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Überraschende Studie: So schädlich sind Zigaretten wirklich

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Von: Jasmin Farah

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Dass Rauchen ungesund ist, weiß jedes Kind. Nun haben niederländische Forscher herausgefunden, dass noch mehr Schadstoffe enthalten sind, als bisher vermutet.

Bilthoven (Niederlande) – Rauchen ist neben zu wenig Bewegung und ungesunder Ernährung ein wesentlicher Risikofaktor für schwere Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen oder Krebs. Mit diversen Kampagnen und Rauchverboten in der Gastronomie und Veranstaltungsstätten versucht die Bundesregierung seit Jahren, Zigaretten hierzulande unattraktiver zu machen. Mit Erfolg.

Wie das Bundesgesundheitsministerium berichtet, soll bei den Jugendlichen ein deutlicher Rückgang in der Raucherquote zu beobachten sein. Was früher als cool galt, ist heute als ungesund und schädlich verpönt. Eine neue Studie befeuert das weiter.

Überraschende Studie: So schädlich sind Zigaretten wirklich

Denn laut Forschern aus den Niederlanden sind Zigaretten sogar noch ungesünder, als bisher vermutet. Die Wissenschaftler des National Institute for Public Health and the Environment (RIVM) haben herausgefunden, dass sich manche Hersteller eines Schlupflochs in den EU-Vorschriften bedienen.

Zu dem Ergebnis sind sie gekommen, als sie die Messmethode geändert haben, mit der die Europäische Union üblicherweise Schadstoffmengen an Tee, Nikotin und Kohlenmonoxid im Zigarettenrauch bestimmt. Diese werden normalerweise nach der ISO-Methode geprüft, also der Internationalen Organisation für Normung.

Eine Frau raucht eine Zigarette, ihr Gesicht verschwindet hinter Rauchschwaden (Symbolbild).
Rauchen schadet auf Dauer den Atemwegen. Sogar mehr als gedacht? (Symbolbild) © Insadoc/Imago

Zigarettenfilter besitzen oft winzig kleine Löcher, die die Mischung des Rauchs mit Luft ermöglichen. Zwar berücksichtige die ISO-Methode das und belässt die Löcher bei der Schadstoffmessung offen, doch Raucher drücken meist den Filter zusammen, wenn sie eine Zigarette halten. Dadurch werden die Belüftungslöcher geschlossen. Mit der Folge, dass viel mehr Schadstoffe in die Lunge gelangen.

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Überraschende Studie: Zigarettenrauch enthält mehr Schadstoffe als gedacht?

Deshalb haben die niederländischen Forscher für ihre Untersuchung nun die sogenannte „Canadian Intense-Methode“ (CI-Methode) angewandt. Dabei werden die Löcher in den Filtern verschlossen und dann die Menge an Teer, Nikotin und Kohlenmonoxid gemessen. Dazu haben sie 100 Zigarettenmarken analysiert und sie dann mit den Werten verglichen, die Hersteller und Importeure nach ISO-Norm angeben.

Das erschreckende Ergebnis: Die gemessene Menge an Teer im Zigarettenrauch soll mit der CI-Methode zwei bis 26 Mal höher gewesen sein als mit der ISO-Methode. Auch die Nikotinmenge liegt bedeutend höher – und zwar zwei bis 17 Mal höher. Der Kohlenmonoxidwert hingegen überschreitet den durch die ISO-Methode gemessenen um das zwei bis 20-fache. Demnach sollen alle Zigarettenmarken, bis auf eine, die gesetzlich erlaubten Schadstoffmengen überschritten haben, so die Forscher.

Das Pikante daran: „Der für die Messmethode zuständige Ausschuss wird maßgeblich von der Tabakindustrie beeinflusst“, schreiben die Forscher. Daher fordern sie nun abschließend eine unabhängige Methode für die Messung der Schadstoffe im Zigarettenrauch. *bw24.de und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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