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Allergie-Prävention: Schützen Katze und Hund womöglich vor Allergien?

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Von: Christine Pander

Eine Frau hat einen kleinen braunen Hund auf dem Arm und küsst seine Schnauze (Symbolfoto)
Die Liebe zum Haustier kann riesig sein. Der Umgang für Allergiker muss auch nicht automatisch tabu sein. (Symbolfoto) © Kiko Jimenez/imago-images.de

Früher erhielten Familien oft den Rat, besser auf Haustiere zu verzichten, um Babys und kleine Kinder vor Allergien zu schützen. Die neue Leitlinie zur Allergieprävention stuft das Risiko nun offenbar als gering ein.

Berlin – Fellträger gehören weltweit neben Hausstaubmilben und Pollen zu den häufigsten Auslösern sogenannter Inhalationsallergien. Unter den Haustieren, die Tierhaarsensibilisierungen verursachen können, ist die Katze mit Abstand auf Platz 1. Dies liegt einerseits an ihrem hohen Allergiepotenzial, zeigt aber auch die Beliebtheit der pelzigen Vierbeiner in Deutschland.

Prävention und Allergie: Frühkindlicher Tierbesitz kann Schutz bieten

Mediziner haben schon früh den Zusammenhang zwischen Tierhaltung und der Entwicklung allergischer Erkrankungen und Asthma untersucht. Daher gibt es inzwischen zahlreiche Querschnitts- und Kohortenstudien zum Risiko frühkindlicher oder pränataler Exposition gegenüber Katze und Hund. Entsprechende Daten gibt es sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene.

Die Ergebnisse dieser Studien sind aber teilweise widersprüchlich. Studiert man die Metaanalysen, finden sich letztlich keine klaren Beweise, dass frühkindlicher Tierbesitz automatisch mit einem erhöhten Allergie- oder Asthmarisiko verbunden ist. In zahlreichen Studien finden sich sogar Hinweise auf schützende Effekte, insbesondere gilt das für den Hundebesitz.

Prävention und Allergie: Allergieprävention durch den Hund

Daher scheint es konsequent, dass Hunde der neuen Leitlinie nach nicht mehr als großes Allergierisiko gelten. Damit ändern sich die Empfehlungen maßgeblich: Wurden junge Eltern früher noch darauf hingewiesen, lieber auf ein Haustier in den ersten Lebensjahren des Kindes zu verzichten, gilt nun das Gegenteil.

Die aktuelle Leitlinie zur primären Allergieprävention empfiehlt demnach keine generelle Einschränkung zur Tierhaltung für Personen ohne erhöhtes Allergierisiko. Und selbst bei Risikokindern, bei denen beide Elternteile starke Allergiker sind, wird lediglich von der Neuanschaffung einer Katze abgeraten.

Prävention und Allergie: Auch Risikokinder dürfen unter Umständen Haustiere halten

Lebt die Katze bereits vor der Geburt des Kindes im Haushalt, muss sie nicht unbedingt abgegeben werden. In Bezug auf Katzen diskutieren Experten auch weniger ein erhöhtes Asthmarisiko, als vielmehr ein erhöhtes Risiko für Ekzeme. Hunde gelten generell als unbedenklich.

Nach Angaben der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) trägt die „mikrobielle Diversität“, das heißt der Kontakt zu einer Vielfalt von Bakterien, zur Allergieprävention sogar bei.

In Bezug auf Katzen sieht es anders aus: Wenn die Katze bereits in der Familie lebt, gilt auch für Hochrisikofamilien (beide Eltern Allergiker) die Empfehlung: Man muss sie nicht zwingend sofort abschaffen, da dies auch eine große emotionale Belastung für die Familie darstellen würde.* Früher war das die Empfehlung, aber Experten zufolge hat sich gezeigt, dass es keine Evidenz für ein höheres Allergierisiko für Kinder gibt, wenn die Familie eine Katze hält.

Es gibt allerdings eine wichtige Ausnahme: Familien mit einem hohen Allergierisiko sollten dennoch unbedingt auf Hund oder Katze verzichten, wenn das Kind bereits sensibel reagiert. Dann lautet auch die Empfehlung in der Leitlinie nach wie vor, das Tier, wenn es schon im Haushalt lebt, abzugeben und auf weiteren tierischen Zuwachs zu verzichten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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