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Zahngesundheit beim Kind: Wie viel Fluor ist nötig?

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Von: Christine Pander

Ein asiatischer Junge strahlt und putzt dabei die Zähne mit einer Handzahnbürste (Symbolbild).

Zähne putzen ist auch für kleine Kinder Pflicht (Symbolbild) © Sorapop/imago

Fluorid ist ein wichtiger Baustein zum Kariesschutz. Das ist nicht neu. Doch die Empfehlungen waren bisher nicht immer einheitlich, die Eltern blieben oft ratlos zurück. Das soll sich nun ändern.

Bonn – Für gesunde Kinderzähne und zur Vorbeugung von Karies empfehlen KinderärztInnen, Hebammen, ErnährungsexpertInnen sowie ZahnärztInnen von Geburt an die Gabe von Fluorid. Eine einheitliche Empfehlung mit weiteren Dosierungsratschlägen für die ersten Lebensjahre hat nun das Netzwerk Gesund ins Leben vorgestellt.

Zahngesundheit beim Kind: Mit Kinderarzt Rücksprache halten

Zunächst sollte das Fluorid demnach in Kombination mit Vitamin D in Tablettenform verabreicht werden. Ab dem Durchbruch des ersten Zahns haben Eltern dann die Wahl: Entweder geben sie weiter die kombinierte Tablette und putzen die Zähne ohne Zahnpasta oder mit einer geringen Menge Fluorid-freier Paste. Oder sie geben ihrem Kind eine Tablette nur mit Vitamin D und putzen die Zähne bis zu zweimal täglich mit einer reiskorngroßen Menge Zahnpasta mit 1000 ppm Fluorid.

Diese Entscheidung können Sie etwa mit ihrer Kinderärztin oder ihrem Kinderarzt im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung wie zum Beispiel der U5, die in der Regel um den sechsten Lebensmonat herum ansteht, besprechen. Ab dem ersten Geburtstag lautet die Empfehlung: Zweimal täglich mit einer Fluorid-haltigen Zahnpasta (1000 ppm) putzen und dabei genau auf die Dosierung achten. Reiskorngroß sollte die Menge weiterhin sein, was im Übrigen gar nicht so viel ist.

Zahngesundheit beim Kind: Dosierung von Fluor ist wichtig

Der Grund für die penible Dosierung: In diesem Alter können die Kinder die Zahnpasta noch nicht ausspucken. Sie laufen also Gefahr, zu viel Fluorid aufzunehmen, wenn man dauerhaft größere Mengen Zahnpasta als angeraten auf die Bürste drückt.

Zum zweiten Geburtstag ändert sich die empfohlene Menge von Reiskorn hin zur Erbsengröße. Diese Dosierungsempfehlung gilt dann bis zum sechsten Geburtstag. Kinder ab einem Lebensalter von zwei Jahren sollte zudem üben, selbst mit der Zahnbürste die Zähne zu säubern. Die Eltern sind damit nicht aus der Pflicht: Es ist wichtig, dass dennoch kontrolliert wird, ob die Kleinen ordentlich geputzt haben und je nach Alter eventuell zusätzlich mit Zahnseide die Zahnzwischenräume säubern.

Diese Tipps zum Zähneputzen sollten Eltern beachten:

An der Entwicklung der einheitlichen Empfehlungen unter Koordination des Netzwerks Gesund ins Leben waren unter anderem VertreterInnen der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sowie des Bundesinstituts für Risikobewertung beteiligt.

Die aktuelle Empfehlung soll dafür sorgen, dass sich die Beratungen der einzelnen Fachkräfte ergänzen und junge Familien einheitliche Auskünfte erhalten. Dieser neue „Beratungsstandard“ wurde in der Monatsschrift Kinderheilkunde veröffentlicht. (Mit Material von dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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