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Schädlicher Zuckerkonsums: Schon moderate Mengen stören den Fettstoffwechsel

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Von: Laura Knops

Viele Menschen essen viel zu viel Zucker. Dabei können schon moderate Mengen der süßen Kalorienbombe zur Entstehung von Erkrankungen wie Diabetes oder einer Fettleber führen. Ab welcher Menge Zucker gesundheitsschädlich ist, haben Forscher der Universität Zürich untersucht.

Zürich – Wer zu viel Zucker zu sich nimmt, lebt ungesund. Denn Lebensmittel mit zugesetztem Zucker sind meist nicht nur sehr kalorienreich und fördern die Entstehung von Übergewicht. Auch zahlreiche Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen im Zusammenhang mit einem hohen Zuckerkonsum. Doch wie viel Zucker ist noch gesund und ab welcher Menge ist die süße Kalorienbombe schädlich?

Folgen des Zuckerkonsums: Schon moderate Mengen stören Fettstoffwechsel

Der Frage, ab wann und insbesondere welcher Zucker sich negativ auf die Gesundheit auswirkt, sind nun Forscher der Universität Zürich nachgegangen. Im Rahmen der Pilotstudie nahm ein Teil der insgesamt 94 jungen und gesunden Männer täglich sieben Wochen lang ein mit verschiedenen Zuckerarten gesüßtes Getränk zu sich. Die spezielle Limonade enthielt etwa 80 Gramm Fruchtzucker, Traubenzucker oder Haushaltszucker (Saccharose) - das entspricht rund 0,8 Liter einer herkömmlichen Limonade.

In der Kontrollgruppe wurde dagegen komplett auf Zucker bei gleicher Kalorienmenge verzichtet. Mithilfe sogenannter Isotopenmarker und Blutproben konnten die Wissenschaftler um Bettina Geidl-Flueck dann den Effekt der süßen Getränke auf den Fettstoffwechsel prüfen.

Folgen des Zuckerkonsums: Frucht- und Haushaltszucker verdoppeln Fettproduktion

Die Ergebnisse zeigen: Bei gleicher Kalorienaufnahme stieg die Fettproduktion in der Leber bei den Probanden, die tägliche Zucker zu sich nahmen, signifikant an. Doch nicht nur die Zuckermenge, auch die Art des Zuckers scheint dabei eine entscheidende Rolle zu spielen. Schon geringe Mengen Zucker führen demnach dazu, dass sich der Leberstoffwechsel umstellt und mehr Fettsäuren produziert.

„Die körpereigene Fettproduktion in der Leber war in der Fruchtzucker-Gruppe doppelt so hoch wie in der Traubenzucker-Gruppe oder der Kontrollgruppe – und dies mehr als zwölf Stunden nach der letzten Mahlzeit bzw. dem letzten Zuckerkonsum“, erklärt Studienleiter Philipp Gerber von der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung gegenüber dem Magazin Scinexx. Nahmen die Teilnehmer reine Glucose zu sich, schien das den Fettstoffwechsel dagegen kaum zu beeinflussen.

Folgen des Zuckerkonsums: Zuckerarten entscheidend

Bereits in früheren Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass hohe Zuckermengen schlecht für die Gesundheit sind. Neu ist, dass bereits moderate Mengen Zucker zu Veränderungen des Stoffwechsels führen. „Schon 80 Gramm Zucker täglich kurbeln die Fettproduktion in der Leber an. Und die Überaktivität hält längere Zeit an, selbst wenn kein Zucker mehr zugeführt wird“, sagt Philipp Gerber.

Überraschend ist zudem, dass der am häufigsten konsumierte gewöhnliche Haushaltszucker den Fettstoffwechsel sogar noch etwas stärker anzukurbeln scheint, als dieselbe Menge reiner Fruchtzucker. Warum genau diese Kombination den Körper stärker beeinflusst, ist momentan noch unklar. Bisher stand jedoch vor allem Fruchtzucker im Verdacht, entsprechende Veränderungen hervorzurufen.

Folgen des Zuckerkonsums: Zucker erhöht Risiko für Zivilisationskrankheiten

Den Wissenschaftlern der Universität Zürich zufolge könnte der Effekt möglicherweise auf ein Zusammenspiel der beiden Zuckermoleküle, die sich in der Sacharose befinden, zurückzuführen sein. Demnach könnte der Fruchtzucker zunächst ein Signal abgeben, welches dazu führt, dass mehr Glucose von der Leber in Fett umgewandelt wird - mit schwerwiegenden Folgen.

Denn ist die Fettproduktion in der Leber dauerhaft erhöht, kann das zur Entstehung von Krankheiten wie Typ-2-Diabetes oder einer nicht alkoholischen Fettleber führen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt daher, den täglichen Zuckerkonsum auf maximal 50 Gramm besser noch auf 25 Gramm zu reduzieren. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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