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Gefährliche Schlafapnoe: Nächtliche Atemaussetzer können Ihr Herz belasten

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Von: Jasmina Deshmeh

Ein Mann mit dunklen Haare schläft in Rückenlage in seinem Bett, neben ihm ein Handy (Symbolbild)
Nächtliche Atemaussetzer sorgen nicht nur dafür, dass man sich morgens unausgeschlafen fühlt – sie können auch dem Herz schaden (Symbolbild) © Westend61/Imago

Erholsamer Schlaf ist wichtig für unseren Körper. Umgekehrt können Schlafstörungen wie Schlafapnoe unser Zentralorgan belasten, warnt die Deutsche Herzstiftung.

Frankfurt am Main – Wer den Verdacht hat, an Schlafstörungen zu leiden, sollte das unbedingt abklären lassen. Denn Atemaussetzer, sogenannte Schlafapnoe, bleiben häufig unentdeckt. Dabei können sie zu verschiedenen Herz- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen oder diese verstärken. Eine Behandlung ist deshalb wichtig.

Schlafapnoe: Bei Vorhofflimmern ist sie oft die Ursache

Nach Angaben der Deutschen Lungenstiftung leiden zwei bis drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung an Schlafapnoe, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Übersetzt bedeutet der Begriff „Atemstillstand im Schlaf“. Dabei sind die Atemwege der Betroffenen so verengt, dass die Atmung tatsächlich teilweise aussetzt. Häufig sind diese Atempausen verbunden mit lautem Schnarchen.

Unter herzkranken Patienten tritt die Schlafapnoe besonders häufig auf. „Bei rund einem Drittel der Patienten, die unter der Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern leiden, besteht eine behandlungsbedürftige Schlafapnoe“, erklärt Prof. Dr. med. Helgo Magnussen, Leiter der Sektion Pneumologie, Allergologie und Schlafmedizin am Medizinicum Hamburg in der Zeitschrift HERZ heute. Denn durch die Atemaussetzer ist die Sauerstoffkonzentration im Blut reduziert und das Herz wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.*

Schlafapnoe: Mögliche Warnzeichen

Die Patienten selbst merken von der Schlafapnoe meist nichts. Zwar folgt auf die Atempause oft ein tiefer Atemzug mit heftigem Schnarchen, von dem Betroffene auch wach werden – erinnern können sie sich am nächsten Morgen daran aber in der Regel nicht. Dabei könnten solche Atemaussetzer bis zu 300 Mal in der Nacht vorkommen, betont der Schlafmediziner Prof. Dr. med. Michael Arzt.

Risikofaktoren, die zu einer Schlafapnoe führen können, sind:

Mögliche Warnzeichen, die auf eine Schlafapnoe hindeuten, sind Abgeschlagenheit und Müdigkeit am Morgen und Atemnot oder Brustschmerzen in der Nacht. Wer diese Anzeichen bei sich bemerkt und an Bluthochdruck, Herzschwäche oder Vorhofflimmern leidet, sollte deshalb immer auch an eine Schlafapnoe denken. Die Diagnose erfolgt mithilfe eines mobilen Geräts, das alle wichtigen Körperfunktionen im Schlaf aufzeichnet. Bestätigt sich der Verdacht, wird die endgültige Diagnose in einem speziellen Schlaflabor gestellt.

Schlafapnoe: So wird sie behandelt

Zur Therapie einer Schlafapnoe bekommen Patienten eine spezielle Nasenmaske, die an ein Beatmungsgerät angeschlossen wird. Sie sorgt für einen permanenten Überdruck, der die Atemwege offen hält, was den Schlaf deutlich verbessert. Unterstützen können Betroffene die Behandlung außerdem, indem sie auf ein gesundes Gewicht achten, auf Alkohol verzichten und möglichst nicht auf dem Rücken schlafen.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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