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Angst vor dem Klimawandel: Immer mehr Menschen belastet er psychisch

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Von: Laura Knops

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Die Auswirkungen des Klimawandels beunruhigen immer mehr Menschen. Wie Sie mit Zukunftsängsten und Sorgen umgehen, erfahren Sie hier.

München – Egal, ob trockene Wälder, Jahrhundert-Sommer, Dürren, Gletscherschmelze oder die diesjährige Flutkatastrophe: Die Auswirkungen des Klimawandels scheinen immer bedrohlicher zu werden. Doch die Klimakrise beeinflusst nicht nur unsere Umwelt, auch die Psyche vieler leidet zunehmend unter den Bedrohungen. So sorgen sich Menschen um die Zukunft des Planeten, um ihre eigene Existenz und die ihrer Kinder und Enkel. Doch was ist Klima-Angst eigentlich und wie sehr belastet der Klimawandel die Gedanken der Menschen?

Angst vor dem Klimawandel: Immer mehr Menschen belastet er psychisch

Wer regelmäßig die Nachrichten verfolgt, hat allen Grund zur Sorge: Schlagzeilen zum Thema Klima und Umwelt scheinen immer häufiger die Titelseiten von Zeitungen und wissenschaftlichen Magazinen zu dominieren. Der menschengemachte Klimawandel beschleunigt sich, und das mit verheerenden Folgen, wie aus dem neuen Bericht des Weltklimarats hervorgeht*. Das Wissen über den Klimawandel und dessen Auswirkungen rufen bei vielen Menschen Gefühle wie Angst, Schuld, Wut und vor allem Machtlosigkeit hervor. Psychologen und Psychologinnen fassen diese Empfindungen als Klima-Angst, englisch „climate anxiety“, zusammen.

Ein männlicher Klimaaktivist ist mit einem Plakat auf einer Demonstration gegen den Klimawandel zu sehen.(Symbolbild)
Die Folgen des Klimawandels wirken sich nicht nur auf unsere Umwelt aus. Angst vor der Klimakrise kann auch die Psyche belasten. (Symbolbild) © MASKOT/Imago

Trotz der zunehmenden Sorgen und Ängste in der Bevölkerung handelt es sich bei dem Begriff Klima-Angst allerdings um keine psychiatrische Diagnose. Die Gefühle spiegeln zwar eine natürliche Reaktion auf die wahrgenommenen Umweltbedrohungen, es handelt sich dabei jedoch nicht um eine Erkrankung. Experten vermeiden es daher, beim Thema Klima-Angst von einer Angststörung zu sprechen.

Angst vor dem Klimawandel: Umweltkatastrophen häufen sich zusehends

Wie groß die Belastung durch Naturkatastrophen für jüngere Generationen bereits jetzt ist, lässt sich auch wissenschaftlich feststellen. Mit welchen Schwierigkeiten heute Sechsjährige im Vergleich zu Menschen, die 1960 geboren sind, umgehen müssen, hat nun eine aktuelle Studie der Universität Brüssel gezeigt.

Die Autoren um Wim Thiery kommen darin zu dem Schluss, dass jüngere Generationen im Laufe ihres Lebens bei anhaltender globaler Erwärmung deutlich mehr Extremereignisse erleben werden als ältere Generationen. Dazu zählen laut den Wissenschaftlern beispielsweise:

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Angst vor dem Klimawandel: Immer mehr Menschen betroffen

Nicht verwunderlich also, dass Zukunftsängste in der Bevölkerung zunehmen. Wie viele Menschen von der Klima-Angst betroffen sind, lässt sich allerdings nur schwer sagen. Erste Hinweise liefern die Auswertungen von Suchmaschinen wie Google: Innerhalb eines Jahres – zwischen August 2020 und August 2021 – nahmen die Suchanfragen rund um den Begriff Klima-Angst um rund 565 Prozent zu, wie das Magazin Geo berichtet.

Laut einer Studie des Umweltbundesamts schätzen 65 Prozent der Befragten das Thema „Umwelt- und Klimaschutz“ zudem weiterhin als sehr wichtig ein. Bei vielen Menschen haben diese Ängste und Gefühle darüber hinaus Auswirkungen auf ihr tägliches Leben. So haben die Zukunftssorgen, die Jung und Alt umtreiben, für einen angemessenen Umgang mit der Krise auch etwas Gutes: Sie motivieren uns zum Handeln.

Angst vor dem Klimawandel: Gefühle motivieren zum Handeln

Eine zukunftsorientierte Haltung führt dazu, sich mit möglichen Bedrohungen auseinanderzusetzen und Lösungen dafür zu suchen. Um die Gefühle von Macht und Hilflosigkeit zu überwinden, sollten Betroffene daher überlegen, was sie zum Schutz der Umwelt beitragen können.

Wer sich für den Klimaschutz engagieren möchte, kann beispielsweise in einer Ortsgruppe beitreten oder sich in einer Partei engagieren. Aber auch schon vermeintlich kleine Handlungen wie Müllsammeln, Plastik einsparen und ein sparsamer Umgang mit Ressourcen können die Angst vor dem Klimawandel etwas mildern. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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