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Krank, weil Single? Laut Studie sind Männer nicht gern allein

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Von: Jasmin Farah

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Von wegen überzeugter Junggeselle: Laut einer neuen Studie kann Männer ein Leben ohne Beziehung sogar krank machen – mehr als Frauen.

Kopenhagen – Männer und Beziehung: Für viele Frauen sind das zwei Sachen, die nicht zusammenpassen. Schließlich haben sie doch oft genug Erfahrungen mit überzeugten Junggesellen gemacht, die sich einfach nicht binden wollen. Wenn sie es aber tun, dann sollte es so bleiben – ihrer Gesundheit zuliebe.

Denn eine aktuelle Studie zeigt, dass geschiedene oder alleinstehende Männer mittleren Alters ansonsten schwer erkranken. Erkrankungen können zudem vermehrt zum Tode führen. Ganz anders bei Frauen. Doch was steckt dahinter?

Krank, weil Single? Laut Studie sind Männer nicht gern allein

Der Studie zufolge sollen Männer, die länger als sieben Jahre als Single gelebt und mindestens zweimal ein Beziehungsaus erlebt haben, höhere Entzündungswerte im Körper aufgewiesen haben. Ihre Ergebnisse haben die Forscher um Studienleiterin Professorin Rikke Lund von der Universität Kopenhagen im Fachblatt Journal of Epidemiology and Community Health veröffentlicht.

Für ihre Untersuchung haben sie mehr als 4.800 Personen im Alter von 48 bis 62 Jahren befragt, wie lange sie in den Jahren 1986 bis 2011 alleine gelebt haben. Zudem wollten sie wissen, wie viele Scheidungen und Trennungen die Probanden in dieser Zeit durchlebt hatten.

Ein junger Mann hält sich die Hände vors Gesicht. (Symbolbild)
Egal welches Geschlecht: Wer zeigt schon gern, wenn es einem nicht gut geht? (Symbolbild) © Shotshop/Imago

Ihre gesammelten Daten haben die Wissenschaftler dann mit denen von Probanden verglichen, die in diesem Zeitraum durchgehend verheiratet geblieben sind oder nur eine Beziehung hatten. Dabei haben sie festgestellt, dass Männer, die zwei oder mehr Trennungen erlebt hatten oder auch verwitwet waren, häufiger ungesünder lebten.

Infolgedessen haben die Forscher auch eine um 17 Prozent höhere Konzentration von Chemikalien im Blut bei Menschen, die mehrere Trennungen durchlebt haben sowie elf bis zwölf Prozent bei Langzeitsingles entdeckt. Und zwar zweier bestimmter, die als besonders entzündungsfördernd gelten: Interleukin-6 und CRP (C-reaktives Protein).

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Krank, weil Single? Höhere Entzündungswerte bei Männern

Interleukin-6 und CRP werden auch bei Stress ausgeschüttet. Das heißt konkret: Die Single-Männer waren gestresst davon, alleine zu sein und das hat sie krank gemacht. Denn: „Männer in der von uns untersuchten Altersgruppe haben in der Regel kleinere soziale Netzwerke als Frauen und daher ein höheres Risiko für Einsamkeit, was Entzündungen verstärken könnte“, erklärt Lund. Sie haben infolgedessen häufiger mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Demenz zu kämpfen und sterben früher.

Hinzu komme der Studienleiterin zufolge, „dass alleine lebende Männer sich nicht so gut um sich selbst kümmern können und bei medizinischen Problemen eher zurückhaltend sind, einen Arzt aufzusuchen.“ Im Gegensatz zu Frauen. Zudem würden sich letztere viel eher mit den eigenen Gefühlen wie Traurigkeit oder Kummer auseinandersetzen, Männer hingegen „fressen“ stattdessen oftmals negative Emotionen in sich hinein – oder spülen sie mit Alkohol herunter.

Zwar seien 17 Prozent höhere Entzündungswerte nicht viel, so Lund, aber über mehre Jahre kann auch ein niedriger Spiegel das Krankheits- und Sterberisiko eines Menschen maßgeblich beeinflussen. Zudem haben die Forscher weitere Faktoren wie Fettleibigkeit, Einnahme von Medikamenten und Vorerkrankung in ihre Untersuchung mit einbezogen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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