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Neue Studie zu Corona-Impfungen: Biontech und Moderna schützen offenbar lang

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Von: Kristina Wagenlehner

Wie lange schützt eine Impfung vor Covid-19? Muss sie aufgefrischt werden? Eine neue amerikanische Studie gibt Hoffnung für die Impfstoffe Biontech und Moderna.

St. Louis – Seitdem eine Impfung gegen das Corona-Virus zugelassen ist, steht die Frage im Raum: Wie lange schützt die Impfung tatsächlich vor Covid-19? Eine neue Studie zeigt nun, dass das Immunsystem noch Monate nach der Biontech-Impfung Gedächtniszellen bildet. Experten werten das als gutes Zeichen.

Neue Studie zu Corona-Impfungen: Keine Auffrischung von Biontech und Moderna nötig?

Eine Studie der Washington School of Medicine fand heraus, dass die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna sogar jahrelang schützen können, wie das Magazine „Nature“ berichtet. Möglicherweise ist eine Auffrischung und erneute Impfgabe gar nicht notwendig. Außer bei Seniorinnen und Senioren und/oder Menschen, die dauerhaft mit Medikamenten behandelt werden. Für eine endgültige Aussage ist es aber noch zu früh, da die Stichprobe der publizierten Studie nur 41 Personen umfasste.

Grundlage dieser Aussage ist, dass der Impfstoff von Biontech/Pfizer offenbar eine relativ langanhaltende starke Immunreaktion auslöst. US-Mediziner wiesen bei Geimpften noch drei Monate nach der zweiten Dosis sogenannte B-Gedächtniszellen des Immunsystems nach. „Es ist ein gutes Zeichen, wie langanhaltend die Immunreaktionen durch diese Impfstoffe sind“, sagt Studienleiter Ali Ellebedy gegenüber der New York Times. Carsten Watzl vom Leibniz Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) stimmt dieser Einschätzung zu. „Das ist sehr erfreulich. Aber ob und wie weit sich daraus eine lang andauernde Immunität ableiten lässt, ist offen“, sagt der Immunologe, der nicht an der Arbeit beteiligt war. Denn die Voraussetzung ist auch, dass das Virus und seine Varianten sich nicht stark ändern.

Neue Studie zu Corona-Impfungen: Wie die Forscher zu den Ergebnissen kamen

Was bisher bekannt war: Die mRNA-Impfungen von Biontech und Moderna schützen mindestens sechs Monate vor der Erkrankung Covid-19. Ob der Schutz noch länger anhält, dazu gab es bisher keine Daten. Um diese Frage zu klären, untersuchte der amerikanische Forscher und Immunologie Ali Ellebedy und sein Team gesunde Menschen, die eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff bekommen hatten.

In den Wochen nach den Impfungen entnahmen die Forscher Menschen mehrmals Proben aus Lymphknoten der Achselhöhle und untersuchten sie auf Keimzentren. Keimzellen bilden die B-Gedächtniszellen der Körperabwehr und bauen im Fall einer Infektion eine gezielte Abwehrreaktion auf. „Keimzentren sind der Schlüssel zu einer dauerhaften schützenden Immunreaktion. Dort wird unser Immungedächtnis gebildet“, sagt Ellebedy. Bei acht von zehn Proben fanden die Forscher die Keimzentren mit auf den Erreger abzielenden B-Zellen, wie sie im Fachblatt „Nature“ berichten. Und das zwölf Wochen nach der zweiten Impfdosis.

Zusätzlich analysierten die Forscher mehrfach Blutproben von 41 Geimpften. Die höchste Antikörper-Konzentration fanden sie eine Woche nach der zweiten Impfung. Die Antikörper waren gegen sämtliche drei untersuchten Corona-Varianten wirksam – einen ursprünglichen Typ, die Alpha-Variante und die Beta-Variante. Ob die Impfstoffe auch gegen die Delta-Varianten wirken*, weiß Merkur.de. Der Impfstoff von Johnson und Johnson wurde in der Studie nicht berücksichtigt, da Studienleiter Ali Ellebedy davon ausgeht, dass es weniger dauerhaft immunisiert als mRNA-Impfstoffe.

Neue Studie zu Corona-Impfungen: Bei Personen mit Infektion besonders wirksam

Von den 41 Probanden hatten acht zuvor bereits eine Sars-CoV-2-Infektion durchgemacht. Sie zeigten noch höhere Antikörper-Werte als die übrigen Teilnehmer. „Wenn man schon einmal infiziert war und dann geimpft wird, bekommen die Antikörper-Werte einen Schub“, sagt Ko-Autorin Jane O'Halloran. „Die Impfung hat eindeutig einen zusätzlichen Nutzen, daher empfehlen wir sie auch Menschen, die Covid-19 hatten.“ (Mit Material der dpa)

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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