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Psychische Notlage: Tipps, wie man Menschen in extremen Krisen helfen kann

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Von: Christine Pander

Wahnvorstellungen oder extreme Ängste: Menschen in psychischen Notlagen brauchen Hilfe. Doch im Umgang mit solchen Situation sind viele überfordert. Gar nicht zu handeln, ist aber keine Option.

Berlin – Geraten Menschen in psychische Ausnahmesituationen, kann ihr Verhalten beim Gegenüber Angst auslösen. Oftmals ist es gar nicht so einfach, als Laie die Situation richtig einzuordnen und adäquat zu handeln. Die Bundespsychotherapeutenkammer rät, vorsichtig ein Gespräch anzubieten, abzuwarten, das gegenüber zu beruhigen und Hilfe anzubieten. Zu bedenken sei dabei immer, dass sich die Person möglicherweise bedroht oder verfolgt fühlt und Annäherungen als Bedrohung empfinden könnte.

Psychische Krise: Abstand halten und Hilfe holen

Deshalb und auch generell stellen die Expertinnen und Experten klar: Ist einem die Situation nicht geheuer, sollte man Abstand halten und Polizei, Rettungsdienst oder im Idealfall den psychosozialen Krisendienst anrufen. Das gilt insbesondere, wenn man den Eindruck hat, dass die Person sich selbst oder andere gefährdet.

Einen psychosozialen Krisendienst gibt es nicht in jeder Region. Die richtige Nummer lässt sich herausfinden, in dem man im Netz den Namen der Stadt und das Stichwort Krisendienst eingibt. Wer die Polizei ruft, sollte nach Beamtinnen und Beamten fragen, die mit Menschen in psychischen Notlagen Erfahrung haben.

Psychische Krisen: Betroffene nicht unter Druck setzen

Im Verhalten gegenüber Betroffenen sind Experten zufolge verschiedene Punkte wichtig. So sollte man sich ihnen beispielsweise nicht nähern, ohne zu fragen, ob dies der Person recht ist. Reagiert sie verängstigt oder aggressiv, zieht man sich zurück. Man sollte sie keinesfalls mit anderen einkreisen und ihr „Fluchtwege“ verstellen. Das könnten Betroffene in dieser Situation als Bedrohung empfinden.

Drängen ist ebenfalls falsch. Vielmehr geht es darum, dass das Gegenüber Zeit hat, sich zu beruhigen und zu antworten. Wer ins Gespräch kommt, sollte nach Familie, Freunden oder Ärztinnen und Therapeuten fragen, die man benachrichtigen kann. Im Idealfall beruhigt sich der Betroffene oder die Betroffene durch das Gespräch, bis Hilfe eintrifft.

Psychische Krise: Wahnvorstellung nicht „richtigstellen“

Wichtig sei auch: Schildert die Person etwa, dass sie von Außerirdischen verfolgt werde, eine große Katastrophe drohe oder sie „Jesus Christus“ sei, sollte man das ernst nehmen und zuhören. Solche bizarren oder ungewöhnlichen Vorstellungen seien für die Person real, erklärt die Bundespsychotherapeutenkammer. Man sollte deshalb nicht versuchen, sie zu beruhigen, indem man zum Beispiel sagt, dass man gerade gar keine Außerirdischen sieht.

Es kann stattdessen einen Versuch wert sein, dass Gespräch auf andere Themen zu lenken. Beispielsweise mit der Frage, ob der andere Durst hat und etwas trinken möchte. Bei alldem gilt immer, dass man sich nicht selbst gefährdet und für die eigene Sicherheit sorgt. Die Experten raten: „Achten Sie darauf, dass auch Ihnen ein Fluchtweg bleibt.“

Ein psychisches Ungleichgewicht oder eine Depression kann sich bereits wie folgt zeigen:

Schnelle Hilfe finden Betroffene bei der Telefonseelsorge unter der Nummer 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222 oder bei Ärzten oder psychiatrischen Kliniken. (Mit Material von dpa).

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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