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Verblüffende Studie: Wer regelmäßig dieses Gemüse isst, kann Darmkrebs vorbeugen

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Von: Jasmin Pospiech

Dass Gemüse gesund ist, weiß jedes Kind. Doch eine Sorte grünes Blattgemüse soll sogar das Risiko reduzieren, an Darmkrebs zu erkranken.

Texas – Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag: So lautet die Empfehlung der Deutschen Ernährungsgesellschaft (DGE). Schließlich enthalten die farbenfrohen Lebensmittel nicht nur viele wertvolle Nährstoffe und Vitamine, sondern auch Ballaststoffe, die gut für die Verdauung sind. Einige Studien haben bereits die gesundheitsförderlichen Eigenschaften von Obst und Gemüse bestätigt. Eine neue Untersuchung der Texas A&M University (TAMU) bringt jetzt sogar konkretere Ergebnisse zutage.

Verblüffende Studie: Wer regelmäßig dieses Gemüse isst, soll Darmkrebs vorbeugen

Die Forscher haben sich angeschaut, ob es einen Zusammenhang zwischen einem regelmäßigen Konsum von Spinat und einem damit einhergehenden Schutz gegen bestimmte Krebserkrankungen gibt. Schon zuvor hatten die Wissenschaftler festgestellt, dass der regelmäßige Verzehr von Spinat das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, um die Hälfte reduziert werden kann. In der aktuellen Studie haben sie seine Wirkung auf die Darmflora untersucht. Das erstaunliche Ergebnis: Es zeigt sich, dass das dunkle Blattgemüse das Wachstum von Kolonpolypen (Wucherungen an der Darmschleimhaut) in Leuten, die an Darmkrebs leiden, hemmen kann.

Ein Salat mit Spinatblättern, Avocado, Gurke, Zitrone und Tomaten. (Symbolbild)
Wie wäre es mal wieder mit einem leckeren Salat mit frischem Spinat? Das kann unseren Darm schützen. (Symbolbild) © Imago/YAY Images

Im Großteil der Fälle handelt es sich bei Darmkrebs im Menschen um eine nicht-genetisch bedingte Form. Bei dieser hat das Team in der Vergangenheit auch bereits eine Anti-Krebs-Wirkung von Spinat in Ratten nachweisen können. Nun sind die Forscher einen Schritt weitergegangen. Sie haben untersucht, ob das dunkle Blattgemüse auch bei Menschen mit einer genetisch veranlagten Form von Darmkrebs, auch Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP) genannt, gesundheitsförderlich wirkt.

Diese seltene Erbkrankheit führt dazu, dass viele, manchmal sogar hunderte gutartige Polypen vor allem im Bereich des Dickdarms auftreten. Die Gewebeneubildungen gehen von der Drüsenschleimhaut des Dickdarms aus. Betroffenen wird in der Regel der befallene Teil des Darms operativ entfernt. Häufig müssen sie anschließend sogenannte nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAID) einnehmen, um zu verhindern, dass neue Polypen nachwachsen. (Häufige Darmgeräusche: Wie viel Grummeln ist noch normal?)

Erstaunliche Studie: Spinat kann die Darmflora günstig beeinflussen

Für die Studie hat das Team um Dr. Roderick Dashwood Ratten mit Familiärer Adenomatösen Polyposis 26 Wochen lang gefriergetrockneten Spinat gefüttert. Um die Daten schließlich auszuwerten, hat das Forscher-Team eine neuartige und immer populärer werdende Methode namens „Multiomics“ angewendet. Dabei bezieht sich das Ende „omics“ darauf, dass bei der Analyse die Datensätze mehrere „Omen“ sind, dazu gehören auch etwa das Genom, Proteom, Transkriptom, Epigenom, Metabolom und Mikrobiom. Auf Anfrage der Fachzeitschrift „Medical News Today“ erklärt „Omics“-Experte Pieter Dorrestein, Ph.D. und Professor an der Skaggs School of Pharmacy and Pharmaceutical Sciences an der University of California, dass dieser Ansatz revolutionär sei.

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Schließlich habe jede Krebsart „ihr eigenes einzigartiges Mikrobiom“, so Dorrestein, und wenn man dieses entschlüsseln könne, helfe das bereits ungemein bei der Krebsdiagnostik. Darüber besteht auch die Hoffnung, dass man mithilfe der Erkenntnisse die Krebstherapie dahingehend günstig beeinflussen könne, wenn auch das Mikrobiom des Patienten mit behandelt wird. Das hat sich das Forscher-Team der TAMU zum Anlass genommen, sich in ihrer Studie dem Metabolom, welches alle charakteristischen Stoffwechsel-Eigenschaften einer Zelle bzw. eines Gewebes zusammenfasst, mithilfe von innovativen Massenspektrometern genauer zu untersuchen.

Erstaunliche Studie: Dunkles Blattgemüse zur Krebsprävention

Dabei haben die Wissenschaftler Überraschendes festgestellt: Nicht das Chlorophyll, also der Farbstoff, der dem Spinat seine grüne Farbe gibt, ist, wie anfangs vermutet, für die Anti-Krebs-Wirkung des Blattgemüses zuständig. Sondern darin enthaltene kurzkettige „Fettsäuren und Linolsäure-Derivate, die diese gesundheitsförderlichen Effekte auslösen“, sagt Studienleiter Dashwood.

Zwar sollen noch weitere Untersuchungen folgen, doch schon jetzt erklärt der Studienleiter auf die Frage, ob man anfangen solle, Spinat* zur Krebsprävention öfters zu verzehren: „Je früher, desto besser.“ Und: „Man sollte nicht warten, bis Polypen auftreten, um damit zu beginnen, solch vorsorgliche Maßnahmen zu ergreifen.“ Das heißt konkret: Mehr gesundes Obst und Gemüse essen und die Finger von Haushaltszucker lassen. Damit tut man seinem Körper schon viel Gutes.

Grundsätzlich hat also die Mutter und Großmutter früher schon recht gehabt, wenn die lieben Kleinen ihr (Blatt-)Gemüse auf dem Teller aufessen sollten. Denn schließlich hat bereits die bekannte Comic-Figur Popeye vorgemacht, dass Spinat groß, stark und fit macht. Die TAMU-Studie ist in der medizinischen Fachzeitschrift „Gut Microbes“ erschienen. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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