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Thrombosegefahr im Homeoffice: So halten Sie Ihre Venen fit

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine junge Frau in weißem T-Shirt sitzt am Schreibtisch vor ihrem Laptop und streckt die Arme nach oben (Symbolbild)

Sich zu recken und zu dehnen fördert den Blutfluss, auch im Sitzen (Symbolbild) © Westend61/imago-images

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie arbeiten viele Menschen im Homeoffice. Leider kommt dabei die Bewegung oft zu kurz, wodurch das Risiko für Thrombosen zunimmt. Wie Sie den gefährlichen Gefäßverengungen vorbeugen können.

Bonn – Viele Menschen arbeiten zur Zeit im Homeoffice. Dadurch fällt nicht nur der Weg zur Arbeit oder zum Kunden weg, auch die Gänge durchs Büro zu den Kollegen oder zu gemeinsamen Konferenzen entfallen. Zuhause kommt dann eines meist zu kurz: die körperliche Bewegung. Durch den Bewegungsmangel steigt das Risiko für Thrombosen, warnt der Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz e.V. (BGV). Welche Risikofaktoren es gibt und wie Sie sich vor Homeoffice-Thrombosen schützen können, erfahren Sie hier.

Vorsicht Homeoffice-Thrombose: Fehlende Bewegung führt zu einem langsameren Blutfluss

Normalerweise regulieren verschiedene biochemische Prozesse die Blutgerinnung und den Blutfluss im Körper. Langes Sitzen im Homeoffice kann die Blutzirkulation aber behindern. Gerät das Blut ins Stocken, kann sich ein Blutpropf, ein sogenannter Thrombus, bilden. In den meisten Fällen sind davon die Beinvenen betroffen, durch die das Blut von den Füßen zum Herzen zurücktransportiert wird. Normalerweise wird dieser Rückfluss von der sogenannten Muskelpumpe, dem An- und Entspannen der Muskeln bei Bewegung, unterstützt. Bei fehlender Bewegung ist aber auch die Funktion dieser Muskelpumpe eingeschränkt, das Blut fließt langsamer und kann schneller gerinnen.

Problematisch wird es vor allem, wenn sich der Blutpropf ganz oder teilweise löst und vom Blutstrom weitergetragen wird. Gelangt er in die Lunge und verschließt dort eine oder mehrere Lungenarterien, kann es zu einer lebensgefährlichen Lungenembolie kommen. Gelangt das Blutgerinnsel dagegen in die feinen Blutgefäße des Gehirns, wird dieses nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und es kann zu einem Schlaganfall kommen.

Vorsicht Homeoffice-Thrombose: Wie merke ich, dass ich eine Thrombose habe?

Verschließt ein Blutgerinnsel eine Vene im Bein, macht sich das in den meisten Fällen durch einen plötzlich einsetzenden Schmerz in der Wade bemerkbar. Oft tritt er beim Aufstehen auf und hält dann längere Zeit an. Auch eine Schwellung oder eine bläuliche Hautverfärbung am betroffenen Bein können auf eine Venen-Thrombose hindeuten, müssen aber nicht auftreten. Weitere Warnsignale sind ein Schweregefühl, Kribbeln oder Ziehen im Bein, Hitzegefühle oder unterschiedlich warme Beine. Wichtig ist es, sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn eines oder mehrere dieser Symptome beobachtet werden.

Vorsicht Homeoffice-Thrombose: Diese Faktoren erhöhen das Risiko

Verstärkt wird das Risiko, eine Thrombose zu entwickeln, durch zahlreiche Faktoren, darunter:

„Das heißt jedoch nicht, dass man in solchen Situationen hilflos ausgeliefert ist“, erklärt Professor Rupert Bauersachs, Direktor der Klinik für Gefäßmedizin am Klinikum Darmstadt: „Im Gegenteil: Patienten können aktiv dazu beitragen, eine Thrombose zu vermeiden oder mit einer Thromboseprophylaxe vorzubeugen. Sobald also eine oder gar mehrere der genannten Risikofaktoren vorliegen, ist es sinnvoll, das Gespräch mit dem Hausarzt zu suchen, um das eigene Risiko abzuklären.“

Vorsicht Homeoffice-Thrombose: Mit Bewegung vorbeugen

Die gute Nachricht ist: Schon ein paar einfache Maßnahmen können das Risiko einer Homeoffice-Thrombose deutlich reduzieren. Dabei geht es vor allem darum, den Blutfluss anzuregen. Dazu hilft es, regelmäßig aufzustehen, in der Wohnung herumzulaufen oder kleine Gymnastikübungen in den Alltag zu integrieren. Bereits regelmäßiges Recken und Strecken im Sitzen fördern die Blutzirkulation, noch besser sind regelmäßige Kniebeugen oder andere Übungen, die die Wadenmuskulatur gleichmäßig aktivieren.

Auch Fußgymnastik (zum Beispiel die Füße über einen kleinen Ball zu rollen) oder die Füße zwischendurch hochzulegen kann Blutgerinnseln vorbeugen. Ungünstig ist dagegen, die Beine längere Zeit zu überschlagen, da dabei die Blutgefäße in den Kniekehlen abgedrückt werden. Weitere wichtige Faktoren sind ausreichend trinken - dazu am besten immer eine Wasserflasche auf dem Schreibtisch stehen haben - und eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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