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Trash-TV: Studie sagt, zu viel lässt Hirne schrumpfen

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Von: Kristina Wagenlehner

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Zwei Frauen halten sich im Arm, schauen Fernsehen und lachen aus vollem Hals, während sie auf den TV zeigen. (Symbolbild)
Seichtes Fernsehen kann herrlich unterhaltsam sein, auf Dauer ist es allerdings schädlich. (Symbolbild) © Agefotostock/Imago

„Ich habe heute kein Foto für dich“ oder Promis, die Maden naschen. Die Definition von Trash-TV ist umstritten. Unumstritten ist: Es kann schaden.

Baltimore – Männer oder Frauen, die sich um eine Angebetete oder einen Angebetenen streiten, Promis, die sich im Dschungel mit Gemeinheiten übertreffen oder diverse Castingshows. Seichtes Fernsehen kann so schön unterhalten. Nach einem anstrengenden Arbeitstag doch eine gelungene Abwechslung für das Gehirn, oder? Bloß nicht zu anspruchsvoll sollte die Abendgestaltung sein, denken sich womöglich einige. Ohne den Trash-TV-Liebhaberinnen und Liebhabern den Spaß verderben zu wollen: Zu viel sollten Sie davon nicht gucken.

Studie zu Trash-TV: „Müllfernsehen“ hat viele Fans

Fernsehen hatte ja noch nie einen guten Ruf: Unvergessen sind die eckigen Augen vieler Kinder, die ihnen das Fernsehen doch bescheren sollte. Auch die Sprachentwicklung von Kindern steuert es. Trotz allem: Fernsehen mit seinen neuen und alten Formaten hat seinen festen Platz in unserem Feierabend.

Für das Thema Fernsehen und seine Auswirkung auf das menschliche Gehirn interessierte sich der amerikanische Forscher Dr. Ryan Dougherty von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore. Er widmete seine Forschung einem besonderen Fernsehgenre: dem Trash-TV. Kaum einer ist wirklich stolz darauf dieses „Müllfernsehen“ zu gucken, trotzdem tun es Millionen Deutsche allabendlich. Mit welchen Folgen?

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Studie zu Trash-TV: Das Gehirn schrumpfte

Dr. Ryan Dougherty untersuchte gemeinsam mit seinem Team, welche Auswirkungen intensiver Konsum von seichtem Fernsehen auf das Gehirn hat. Dafür analysierte er die Gehirne von 599 Menschen im mittleren Alter.

Das Ergebnis: Studienteilnehmer, die viel Trash-TV konsumierten, hatten weniger Graue Substanz als Vergleichspersonen. Graue Substanz befindet sich im Rückenmark und in Teilen des Gehirns:

Doch nicht nur das: Folgende Bereiche wurden im Gegensatz zu den Fernseh-Verweigerern ebenso kleiner: Der Frontallappen, der die Motorik steuert und die Area entorhinalis, die eine wichtige Rolle bei der Gedächtnisbildung spielt. Ihr Gehirn schrumpfte also wortwörtlich, wie stern.de schreibt. Zusätzlich hatten die Fernseher der Studie schlechtere Ergebnisse in den kognitiven Tests.

Studie zu Trash-TV: Wie viel ist zu viel?

Aber die Effekte treten doch bestimmt nur ein, wenn ganz viel geguckt wird, oder? Leider muss an dieser Stelle auch der letzte Grashalm der Trash-TV-Verfechterinnen und Verfechter gekappt werden. Denn laut der Studie hat bereits ein verhältnismäßig geringer Trash-TV-Konsum im Erwachsenenalter Folgen für das Gehirn. Denn die Studienteilnehmer schauten täglich „nur“ zwei bis drei Stunden TV und trotzdem waren Effekte erkennbar.

Im schlimmsten Fall kann das im Alter zu einer Demenzerkrankung wie Alzheimer führen. Selbst ein gesunder Lebensstil mit viel Sport und gesunder Ernährung könne laut Dougherty die negativen Folgen des „Glotzens“ nicht ausgleichen.

Und nun? Was bedeutet das für die Abendgestaltung? Dr. Ryan Dougherty schlägt Brettspiele als Alternative zum Fernsehen vor. Diese seien gut für das Gehirn, ebenso wie Singen und Musizieren und was natürlich dem Gehirn nie schadet, sind diese Lebensmittel*. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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