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„Waldbaden“: Das kann die kurze Wellness-Auszeit für Körper, Geist und Seele tun

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Von: Jasmin Pospiech

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Spazierengehen, Joggen oder auf einer Bank sitzen: Im Wald laden viele ihre Batterien wieder nach einer stressigen Arbeitswoche auf. Doch der Hype ist nicht neu.

Tokio – Raus ins Grüne, in die Natur und einfach mal den Trubel der Stadt hinter sich lassen: Das wünschen sich viele Städter, wenn sie in die Berge oder in den Wald fahren. Alleine, zu zweit oder gemeinsam mit der Familie wollen sie sich in der Stille der Natur vom Stress der Arbeitswoche erholen. Immer mehr Menschen zieht es ins Grüne: Während die einen wandern oder spazieren gehen, wollen andere einfach nur etwas Sonne tanken und die Ruhe genießen. Daher stammt auch der neue Mega-Trend: das sogenannte „Waldbaden“.

„Waldbaden“: Das kann die kurze Wellness-Auszeit für Körper, Geist und Seele tun

Dabei werden dem Wald heilende Kräfte zugesprochen, der Begriff selbst stammt aus dem Japanischen für „Shinrin-Yoku“ (auf Deutsch etwa: „Baden im Wald“). Diesen hat das dortige Forstministerium bereits im Jahr 1982 geprägt und wird in Japan als wichtiger Bestandteil eines gesunden Lebensstils – neben Bewegung und Ernährung – angepriesen. Es geht darum, in die Welt des Waldes einzutauchen und die Stille und Unberührtheit dort mit allen Sinnen zu erleben.

Eine junge Frau lehnt an einem Baum mit geschlossenen Augen. (Symbolbild)
„Waldbaden“ wirkt sich positiv auf Körper und Psyche aus, haben sogar Studien ergeben. (Symbolbild) © Shotshop/Imago

Ausflüge ins Grüne sind allerdings auch hierzulande nichts Neues. Seit jeher suchen Menschen in der Abgeschiedenheit des Waldes nach einer Auszeit für Körper, Geist und Seele und manchmal sogar Antworten auf wichtige Lebens- und Sinnfragen. Doch japanische Forscher der Nippon Medical School in Tokio haben herausgefunden, dass wirklich etwas hinter dem „Waldbaden“ steckt, wie der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) berichtet.

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„Waldbaden“: Japanische Forscher finden verblüffende Effekte auf Körper und Geist

In einer früheren Studie soll der Wissenschaftler Quing Li hunderte Probanden jeweils zur Hälfte entweder in den Wald oder in die Stadt geschickt haben. Mit dem überraschenden Ergebnis: Die Waldgruppe wies bei einer anschließenden Blutentnahme eine viel höhere Konzentration an dem Hormon DHEA auf als die Stadtgruppe. DHEA ist ein Steroidhormon im Körper und unter anderem dafür zuständig, dass die Herz-Kreislauf-Funktionen aufrechterhalten werden und damit Herzerkrankungen* vorgebeugt werden.

Ein Aufenthalt im Wald hingegen hat also positive Folgen auf unseren Körper und Geist. Demnach verbessert ein Waldbad nicht nur Atmung, Puls und Blutdruck, sondern kann sogar bei Burnout oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen helfen. In Japan wird daher seit Jahren schon Betroffenen eine „Waldtherapie“ verordnet. Darüber hinaus kann ein Spaziergang an der frischen Luft auch das Immunsystem stärken. Schließlich haben die Forscher in einer anderen Studie zwölf Probanden einen ganzen Tag lang in den Wald geschickt.

„Waldbaden“ kann auf vielfältige Weise das Immunsystem stärken

Auch deren Blutanalyse ergab schließlich verblüffendes: Der Gehalt der natürlichen Killerzellen soll um fast 40 Prozent gestiegen sein! Deren Funktion im Körper ist, Viren und Erreger abzutöten und sogar Krebszellen zu zerstören. Forscher Quing Li glaubt zudem, dass unter anderem die ätherischen Öle, die die Bäume im Wald aussondern, beim Einatmen eine antibakterielle Wirkung auf unsere Atemwege haben.

Wer also seine Wochenenden im Wald oder in der Natur verbringt, beugt also nicht nur Krankheiten vor, sondern tut seinem Körper und seiner Psyche viel Gutes. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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