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Vibrationsplatte: Worauf Sie bei Training & Kauf achten sollten

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Von: Kristina Wagenlehner

Eine Frau trainiert auf einer Vibrationsplatte in einem Fitnessstudio. (Symbolbild)
Auf und mit der Vibrationsplatte trainieren, ist für bestimmte Personengruppen nicht geeignet. (Symbolbild) © Agefotostock/Imagp

Es rüttelt, schüttelt und vibriert – aber schmilzt damit der Bauchspeck? Worauf Sie beim Trainieren mit einer Vibrationsplatte achten sollten.

Köln – Nur wenige Minuten pro Tag und die Muskeln wachsen, verspricht das Training mit einer Vibrationsplatte. Wer sich nicht sofort ein eigenes Gerät anschaffen möchte, kann in die Platte mittlerweile in vielen Fitnessstudios ausprobieren. Doch sie bergen auch Risiken. Worauf Sie beim Training achten sollten.

Vibrationsplatte: Wie das Training funktioniert

Das Prinzip der Vibrationsplatte ist so einfach wie genial: Ein kleiner Motor versetzt die Platte in Schwingungen, die sich auf den Körper übertragen. Um die Vibrationen auszugleichen, müssen die Muskeln sich in hoher Geschwindigkeit an- und entspannen. Das führt zu Muskelaufbau nicht nur bei den oberflächlichen Muskeln. Das Training mit der Vibrationsplatte belastet auch die Tiefenmuskulatur, die den Körper stützt und stabilisiert. Und: Auch die Knochen erhalten durch das Training womöglich Impulse, neue Substanz aufzubauen und ist daher zur Prävention von Osteoporose gut geeignet.

Vibrationsplatte: Wer davon (nicht) profitieren kann

Für den ein oder anderen Sportmuffel klingt das ganz hervorragend. Einfach aufsteigen, ordentlich durchschütteln lassen und schon wachsen Muskelberge. Ganz so leicht ist es leider nicht. Ohne eigenes Zutun wird man auf der Vibrationsplatte nicht fit. „Nur wenn schon Muskulatur vorhanden ist, kann man diese auch trainieren“, sagt Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule (DSHS) in Köln. Wer hingegen in seiner Freizeit zum Beispiel joggt, für den oder die ist durchaus eine Leistungssteigerung drin. Wer jedoch kaum oder nie Sport gemacht hat und nur wenig Muskelmasse besitzt, sollte diese zuerst aufbauen, bevor es auf die Platte geht. Froböse erklärt: „Vibrationen sind erst einmal eine starke Belastung für den Körper.“ Sind die Muskeln nicht stark genug, um den Körper während der Vibrationen zu stabilisieren, kann es zu Schädigungen kommen.

„Auch Menschen mit Gelenkproblemen wie Arthrosen und vor allem Träger von Endoprothesen, also künstlichen Gelenken, sollten beispielsweise nicht auf der Vibrationsplatte trainieren“, sagt Froböse. Bei rheumatischen und neurologischen Erkrankungen, beispielsweise in Folge eines Schlaganfalls, rät er ebenfalls von der Platte ab. Im Zweifelsfall sollte man sich vorher ärztlich beraten lassen.

Vibrationsplatte: Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Wer sich eine Vibrationsplatte anschaffen möchte, sollte beim Kauf auf eine breite Standfläche achten, um die Übungen stabil ausführen zu können, empfiehlt Froböse. Etwas teurer aber auch stabiler sind Modelle mit Haltestange. Sie hilft, das Gleichgewicht zu halten. Idealerweise wippt die Platte dreidimensional in alle Richtungen des Raumes.

Auch auf die Schwingungsfrequenz des Geräts sollte geachtet werden: „Die verschiedenen Strukturen im Körper reagieren unterschiedlich auf Vibrationen.“ Knochen bräuchten also eher eine ruhigere, kräftigere Frequenz von acht bis zehn Hertz, zum Beispiel wenn man die Platte zur Osteoporose-Prävention einsetzen möchte. Wolle man hingegen die schnellen Muskelfasern aktivieren, müsse man mindestens in den Bereich von 25 bis 40 Hertz gehen können, sagt Froböse.

Carl Christopher Büttner vom Deutschen Verband für Physiotherapie rät, sich vor dem Kauf fachkundig beraten zu lassen, auch wenn man als Nutzer bereits Erfahrungen damit gesammelt hat, zum Beispiel in der Physiotherapie-Praxis: Oft stünden dort andere, hochwertigere Platten – „und die sind nicht unbedingt mit den Heimgeräten vergleichbar“, begründet Büttner.

Vibrationsplatte: Übungen und Tipps

Wer sich eine Vibrationsplatte gekauft hat sollt, den Nachbarn zuliebe, eine dämpfende Matte unterlegen. Oft ist diese bereits im Paket enthalten. Die Platte stabil und gerade aufstellen und schon kann das Training beginnen: Geübt wird meist im Stehen, für zehn bis 20 Minuten. Achten Sie dabei darauf, dass Knie- und Hüftgelenken leicht gebeugt sind. Die Muskulatur steht unter Spannung und der Körper kann gebeugt die Vibrationen besser ausgleichen. Eine der wichtigsten Übungen ist die Kniebeuge in allen Variationen. „Generell zielen Vibrationsplatten auf die unteren Extremitäten ab, also Beine, Gesäßmuskulatur und untere Rückenmuskulatur“, erklärt Sportwissenschaftler Froböse. Wer auch den oberen Körper trainieren möchte, findet im Internet zahlreiche Übungen. Zum Beispiel:

Hier ist aber Vorsicht angebracht, warnt Froböse: „Wenn ich da kein ausreichendes Muskelkorsett an den Schultern und im oberen Rücken habe, um die Vibrationen abzufedern, dann kann es passieren, dass sich die Vibrationen zu weit im Körper bis zu den inneren Organen oder sogar zum Sehnerv ausbreiten und zu Irritationen führen.“ (Mit Material der dpa)

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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