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Omikron-Reinfektion: Stecken sich Genesene schnell wieder an?

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Von: Judith Braun

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Die Immunität nach einer Omikron-Infektion ist in vielen Fällen niedrig. So können sich Genesene mitunter schnell erneut anstecken.

München – Eine Infektion mit dem Coronavirus verschafft Genesenen zumindest eine Zeit lang einen gewisse Immunität. Was auf frühere Corona-Varianten zutraf, gilt allerdings bei der aktuell am häufigsten verbreiteten Omikron-Variante offenbar nicht mehr. Laut Experten ist das Risiko einer Reinfektion nach einer Ansteckung mit Omikron höher.

Omikron-Reinfektion: Wie schnell stecken sich Genesene wieder an?

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht zeigt, ist Omikron aktuell die vorherrschende Corona-Variante in Deutschland. Dabei beobachten Experten nicht nur hierzulande sondern auch international, dass der Anteil des Subtyp BA.2 gegenüber dem Subtyp BA.1 kontinuierlich wächst und damit das Infektionsgeschehen vorantreibt. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Omikron-Variante BA.2 zwar nicht gefährlicher als ihre Vorgänger, dafür aber noch ansteckender. Der Subtyp gelangt noch leichter in die Zellen der oberen Atemwege und vermehrt sich dort, sodass es zu oberflächlichen Schleimhautinfektionen kommt.

Reinfektion mit Corona: Oberflächliche Schleimhautinfektion führt zu wenig verlässlicher Immunität

Wissenschaftler sehen darin den Grund für eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Reinfektion mit Corona. Von einer Reinfektion spricht man, wenn sich eine Person erneut mit demselben Erreger ansteckt. Gegenüber dem „Norddeutschen Rundfunk“ (NDR) meint der Virologe Prof. Helmut Fickenscher, dass es durch die Schleimhautinfektion zu einer wenig verlässlichen Immunität komme, ähnlich wie bei Schnupfen. „Das ist bei Atemwegserregern weit verbreitet, sonst hätten wir nicht routinemäßig die Gelegenheit, immer wieder einen Schnupfen oder andere Atemwegsinfektionen zu bekommen“, so der Wissenschaftler.

Bildung von Antikörper spielt zentrale Rolle

Eine wichtige Rolle spielt die Bildung von Antikörpern, damit es zu keiner Reinfektion kommt. Je mehr Antikörper der Körper nach einer Infektion bildet, desto höher ist auch seine Immunität, da Antikörper das Eindringen von Viren verhindern. Nun entstehen bei milden Verläufen, wie sie oft nach einer Infektion mit Omikron auftreten, jedoch weniger Antikörper. Zudem nehmen sie auch schneller wieder ab. So erlangen Genesenen laut einer Studie, die im Fachmagazin „The New England Journal of Medicine“ erschienen ist, zwar eine Teilimmunität, die sie vor einer erneuten Ansteckung schützt. Diese hält jedoch oftmals nur ein paar Monate an.

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Experte ist sich sicher: „Wir machen Infektionen öfters durch“

Fickenscher ist der Meinung, dass wir „mittel- oder langfristig alle diese Infektionen öfters durchmachen“. Das bestätigt auch die britische Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency. Sie zeigt, dass sich Tausende Menschen inzwischen schon drei- bis viermal mit Corona angesteckt haben. So kann es unmittelbar nach einer Omikron-Infektion erneut zu einer Ansteckung kommen, bescheinigt laut „ntv“ auch der Physiker Yaneer Bar-Yam sowohl anhand von Laborexperimenten als auch an echten Fällen. Ursachen können ein geschwächtes Immunsystem sein oder eine vorher durchgemachte Infektion mit niedriger Infektionsdosis.

Ein kranker Mann liegt in einem Bett. (Symbolbild)
Tausende Menschen haben sich schon drei- oder viermal mit Corona infiziert. (Symbolbild) © Kurhan/agefotostock/IMAGO

Ungeimpfte haben höheres Risiko für Reinfektion

Laut Studienergebnissen haben Ungeimpfte oder nicht vollständig Geimpfte ein höheres Risiko für eine Reinfektion. Allerdings kommt es allgemein eher selten zu Corona-Reinfektionen. Stattdessen handelt es sich bei Infektionen, die innerhalb von weniger als drei Wochen nach der ersten Infektion auftreten, oftmals um die alte Infektion, meint Prof. Carsten Watzl von der TU Dortmund gegenüber dem „Bayerischer Rundfunk“ (BR). Übrigens gibt es verschiedene Symptome von Omikron, an denen Sie eine Corona-Infektion erkennen können*. *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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