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Schlafstörungen: Warum Sie unter Gewichtsdecken besser schlafen

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Von: Laura Knops

Schwere Decken sollen Menschen mit Schlafstörungen eine gute Nacht bescheren. Warum sie beruhigend wirken und wer davon profitiert.

München – Stundenlanges Wälzen, Albträume und Angstzustände: Millionen Menschen hierzulande schlafen schlecht. Rund jeder zehnte Deutsche leidet laut einer Umfrage der DAK unter Schlafstörungen – Tendenz steigend. Doch die zunehmende Schlaflosigkeit macht vielen Menschen nicht nur nachts zu schaffen, auch tagsüber leiden Betroffene unter Müdigkeit und Erschöpfung. Probleme beim Schlafen sorgen zudem für eine gestörte Konzentration, verringerte Produktivität auf der Arbeit und erhöhte Reizbarkeit. Abhilfe sollen sogenannte Gewichtsdecken schaffen. Ob schwere Decken tatsächlich die Lösung für Schlafprobleme sind und wer von den Gewichtsdecken profitiert, erfahren Sie hier.

Schlafstörungen: Warum Sie unter Gewichtsdecken besser schlafen

Entspannen, beruhigen und entschleunigen: Laut Herstellern sollen Gewichtsdecken bei Einschlafproblemen, aber auch beim Durchschlafen helfen. So sollen die beschwerten Decken durch ihr zusätzliches Gewicht beruhigen und für die gewünschte Entspannung sorgen. Gewichtsdecken werden durch mit Metall oder Glas gefüllte Schichten beschwert. Diese Füllung macht die Decke bis zu zwölf Kilogramm schwerer. Die Anordnung der Kammern sorgt zudem dafür, dass der Druck gleichzeitig verteilt wird.

Ein Kind schläft im Bett (Symbolbild).
Decken helfen dem Körper nachts nicht auszukühlen, sorgen aber auch für ein angenehmes Gefühl (Symbolbild). © Panthermedia/Imago

Dahinter steckt ein einfaches Prinzip: Durch den Druckreiz der Gewichtsdecke auf den Körper soll das vegetative Nervensystem entspannen. Die sanfte Berührung, die mit einer Umarmung vergleichbar ist, soll zudem die Ausschüttung bestimmter Hormone wie Serotonin fördern und so einen positiven Einfluss auf die Stimmung haben. Da Serotonin auf natürlichem Wege in das Schlafhormon Melatonin umgewandelt wird, kommt der Organismus folglich zur Ruhe.

Schlafstörungen: Gewichtsdecken helfen bei Stress und Depressionen

Neben dem praktischen Aspekt einer Decke, die Körpertemperatur in der Nacht konstant zu halten, haben Decken auch einen psychologischen Effekt: Zugedeckt mit einer Decke machen wir es uns gemütlich und bequem, wir fühlen uns sicher und aufgehoben. Bereits seit einiger Zeit kommen die Decken daher auch in der Therapie von Angst- und Schlafstörungen zum Einsatz.

Gewichtsdecken sollen darüber hinaus Patienten bei Stress, psychischen Panikstörungen, Depressionen und ADHS helfen. Auch Menschen mit Autismus und Patienten, die unter Demenz, Parkinson oder dem Restless-Legs-Syndrom leiden, scheinen mithilfe der Decken ruhiger und gelassener zu werden.

Schlafstörungen: Bisher kaum wissenschaftliche Beweise

Wer regelmäßig unter Schlafproblemen leidet sollte zunächst seinen Alltag unter die Lupe nehmen: Für eine erholsame Nacht sind ausreichend Bewegung am Tag, leichte, gut verdauliche Mahlzeiten und positive Gedanken wichtig*. Doch wem auch Einschlafmethoden wie Bäder mit schlaffördernden Badezusätzen, Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training oder Beruhigungstees keine erholsame Nachtruhe bereiten, dem könnten die Gewichtsdecken helfen, abends zur Ruhe zu kommen und besser zu schlafen. Wissenschaftlich bewiesen ist das allerdings bisher noch nicht.

So geben verschiedene Studien zwar Hinweise darauf, dass die Decken bei Patienten mit Ängsten und innerer Unruhe beruhigend wirken – die Ergebnisse lassen sich jedoch nur bedingt auf psychisch gesunde Menschen übertragen.

Schlafstörungen: Für wen sind die Gewichtsdecken geeignet?

Wer die Decken trotzdem ausprobieren möchte, sollte beim Kauf und bei der Anwendung ein paar Dinge beachten:

Die meisten Menschen merken in der Regel innerhalb weniger Minuten nach dem Zudecken, ob sie das Gewicht der Decke als angenehm oder eher beklemmend empfinden.*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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