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Feinstaub, Salz und Tierkot: Deshalb sollten Kinder auf keinen Fall Schnee essen

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Von: Jasmina Deshmeh

Ein Mädchen roter Jacke und Sternen-Mütze leckt an einem Schneeball (Symbolbild).
Viele Kinder stecken sich gerne Schnee in den Mund. Davon ist aber abzuraten, denn die weiße Pracht kann zahlreiche Schadstoffe enthalten (Symbolbild). © imago images / photothek

Kinder nehmen gerne Schnee und Eis in den Mund. Gesund ist das allerdings nicht, denn auch frisch gefallene Flocken können mit Feinstaub, Mikroplastik und Keimen verschmutzt sein.

Frankfurt am Main – Fällt draußen frischer Schnee, sind viele Kinder ganz aus dem Häuschen. Schließlich macht das Spielen in der weißen Pracht riesig Spaß. Häufig nehmen sie dabei die zarten Flocken auch in den Mund und lassen sie genüsslich auf der Zunge zergehen. Viele Eltern fragen sich dann, ob das gefrorene Wasser unbedenklich ist oder ob von ihm womöglich eine Gefahr für die Gesundheit ausgeht.

Schadstoffe im Schnee: Frischer Schnee ist häufig mit Feinstaub belastet

Dass man von gelblich verfärbtem und offensichtlich verschmutztem Schnee besser die Finger lassen sollte, ist selbsterklärend. Doch wie sieht es mit frischen Flocken, zum Beispiel auf Zweigen, aus? Um zu verdeutlichen, warum auch dieser vermeintlich „saubere Schnee“ ungesund ist, muss man verstehen, wie Schnee entsteht. Dazu braucht es drei Bedingungen:

Zunächst verdampft das Wasser von der Erdoberfläche und wird als Wasserdampf von der Luft aufgenommen und steigt nach oben. Je höher es steigt, desto kühler wird es und desto größer werden die Wassertropfen. Sinkt die Temperatur unter Null Grad, gefrieren die Wassertropfen zu Eiskristallen und lagern sich an einem sogenannten Gefrierkern an. Meist handelt es sich dabei um Staub oder Ruß. Haben sich etwa 10 Millionen Eiskristalle zu einer Schneeflocke verkettet, fällt diese aus der Wolke auf die Erde.

Auf ihrem Weg durch die Atmosphäre nimmt die Schneeflocke zahlreiche Partikel auf, darunter Feinstaub und Mikroplastikpartikel. Auf der Erde kann der frische Schnee weitere Schadstoffe binden. Das zeigt eine Studie kanadischer Wissenschaftler, die in einer Kältekammer untersuchten, wie schnell sich frischer Schnee mit gesundheitsgefährdenden Substanzen aus Abgasen anreichert.

Schadstoffe im Schnee: Schnee am Boden kann Salz, Split und Tierkot enthalten

Liegt der Schnee am Boden kann er neben Abgaspartikeln weitere Stoffe aufnehmen, zum Beispiel Streusalz. Streusalz schadet nicht nur Pflanzen und Tieren,* wird es vom Kind in größeren Mengen aufgenommen, drohen Erbrechen und Durchfälle. Auch Tierkot und -urin können den Schnee verunreinigen. Kleine Kinder könnten zudem Reste von Rollsplit verschlucken, warnt das Verbrauchermagazin Öko-Test. Nicht immer sind diese Verschmutzungen mit bloßem Auge sichtbar!

Und noch ein weiterer Aspekt macht Schnee essen in größeren Mengen gefährlich: Anders als Wasser, enthält er keine Mineralien und Elektrolyte. Würde man Schnee in größeren Mengen zu sich nehmen, verhält es sich wie mit destilliertem Wasser: er würde dem Körper wichtige Mineralien entziehen. Deshalb eignet sich Schnee auch nicht als Trinkwasser.

Schadstoffe im Schnee: Darf man Schnee nun essen oder nicht?

Zumindest das Essen größerer Mengen Schnee sollten Eltern nach Empfehlung von Öko-Test unterbinden. Denn jedes Mal, wenn Kinder genüsslich an einem Schneeball lutschen, führen sie ihrem Körper Schadstoffe zu – besonders in Abgas-reichen Gegenden (etwa im städtischen Raum). Je länger Schnee am Boden liegt, desto größer ist außerdem das Risiko grober Verschmutzung durch Streusalz, Split und Tierkot. In kleinen Mengen dürfte frischer Schnee, der noch nicht am Boden lag, aber gesundheitlich unbedenklich sein. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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