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Digital Detox: Den richtigen Umgang mit dem Smartphone finden

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Von: Jasmina Deshmeh

Das Handy ist ein stetiger Begleiter. Das hat sowohl Vor- als auch viele Nachteile. Warum Offline-Zeiten so wichtig sind und wie sie gelingen, erklären wir hier. 

Berlin – Homeoffice, Homeschooling und Online-Streaming: In der Corona-Zeit sind wir mehr online denn je. Auf Dauer können diese permanenten Eindrücke Stress bedeuten. Regelmäßige Pausen sind deshalb wichtig. Wir geben Tipps, wie das sogenannte „Digital Detox“ gelingt.

Digital Detox: Warum dauerhafte Handynutzung so stressig ist

Handy und Computer sollen unser Leben einfacher machen. Egal ob mit Einschlaf-Apps, Bewegungs-Trackern oder permanenten Kommunikationsmöglichkeiten. Einige dieser Anwendungen sind hilfreich, andere fördern den Stress dagegen eher oder rauben uns sogar den Schlaf. Ständige Alarme, Nachrichten oder Hinweise tragen zusätzlich zur Reizüberflutung unseres Gehirns bei.

Langfristig können die so ausgeschütteten Stresshormone unsere Konzentration und Leistungsfähigkeit beeinflussen und auch körperlich macht sich das „Dauer-Online-sein“ bemerkbar: Ein erhöhter Herzschlag, Schwitzen und starke Durchblutung sind nur drei mögliche Warnsignale. Das Problem: Sitzen wir den ganzen Tag vor dem PC oder Smartphone, kann sich diese angestaute Energie nicht abbauen. Nicht selten äußert sie sich dann in Stressempfinden, dem Gefühl von Überforderung und Druck oder einem gesteigerten Appetit. Auch die Grenzen zwischen Arbeits- bzw. Schul- und Privatleben verschwimmen zunehmend – wir können immer schlechter abschalten, die mentale Erholung kommt zu kurz.

Digital Detox: Smartphone-Nutzung bewusst machen

Wer langfristig eine gesunde, moderarte Handy-Nutzung einführen möchte, müsse sich zunächst über sein aktuelles Nutzerverhalten klar werden, erklärt Dr. med. Bastian Willenborg, Psychiater und Ärztlicher Direktor der privaten Oberberg Fachklinik Berlin Brandenburg und der Tagesklinik Berlin Kurfürstendamm. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, wie oft sie am Tag auf ihr Smartphone schauen und welche Apps und Funktionen sie dabei in welcher Intensität nutzen. Hilfreich sind dazu entweder ein klassisches Beobachtungsprotokoll oder bestimmte Apps, die das Nutzerverhalten automatisch auswerten.

Digital Detox: Süchtig-machende Apps löschen

Viele Apps funktionieren mit einem einfachen Trick: Durch Anfragen, Nachrichten, Likes und Matches aktivieren sie das Belohnungszentrum unseres Gehirns. Das gilt vor allem für Medien mit sozialer Interaktion wie Soziale Netzwerke, Spiele- oder Datings-Apps. Werden sie über einen längeren Zeitraum regelmäßig genutzt, setzt eine Art Gewöhnungseffekt ein. „Dies kann zur Entwicklung einer Sucht führen oder eine dauerhafte Stressreaktion verursachen“, so Bastian Willenborg.

Ein wichtiger Schritt beim Digital Detox ist es deshalb, diese „Süchtigmacher“ unter den Apps zu identifizieren und im besten Fall vom Handy zu löschen. Durch dieses absichtliche Nicht-Nutzen kann wieder ein bewusster Umgang geschaffen werden. Doch Vorsicht: Viele Menschen neigen dazu, sich die Belohnung durch andere Anwendungen zu holen. Dann hilft nur konsequente handyfreie Zeit oder das Internet für eine Weile auszuschalten.

Digital Detox: Ersatz durch Offline-Aktivitäten schaffen

Und was nun anfangen mit der gewonnenen Zeit? Digital Detox gelingt besser, wenn man sich einen Plan für die handyfreien Phasen macht. Dann ist die Verlockung, doch wieder zum Smartphone zu greifen, nicht so groß.

Mögliche Offline-Alternativen sind:

Meist ist es leichter, wenn man sich für diese Aktivitäten feste Zeit-Slots in der Woche einplant. Schon nach einigen Wochen werden sie dann zur Gewohnheit und vermisst, wenn sie einmal ausfallen müssen. Wer bei seinem Digital Detox (digitale) Unterstützung braucht, kann sich auch Apps mit entsprechenden Nutzungslimits einrichten, die die Handynutzung automatisch begrenzen.*

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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