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„Kneippen“: So bleiben Sie mit kalten Güssen gesund – und schlafen besser

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Von: Jasmin Farah

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Eine Frau kneippt mit nackten Füßen n einem Waldbach. (Symbolbild)
Fürs Kneippen braucht es viel Überwindung, stärkt aber die Abwehrkräfte. (Symbolbild) © Jochen Tack/Imago

Die Wassertherapie nach Kneipp ist eine altbewährte Kur, um das Immunsystem zu stärken. Doch was viele nicht wissen: Sie verbessert auch den Schlaf.

München – Viele kennen es, die meisten haben es zumindest schon mal gehört: die „Kneipp-Kur“. Dabei handelt es sich um eine alternative Behandlungsmethode, die verschiedene Therapien wie Wasseranwendungen, Heilpflanzen, Bewegungs- und Ernährungs- sowie Lebensstil-Empfehlungen miteinander kombiniert. Die bekannteste Therapieform ist die Kaltwassertherapie, darunter das sogenannte „Wassertreten“ nach Kneipp.

„Wassertreten“ für die Immunabwehr: So bleiben Sie mit kalten Güssen gesund

Sebastian Anton Kneipp († 1897) war ein deutscher römisch-katholischer Priester, der auch als Hydrotherapeut und Naturheilkundler tätig gewesen und bekannt geworden ist. Er hat die Kaltwassertherapie vor etwa 130 Jahren erfunden. 

Dabei wird der Körper bewusst sehr kaltem Wasser ausgesetzt, oftmals sind es nur die einzelnen Extremitäten wie Arme oder Füße, um infolgedessen das Immunsystem zu stärken. Schließlich soll dadurch das Kälteempfinden des Körpers bzw. der Haut trainiert, der Kreislauf stabilisiert und sogar der Stoffwechsel aktiviert werden. Mit der Folge, dass unser Körper widerstandsfähiger gegen die Kälte wird, aber auch gegen Erreger und Viren aus der Luft.

Um die Vorzüge der Kaltwassertherapie zu genießen, reicht es meist schon aus, an einzelnen Körperstellen regelmäßig kalte Güsse (mit einer Temperatur von 16 bis 17 Grad Celsius) anzuwenden, auch kurz „Kneippen“ genannt. Denn laut Kneipp sei das sehr kalte Wasser ein Allheilmittel, das nicht nur gegen allerlei Beschwerden wie Gelenkerkrankungen helfen, sondern auch die Durchblutung und den Kreislauf anregen soll.

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„Wassertreten“ für die Immunabwehr: So gehen Sie richtig vor

„Wassertreten“ lässt sich in speziellen Wassertretanlagen, aber auch in einem Bach oder Fluss oder tatsächlich sogar in der heimischen Badewanne, in die Sie Wasser einlaufen lassen, ausüben. So gehen Sie beim „Wassertreten“ vor:

Wer dafür aber weder Zeit noch Muße hat, aber morgens schwer aus dem Bett kommt, kann es auch mit dem „Kneippschen Espresso“ versuchen. Hierbei haben Sie zwei Möglichkeiten: Bei der ersten können Sie einen kalten Wasserstrahl gleichmäßig über das Gesicht laufen lassen. Beginnen Sie von rechts über die Stirn nach links und wiederholen sie das dreimal. Das macht nicht nur schnell wach*, sondern auch fit gegen Infekte.

„Wassertreten“ für die Immunabwehr: Kneippen kann sogar Schlaf fördern

Wer ein wenig mehr Zeit hat, kann auch ein kaltes Armbad nehmen. Hierzu lassen Sie Wasser ins Waschbecken ein. Dann atmen Sie kurz aus und tauchen erst den rechten, dann den linken Arm bis zur Mitte der Oberarme ein. Bewegen Sie sie im Kreis und ziehen Sie sie wieder aus dem Wasser. Infolgedessen wird die Durchblutung von Herz und Lunge gefördert. Das liegt daran, dass nach dem Kälteschock die Muskeln Wärme produzieren, die Gefäße werden weiter und das Blut schießt schneller durch die Adern. Das trainiert am Ende das Immunsystem – und kann sogar den Schlaf verbessern.

Laut einer neueren Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sollen Kneipp-Güsse gegen Schlafstörungen helfen. Schließlich ist bekannt, dass man bei einer kühleren Umgebungstemperatur besser schlafen kann. Doch auch Güsse mit kaltem Wasser reduzieren die Körpertemperatur und das wiederum hilft schließlich beim Einschlafen. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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