Frische, einen höheren Fruchtanteil und damit auch Qualität, wie die Verbraucherschützer des Magazins Öko-Test informieren.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen natürlichen Lebensmittelfarbstoffen und synthetischen (künstlichen) Farbstoffen. Einige synthetische Farbstoffe haben die gleiche chemische Struktur wie natürliche Farbstoffe und werden daher als naturidentisch bezeichnet. Lebensmittelfarbstoffe, die zum Färben eines Nahrungsmittels eingesetzt werden, sind Lebensmittelzusatzstoffe, die nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nach der deutschen Lebensmittelkennzeichnungsverordnung auf verpackten Lebensmitteln mit dem Klassennamen („Farbstoff“) und der Verkehrsbezeichnung bzw. der E-Nummer aufgeführt werden müssen. Farbstoffe, die in färbenden Substanzen wie Kurkuma-Extrakt, Rote-Beete-Extrakt oder Spinat-Extrakt, enthalten sind, gelten hingegen als Zutat und müssen nicht als Lebensmittelfarbstoff gekennzeichnet werden.

Umstrittene Lebensmittelfarbstoffe: Geht von ihnen eine Gefahr für die Gesundheit aus?

Natürliche Lebensmittelfarbstoffe sind nach Einschätzung der Verbraucherschützer von Öko-Test in der Regel unbedenklich. Anders verhält es sich mit synthetischen Farbstoffen, die durchaus umstritten sind. Zu ihnen zählen zum Beispiel die Azofarbstoffe, die oft in Süßigkeiten und Getränken stecken.

Azofarbstoffe sind:

Auch das Verbraucherportal „Lebensmittelklarheit“ der Verbraucherzentrale warnt vor Azofarbstoffen, denn sie stehen in Verdacht, bei empfindlichen Menschen Pseudoallergien auszulösen. Dabei handelt es sich um Unverträglichkeitsreaktionen, die ähnlich starke Beschwerden hervorrufen können wie Allergien, allerdings ohne Beteiligung des Immunsystems.

Darüber hinaus wird diskutiert, ob Azofarbstoffe in Lebensmitteln bei Kindern zu Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen führen können. So zeigte eine Studie der Universität Southampton von 2007, dass Kinder, die Azofarbstoffe und Chinolingelb zu sich nahmen, aufgeregter und zappeliger wirken. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) weist jedoch auf methodische Mängel der Studie hin. Dennoch wurde die empfohlene tägliche Aufnahmemengen für drei Farbstoffe (E 104, E 110, E124) reduziert. Die Verbraucherzentrale fordert sogar ein Verbot für Azofarbstoffe und Chinolingelb in Lebensmitteln für Kinder.

Umstrittene Lebensmittelfarbstoffe: So äußert sich eine Pseudoallergie

Bei pseudoallergischen Reaktionen treten allergieänhnliche Symptome auf, ohne dass ihnen eine immunologische Reaktion zugrunde liegt. Entsprechend lassen sie sich auch nicht durch Allergietests nachweisen.

Mögliche Symptome einer Unverträglichkeitsreaktion auf Lebensmittelfarbstoffe sind:

Zur Behandlung einer Pseudoallergie kann der Arzt Allergiemedikamente (Antihistaminika) verschreiben. Die beste und wirksamste Therapie ist jedoch das Meiden des Auslösers.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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