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Schutz vor Übergriffen: Telefondienst begleitet Personen nachts auf dem Heimweg

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Von: Judith Braun

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Nachts alleine unterwegs: Für viele Menschen eine Situation, die unheimlich sein kann. Das „Heimweg Telefon“ begleitet Sie auf Ihrem Weg im Dunkeln.

Dresden – Ein geselliger Abend bei Freunden oder ein Club-Besuch kann schon mal bis in die späte Nacht hinein dauern. Wer dann keine Übernachtungsmöglichkeit hat, muss den Heimweg im Dunkeln oftmals alleine angehen. Viele Menschen haben dabei jedoch ein mulmiges Gefühl und fühlen sich unwohl. Kein Wunder, schließlich kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Personen, die nachts alleine unterwegs sind.

Zwei Freundinnen aus Berlin gründeten deshalb nach einem Urlaub in Schweden das „Heimweg Telefon“: Ein Telefondienst aus ehrenamtlichen Mitarbeitern, die einen auf dem Weg nach Hause telefonisch begleiten.

Übergriffe in der Nacht: Telefonische Begleitung hilft auf dem Weg nach Hause

Eine Frau geht draußen durch einen dunklen Gang. (Symbolbild)
Viele Menschen haben Angst, nachts alleine nach Hause zu gehen. Das „Heimweg Telefon“ bietet telefonische Begleitung an. (Symbolbild) © Erwin Wodicka via www.imago-images.de

In Stockholm gibt es dieses Konzept schon länger und wird dort von der Polizei betreut. Seit 2011 haben nun auch Nachtschwärmer in Deutschland die Möglichkeit, auf die Unterstützung der Telefonisten zurückzugreifen. Denn nicht jeder möchte selbstverständlich mitten in der Nacht seine Liebsten aus dem Bett klingeln oder mit einem Pefferspray durch die Straßen laufen.

Heimweg Telefon: Wie funktioniert es?

Das Konzept ist ganz einfach: Unter der Telefonnummer 030/12074182 sind ehrenamtliche Mitarbeiter von Sonntag bis Donnerstag von 20 Uhr bis 24 Uhr erreichbar. Am Freitag und Samstag kann man von 20 Uhr bis 3 Uhr nachts anrufen. Der Telefonist oder die Telefonistin am anderen Ende der Leitung begleitet Personen dann telefonisch auf ihrem gesamten Weg nach Hause, bis man sein Ziel sicher erreicht hat.

Zunächst fragen die Mitarbeiter den Standort sowie das Ziel ab. Während des Heimwegs findet dann ein Gespräch am Telefon statt, bei dem die telefonischen Begleiter immer wieder eine Standortabfrage machen. Diese dient dazu, im Falle eines Übergriffs direkt die Polizei verständigen zu können. Das Telefonat kann beendet werden, sobald man sicher zu Hause angekommen ist. Sollte es bereits in einer Bar oder in einem Club zu einem Übergriff kommen, können Frauen an die Bar gehen und sich mit dem Code „Ist Luisa hier?“ Hilfe holen. Für Frauen kann es jedoch auch innerhalb der Familie zu großen Gefahren kommen: Laut einem Bericht der Vereinten Nationen (UN) wird alle elf Minuten eine Frau innerhalb ihrer Familie getötet.

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Telefonbegleitung soll Sicherheit vermitteln

Das „Heimweg Telefon“ soll vor allem Sicherheit vermitteln, um sich besser vor möglichen Übergriffen schützen zu können. Viele Menschen nutzen bereits den Telefonservice. Jede Nacht erhält das „Heimweg Telefon“ zwischen 20 und 30 Anrufe, pro Woche melden sich ungefähr 200 bis 220 Anrufer. Das Verhältnis von Frauen zu Männer liegt bei rund 70 zu 30, wie Cornelia Vogt, Vorsitzende des Vereins, gegenüber dem Radiosender „MDR Jump“ verriet. Während der Corona-Pandemie stieg auch die Anzahl der Anrufe bei der Telefonseelsorge.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Anrufer verspüren Angst vor Gefahr im Dunkeln

Alle Anrufer vereine außerdem die Angst davor, dass im Dunkeln die Gefahr lauern könnte, so Vogt. Diese Angst können die Telefonisten nehmen, indem sie bei den Telefonaten über alltägliche Dinge sprechen. Telefondienste oder die Telefonseelsorge kann übrigens auch bei anderen Problemen und Ängsten wie zum Beispiel der Angst vor Krieg helfen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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