1. 24vita
  2. Prävention

Psyche und Magen-Darm: Wie das zusammenhängt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Kristina Wagenlehner

Zwei junge Frauen sitzen am Sitz, trinken Orangensaft und halten Essstäbchen in der Hand. Vor ihnen stehen Suppenschüsseln (Symbolbild)
Ein gesunder Darm hat positiven Einfluss auf das Wohlbefinden und umgekehrt (Symbolbild) © Pau Novell/Imago

Magen-Darm-Probleme können seelische Ursachen haben. Auch was im Bauch passiert, hat Einfluss auf die Psyche. Ein Experte erklärt die Zusammenhänge.

Baierbrunn – „Das schlägt mir auf den Magen“, sagt ein Sprichwort. Stress kann tatsächlich die Verdauung beeinflussen. Starke Emotionen werden immer auch körperlich empfunden, „vor allem im Magen-Darm-Bereich“, sagt der Schweizer Psychiater und Neurowissenschaftler Gregor Hasler.

Psyche und Magen-Darm: Nerven und Hormone steuern die Durchblutung

Über Nerven und Hormone könne, laut Hasler, das Gehirn in stressigen Momenten die Durchblutung im Magen-Darm-Trakt drosseln. Damit haben andere Muskeln mehr Energie zur Verfügung. „Das kann hilfreich sein, zum Beispiel wenn man schnell flüchten muss.“ Eine wichtige Rolle spielt dabei das Stresshormon Cortisol. Sei man aber dauernd gestresst, werden Magen und arm ständig zu wenig durchblutet. Die Folge ist eine gestörte Verdauung. „Das kann verschiedene Beschwerden verursachen – von Bauchdrücken und Übelkeit bis hin zu Durchfall und Erbrechen“, sagt Hasler der „Apotheken Umschau“. Gerade im Job lauern viele Stressfaktoren.*

Psyche und Magen-Darm: Rolle des Vagusnerv

Umgekehrt trägt ein gesunder Magen-Darm-Trakt nach Angaben von Hasler auch zu einer stabilen Psyche bei. Eine große Rolle spielt dabei der Vagusnerv, der unter anderem Informationen vom Hirn zum Bauch und vom Bauch zum Hirn leitet. Dieser Nerv höre sozusagen den inneren Organen zu. „Funktioniert die Verdauung gut, wird der Nerv zum Beispiel positiv stimuliert. Das beruhigt auch die Nervenzellen im Gehirn“, erklärt Hasler. Auch die Zusammensetzung der Darmbakterien habe laut neuen Erkenntnissen Einfluss auf die Psyche, genauso wie das Immunsystem, von dem „80 Prozent“ im Darm angesiedelt sei.

Psyche und Magen-Darm: Tipps für mehr Wohlbefinden

Wenn Sie auf Ihre psychische Gesundheit achten, tun Sie also gleichzeitig Ihrem Magen-Darm-Trakt etwas Gutes. Stress lässt sich beispielsweise mit der richtigen Atemtechnik lindern oder beim Spazierengehen. Oder streicheln Sie Hunde, auch das ist äußerst wirksam gegen Stress.

Haslers Ratschläge für mehr Wohlbefinden sind folgende:

(Mit Material der dpa).

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare