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Studie zu Schlafapnoe: Mehr Bewegung verlängert die Lebenserwartung

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Von: Christine Pander

Ein Mann liegt im Bett und schläft, neben ihm liegt ein Handy (Symbolbild)
Wer aktiv ist, kann Atemaussetzer in der Nacht eher vermeiden (Symbolbild) © Veam/ Imago

Bewegung ist besser für die Gesundheit als Herumsitzen, das ist klar. Vor allem für ein verbreitetes Syndrom, das im Schlaf auftreten kann, gilt das aber besonders.

Langenhagen – Sich bewegen, statt lange auf der Couch zu sitzen: Das raten Gesundheitsexperten eigentlich immer. Das dient nicht nur der Fitness, sondern ist für alle Lebensbereiche gut. Stress wird reduziert, der Kreislauf kommt in Schwung. Wer sich bewegt, verbrennt Kalorien. In Bezug auf die Schlafqualität hat es aber noch einen zusätzlichen Effekt: Wer unter Schlafapnoe, also nächtlichen Atemaussetzern leidet, kann dem durch mehr Aktivität im Alltag vorbeugen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie aus den USA.

Studie zu Schlafapnoe: Weniger sitzen rettet Leben

Der Deutschen Lungenstiftung zufolge handelt es sich bei einer Schlafapnoe um eine Atemstörung, bei der die Atemwege verengt sind. Die Folge: sehr lautes Schnarchen und Atemaussetzer. Tagsüber fühlen sich Betroffene meisten nicht ausgeruht, sondern aufgrund des gestörten Schlafes matt und müde. Ausgelöst werden die Atemaussetzer, die bei einer Schlafapnoe mehrmals pro Stunde auftreten und zwischen zehn Sekunden und bis zu einer Minute dauern, durch eine Verengung des Rachenraums.

Der neuen US-Studie zufolge kann jeder Betroffene selbst Abhilfe schaffen: Denn mehr physische Aktivität und weniger Zeit im Sitzen hängen mit einem geringeren Risiko zur Ausprägung einer Schlafapnoe zusammen, heißt es in der Zusammenfassung der in der Fachzeitschrift „European Respiratory Journal“ vorgestellten Studie. Für die Erhebung wurden Daten von rund 119.000 Frauen und 19.000 Männern ausgewertet.

Studie zu Schlafapnoe: Bewegung reduziert Symptome

Auch der Internist und Pneumologe Prof. Adrian Gillissen kennt sich mit Schlafapnoe aus und hat einen Tipp für alle, die sich vielleicht gar nicht mehr so viel bewegen können oder wollen: „Menschen, die nicht zu erhöhter körperlicher Aktivität in der Lage sind, sollten zumindest versuchen, die im Sitzen verbrachte Zeit zu reduzieren, indem sie häufiger stehen oder leichten Aktivitäten nachgehen“, rät der stellvertretende Vorsitzende der Lungenstiftung.

Zu den Risikofaktoren einer Schlafapnoe zählen:

Bleibt das Schlafapnoe-Syndrom unbehandelt, verringert sich die Lebenserwartung bei Betroffenen laut der Lungenstiftung im Durchschnitt um rund zehn Jahre. Das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte steigt erheblich.* Behandlungsansätze sind unter anderem das Tragen von Mund-Nasen-Masken (CPAP-Therapie) oder Unterkieferschienen beim Schlafen. Auch operative Eingriffe können eine Option sein. (Mit Material von dpa).

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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