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Corona: Wie gut schützen FFP2-Masken? Studie bringt erstaunliche Ergebnisse

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Von: Christine Pander

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Ein Schild mit der Aufschrift Zutritt nur mit FFP2-Maske hängt an einer Glastür. (Symbolbild)
FFP2-Masken sind derzeit Pflicht. (Symbolbild) ©  Imago

Seit Monaten sind sie im Alltag präsent. Doch wie gut schützen uns FFP2-Masken eigentlich? Forscher haben überraschende Ergebnisse.

Göttingen – Nur Abstand halten reicht auf keinen Fall: Experten des Göttinger Max-Planck-Instituts zufolge genügt auch ein Abstand von drei Metern zum Gegenüber nicht, um vor dem Coronavirus geschützt zu sein. Selbst bei dieser geringen Distanz dauert es den Forschern zufolge keine fünf Minuten, bis sich eine ungeimpfte Person ohne Maske, die in der Atemluft eines Corona-infizierten Menschen steht, mit fast 100-prozentiger Sicherheit ansteckt. Das ist die schlechte Nachricht.

Corona: Wie gut schützen FFP2-Masken? Studie bringt erstaunliche Ergebnisse

Es gibt aber auch eine Gute: Wenn alle Personen, die sich in einem Büro, einem Supermarkt oder in einer Warteschlange angemessenen Abstand halten und gut sitzende FFP2-Masken tragen, sinkt das Risiko drastisch. Das Team vom Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen hat untersucht, wie gut welche Masken bei welcher Trageweise schützen und die Ergebnisse kürzlich vorgestellt.

Was das Team herausgefunden hat, hat sie selbst überrascht. „Wir hätten nicht gedacht, dass es bei mehreren Metern Distanz so schnell geht, bis man aus der Atemluft eines Virusträgers die infektiöse Dosis aufnimmt“, sagt Eberhard Bodenschatz, Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation.

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Denn auf diese Distanz habe sich die Atemluft schon kegelförmig im Raum verbreitet. Entsprechend verdünnt seien die infektiösen Partikel. Die großen und damit besonders virusreichen Partikel fallen zudem schon nach einer kurzen Strecke durch die Luft zu Boden.

Corona: So gut schützen FFP2-Masken – auf die Passform kommt es an

„Trotzdem haben wir in unserer Studie auch in drei Metern Entfernung noch ein enormes Ansteckungsrisiko festgestellt, wenn man Infizierten mit einer hohen Viruslast, wie sie bei der vorherrschenden Delta-Variante des Sars-CoV-2-Virus auftritt, für ein paar Minuten begegnet und keine Maske trägt“, sagt Eberhard Bodenschatz in einem Interview mit „tagesschau.de“.

Für die neue Variante Omikron gilt das vermutlich erst recht. Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass Maske tragen auch an Schulen und „generell eine gute Idee ist.“ Allerdings kommt es laut der Forscher auf die richtige Trageweise der FFP2- oder KN95-Maske an. Für optimalen Schutz muss der Nasenbügel demnach zu einem „abgerundeten W“ geformt werden, sodass er seitlich auf die Nasenflügel drückt. Bei schlecht sitzenden FFP2-Masken liege das Infektionsrisiko bei rund vier Prozent, schreibt das Team um Institutsdirektor Eberhard Bodenschatz in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften.

Corona: So gut schützen FFP2-Masken – 75 Mal besser als OP-Masken

Die Analyse der Forscher zeigt auch, dass dicht abschließende FFP2-Masken im Vergleich zu gut sitzenden OP-Masken 75 Mal besser schützen. Dennoch senken auch medizinische Masken bei guter Passform die Infektionsgefahr laut der Studie auf maximal zehn Prozent. FFP2-Masken bieten den Ergebnissen zufolge also einen extrem hohen Schutz vor einer Corona-Infektion. Wenn sich ein infizierter und ein gesunder ungeimpfter Mensch mit Maske in einem Innenraum auf kurzer Distanz begegnen, liegt die Ansteckungsgefahr demnach auch nach 20 Minuten nur bei 0,1 Prozent. Ist die Person geimpft, sinkt das Ansteckungsrisiko sogar noch weiter, so die Forscher.

Einem Test der Stiftung Warentest zufolge aus August 2021 sind folgende FFP2-Masken bezüglich der Passform und Sicherheit empfehlenswert:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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