1. 24vita
  2. Prävention

Sport in der Schwangerschaft: Das sollten schwangere Frauen beachten

Erstellt:

Von: Kristina Wagenlehner

Kommentare

Sport in der Schwangerschaft ist eine gute Sache: für Mutter und das Baby. Aber nur, wenn man es richtig macht. Darauf gilt es zu achten.

Heidelberg – Wer schwanger ist, solle sich schonen. So hieß es. Heute weiß man, dass Sport in der Schwangerschaft viele positive Effekte auf das Kind und den Geburtsverlauf mit sich bringt. Doch ein paar Dinge sollten schwangere Sportlerinnen trotzdem beachten.

Sport in der Schwangerschaft: Kann Sport dem Baby schaden?

Viele Frauen sind sich in der Schwangerschaft unsicher: Kann Sport dem Baby schaden? Wie viel Sport ist in Ordnung? Wann wird es zu viel? Grundsätzlich sagt Sport-Fachmann Holger Klemm: Ja, Sport in der Schwangerschaft ist gesund und tut gut. Bevor Sie mit dem Training loslegen, ist es aber wichtig, die Zustimmung des Frauenarztes oder der Hebamme zu bekommen.

Anders sieht es bei einer Risikoschwangerschaft auf, dann ist mit Sport Vorsicht geboten. Das Gleiche gilt für schwangere Frauen, die unter stark erhöhtem Blutdruck, vorzeitigen Wehen oder Vorerkrankungen leiden. Wichtig sind daher auch die Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt*. Dort checkt der Arzt oder die Ärztin, ob sich das Kind richtig entwickelt.

Sport in der Schwangerschaft: Warum er gut für Mutter und Kind ist

Eine Schwangerschaft ist immer mit Risiken verbunden. Einige lassen sich durch Sport senken, erklärt die Heidelberger Gynäkologin und Sportmedizinerin Susanne Weber. Mit Sport können Frauen beispielsweise verhindern, dass sie übermäßig zunehmen und können damit einem Schwangerschaftsdiabetes und Schwangerschaftsvergiftung vorbeugen. Bewegung verringert außerdem das Thromboserisiko, dass durch hormonell bedingte Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft erhöht sein kann. Sportarten im Wasser wie Aquajogging und Wassergymnastik oder moderates Schwimmen sind besonders geeignet.

Wer regelmäßig ins Schwitzen kommt, trainiert sein Herzkreislauf-System und das Herz. Das führt wiederum dazu, dass die Muskeln besser durchblutet werden und Knochen und Gelenke mobil bleiben – das verringert das Verletzungsrisiko. Außerdem trainiert Sport das Zwerchfell: den wichtigsten Atemmuskel. Das ist vor allem in der Schwangerschaft förderlich, da ein kräftiges Zwerchfell eine Geburt erleichtern kann und das Ungeborene im Bauch genug Sauerstoff bekommt, wie Dörte Krauss, Dozentin für prä- und postnatalen Sport aus Augsburg erklärt.

Nicht nur auf den Körper auch der Einfluss von Sport auf die Psyche ist mittlerweile längst nachgewiesen, sagt Marion Sulprizio, Diplom-Psychologin von der Deutschen Sporthochschule Köln. Schwangere, die sich regelmäßig bewegen, haben eine positivere Selbstwahrnehmung und fühlen sich meist wohler.

Sport in der Schwangerschaft: Der Trainingsplan mit Baby im Bauch

Wie und wie viel eine Schwangere während der Schwangerschaft trainiert, hängt vom Fitness-Level und ihrem Wohlbefinden ab. Für Krauss könnte das richtige Trainingsmaß folgendermaßen aussehen: „Einmal die Woche wäre toll, um die Vitalfunktionen zu aktivieren, zweimal die Woche bis zu 60 Minuten Training wären noch besser und dreimal die Woche ist ambitioniert.“

Dabei aber bitte nicht vergessen: Der Körper befindet sich in einer Extremphase seines Lebens und durchläuft gerade enorme körperliche Veränderungen. Die hormonelle Umstellung in den ersten Schwangerschaftswochen ist nicht zu unterschätzen. Viele Schwangere sind zu Beginn oft sehr müde und erschöpft. Deshalb sollten Sie auf Ihren Körper achten und nur trainieren, wenn Sie sich gut fühlen.

Sulprizio rät im sogenannten aeroben Bereich zu trainieren. Der Grund: So bleibt die Sauerstoffzufuhr für das Kind bestehen und das Blut übersäuert nicht. Die maximale Herzfrequenz liegt in der Regel, je nach Alter und Fitnesszustand, zwischen 135 und 150. Dann geht vom Sport fürs Ungeborene kein Risiko aus. Ganz im Gegenteil, sagt die Hamburger Gynäkologin Koene: „Durch die verbesserte Stoffwechselsituation der Mutter wird dem Baby der Weg für ein gesundes Leben bereitet.“ Wenn Sie sich beim Training unterhalten können und am nächsten Tag keinen Muskelkater haben, war die Trainingsintensität optimal.

Sport in der Schwangerschaft: Erhöhtes Verletzungsrisiko und Beckenboden

Wichtiger als die Trainingsbelastung ist die Sportart: Denn in der Schwangerschaft werden Bänder und Sehnen weicher, um den Körper optimal auf die Schwangerschaft vorzubereiten. Zusammen mit den Schwangerschaftskilos führt das allerdings zu einem erhöhten Verletzungsrisiko. In der Schwangerschaft und auch in der Zeit danach sollten Frauen außerdem darauf achten, dass sie den Beckenboden nicht zu stark beanspruchen. Das kann zu Inkontinenz oder anderen Langzeitfolgen führen. Joggen zu gehen, ist keine gute Idee. Joggen sei „eine denkbar ungeeignete Sportart“ für Schwangere, sagt Weber.

Folgende Sportarten sollten deshalb möglichst vermieden werden.

Sport in der Schwangerschaft: So trainieren Sie sicher

Zum Glück gibt es genug geeignete Alternativen. Allen voran sind diese Sportarten in der Schwangerschaft geeignet:

Frauen, die Krafttraining betreiben, egal ob im Fitnessstudio oder im Freien, sollten wenig Gewicht auflegen und dafür auf mehr Wiederholungen setzen. Die geraden Bauchmuskeln sollten dabei nicht isoliert trainiert werden. Wichtig ist dabei immer alle Übungen richtig durchzuführen. Wer sich unsicher ist, sollte eine Trainerin oder einen Trainer um Rat fragen oder ein Einzeltraining buchen. (Mit Material der dpa)

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare