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Mundgesundheit: 7 Mythen und Irrtümer über unsere Zähne

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Von: Jasmina Deshmeh

Um die Zähne ranken sich so einige Märchen. Welchen Sie besser keinen Glauben schenken sollten, lesen Sie hier.

Berlin – Irrtümer über Zahn- und Mundgesundheit gibt es viele. Während einige amüsant sind, können andere den Zähnen ernsthaft schaden. Wir haben sieben häufigen Mythen auf den Zahn gefühlt.

1. Zahn- und Mundgesundheit: Einen Apfel essen, wirkt wie Zähne putzen

Äpfel sind gesund und enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe. Tatsächlich kann ihre Fruchtsäure auch den Zahnbelag oberflächlich etwas reduzieren. Das Zähneputzen ersetzen sie deshalb aber noch lange nicht. Im Gegenteil: Im Apfel steckt auch Fruchtzucker, der von Bakterien zu Säure umgewandelt wird und den Zahnschmelz angreift. Deshalb ist Zähneputzen nach dem Obstessen sogar besonders wichtig. Allerdings sollte man damit mindestens eine halbe Stunde warten, um den Zahnschmelz nicht zu schädigen.

2. Zahn- und Mundgesundheit: Rauchen verfärbt die Zähne nur oberflächlich

Dass Rauchen die Zähne verfärbt, ist bekannt. Grund dafür sind die in Zigaretten enthalten Schadstoffe, wie etwa Blausäure, Ammoniak und Kohlenmonoxid. Dass es sich dabei nur um oberflächlichen Belag handelt, der sich mit Zahnbürste, Weißmacher-Zahnpasta und Zahnpflegekaugummi leicht entfernen lässt, ist ein Mythos. Denn Rauchen kann auch zu tief sitzenden Verfärbungen führen. Außerdem steigt durchs Rauchen das Risiko für unschöne Belege und Pigmentierungen des Zahnfleisches sowie verschiedene Krebsarten im Mundraum, warnt die Bundeszahnärztekammer. Auch die Schmerzempfindlichkeit der Zähne nimmt zu. Durch ein erhöhtes Parodontitis-Risiko steigt außerdem die Gefahr von Zahnausfall. Ein Rauchstopp lohnt sich also jederzeit.

3. Zahn- und Mundgesundheit: Parodontitis schadet nur den Zähnen

Stimmt nicht. Parodontitis ist zwar eine durch bakteriellen Zahnbelag ausgelöste Entzündung des Zahnfleisches, bei der es zu einer Zerstörung des Zahnhalteapparates und damit zu Zahnverlust kommen kann. Die Entzündung muss aber nicht auf den Mundraum beschränkt bleiben. In einigen Fällen kann sich die Infektion auch ausbreiten und zu schweren Verläufen mit Fieber, einem bakteriellen Befall der Herzklappen oder Endoprothesen führen. Sogar das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall scheint dann erhöht.

4. Zahn- und Mundgesundheit: Die Zahnbürste muss gewechselt werden, wenn die Borsten abstehen

Das stimmt nicht unbedingt: Alle drei Monate sollte die Zahnbürste spätestens gewechselt werden, auch wenn die Borsten noch in einem guten Zustand sind. Eine Studie der Uni Göttingen zeigt, dass es sonst durch angesiedelte Keime zu Zahnfleischentzündungen kommen kann. Auch nach einem grippalen Infekt oder nach Erkrankungen des Mundraums muss eine neue Zahnbürste her, egal wie lange die alte in Gebrauch war.

5. Zahn- und Mundgesundheit: Starkes Schrubben reinigt die Zähne besser

Viel hilft viel? Ist in diesem Fall falsch, denn wer zu stark schrubbt, kann seinen Zähnen sogar schaden: Durch den starken Druck kann das Zahnfleisch schwinden, die Zahnhälse liegen frei und werden anfälliger für Karies. Ein Indikator für zu viel Druck ist die Zahnbürste: Sieht sie bereits nach wenigen Tagen aus wie ein lange verwendeter Schrubber, ist zu viel Kraft im Spiel.

Auch wichtig: Nie horizontal schrubben, sondern die Zahnbürste mit sanftem Druck in kreisenden Bewegungen über die Zahnoberfläche führen. Vor dem Zähneputzen Zahnseide nutzen!

6. Zahn- und Mundgesundheit: Jeder Schwangerschaft kostet einen Zahn

Im Volksmund heißt es: jedes Kind kostet die Mutter einen Zahn. Das muss natürlich nicht so sein, ganz verkehrt ist diese Aussage aber auch nicht. Denn tatsächlich kann die Schwangerschaft Auswirkungen auf die Zahngesundheit haben, wie eine internationale Studie zeigt. Für die Untersuchung werteten ForscherInnen Datensätze von 34.000 Personen aus 14 europäischen Ländern und Israel aus. Das Ergebnis: Tatsächlich steigt das Risiko für Zahnverlust mit jedem Kind. Kritisch wurde es offenbar aber erst ab dem dritten Kind.

In jedem Fall sollten Schwangere die Zahn- und Mundgesundheit ernst nehmen, da sie hormonell bedingt ein größeres Risiko für Zahnfleischentzündungen haben, warnt der Berufsverband der Frauenärzte. Dazu die Zähne am besten dreimal täglich mit einer weichen Bürste putzen und regelmäßig vom Zahnarzt kontrollieren lassen.

7. Zahn- und Mundgesundheit: Bei Karies muss gebohrt werden

Bei Karies denken viele sofort an den Bohrer. Dabei gibt es auch andere Methoden: Die Behandlung ist davon abhängig, wie weit die Karies schon fortgeschritten ist. Bei beginnender Karies kann es auch ausreichen, die Zähne regelmäßig und gründlich mit fluoridhaltiger Zahnpasta zu putzen und Zahnseide zu benutzen, informiert die Stiftung Gesundheitswesen. Auch die Zahnoberfläche zu versiegeln oder ein flouridhaltiges Gel aufzutragen, ist eine Möglichkeit, um beginnende Karies aufzuhalten. Ist die Karies allerdings schon fortgeschritten und neben dem Zahnschmelz auch das Zahnbein betroffen, wird der Zahnarzt in den meisten Fällen tatsächlich zum Bohrer greifen.

Zahn- und Mundgesundheit: Tipps für gesunde Zähne

Wer folgende Tipps beherzigt, hat gute Chancen, sich lange über gesunde Zähne freuen zu können:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteur:innen leider nicht beantwortet werden.

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