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Übergewicht bei Kindern senken: Fernsehverbot soll helfen

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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In Deutschland ist etwa jedes sechste Kind übergewichtig oder sogar fettleibig bzw. adipös. Die Politik möchte nun mit einem Verbot dagegen vorgehen.

Berlin – Die Tendenz der übergewichtigen Kinder in Deutschland steigt. Unter den elf bis 13-Jährigen ist es heutzutage sogar jedes fünfte Kind, das etwas oder stark übergewichtig ist. „Kinder sind tagtäglich den Verlockungen für ungesunde Lebensmittel ausgesetzt. Das begünstigt ungesunde Ernährungsmuster im Kindesalter und kann sich ein Leben lang negativ auf die Gesundheit auswirken“, erklärt Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes.

Übergewicht bei Kindern senken: Auf dieses Verbot setzen deutsche Politiker

Ein Junge und ein Mädchen, die Kekse an einem Tisch in einem Garten essen. (Symbolbild)
Seit Corona ist der Anteil an übergewichtigen Kindern massiv gestiegen. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Untersuchungen belegen, dass der Anteil an übergewichtigen Kindern und Jugendlichen seit der Corona-Pandemie stark zugenommen hat. Allein in der Region Hannover ist laut Studie innerhalb eines Jahres die Zahl der übergewichtigen Kinder um über 40 Prozent gestiegen.

Eine umfassende Studie der Universität Leipzig macht diese besorgniserregende Entwicklung ebenfalls deutlich: In den ersten Monaten der Covid-Pandemie ist in Mitteldeutschland das Körpergewicht der untersuchten Kinder 30 Mal so schnell gestiegen wie in den Jahren zuvor.

Übergewichtige Kinder: Deutsche Politik plant ein Verbot von Werbung

Der AOK-Bundesverband, die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und das Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) fordern nun zum Schutz von Kindern und Jugendlichen umfassende Werbebeschränkungen für ungesunde Lebensmittel. Die Interessensgemeinschaft spricht sich in einem veröffentlichten, gemeinsamen Positionspapier dafür aus, dass betreffende Fernseh- und Radiowerbung zwischen sechs und 23 Uhr verboten werden sollen.

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Werbung für ungesunde Lebensmittel durch Influencer solle im besten Fall gar nicht mehr für Kinder und Jugendliche zugänglich sein. Plakatwerbung dürfte lediglich mit einer 100-Meter-Bannmeile im Umkreis von Kitas, Schulen und Spielplätzen gezeigt werden.

Übergewicht senken: Werbeverbot für Kinder- und Familiensendungen zwischen sechs und 23 Uhr

Untersuchungen zur Mediennutzung von drei- bis 13-Jährigen belegten, dass Kinder- und Jugendliche insbesondere in dieser Zeitspanne – zwischen sechs und 23 Uhr – Medien konsumieren würden. Je älter die Kinder wären, desto weniger relevant würden allerdings klassische Kindersendungen, daher müsse das Werbeverbot auch bei Medienformaten für Familien greifen, heißt es weiter. SPD, Grüne und FDP hatten sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, Werbung für Lebensmittel mit einem hohen Zucker-, Fett- und Salzgehalt einzuschränken, um Kinder zu schützen. In Anbetracht der erschreckenden Zahlen plant die Ampelkoalition nun, das Werbeverbot umzusetzen.

Zum Schutz der Kinder: TV-Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel

Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte BVKJ begrüßt diese Entscheidung, an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Lebensmittel endlich zu unterbinden. „Schon vor Beginn der Corona-Pandemie war jedes siebte Kind in Deutschland übergewichtig. Seit etwa zwei Jahren beobachten wir in den Praxen einen deutlichen Anstieg des Körpergewichts bei Kindern. Die Adipositas-Epidemie ist geradezu eskaliert! Werbeverbote und die Förderung einer gesunden Ernährung sind daher wichtiger denn je.“, so Dr. Thomas Fischbach, Präsident des BVKJ.

Gesunde Lebensmittel, welche die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfüllen, sollen von den Verboten ausgenommen sein.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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