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Stimmungstief in der Corona-Krise: Diese Tipps können Ihnen helfen

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Von: Jasmina Deshmeh

Ein junger Mann mit Maske steht an einem geschlossenen Fenster und blickt durch die Glasscheibe (Symbolbild)

Bei einer Depression werden Ängste und Sorgen besonders stark wahrgenommen. Besonders in Krisenzeiten eine Herausforderung (Symbolbild) © Michael Bihlmayer/Imago

Durch Sorgen, Ängste und Isolation kann die Stimmung in Pandemie-Zeiten in den Keller rutschen. Nicht nur bei Menschen mit Depressionen. Welche Alltagsmaßnahmen dann helfen.

Leipzig – Vielen Menschen schlägt die Corona-Krise auf die Stimmung. Besonders wer vorher schon an Depressionen litt, muss sich in diesen Zeiten durch Zukunftsängste und Einschränkungen großen Herausforderungen stellen. Betroffene können aber gegensteuern, erklären Experten. Welche Maßnahmen helfen, lesen Sie hier.

Stimmungstief in der Corona-Krise: Struktur in den Tag bringen

Struktur ist bei Depressionen besonders wichtig, informiert die Deutsche Depressionshilfe. Viele Betroffene geben ihren strukturierten Tagesablauf jedoch auf. Denn verminderte Antriebslosigkeit, Appetitverlust und Schlafprobleme sind typische Begleiterscheinungen der Depression und lassen tägliche Alltagsroutinen schwerfallen. Wer zudem krankgeschrieben ist und damit keinen Verpflichtungen mehr nachgehen muss, verliert oft den letzten Anker.

Wer aus eigenen Antrieb keine Struktur mehr in seinen Tag bringen kann, sollte sich deshalb einen festen Tagesplan erstellen.* Dieser kann folgende Aktivitäten enthalten:

Stimmungstief in der Corona-Krise: Aktiv bleiben

Ganz wichtig bei Stimmungstiefs: aktiv bleiben! Sei es durch kleine Übungen im Homeoffice, beim Joggen, Spazierengehen oder Radfahren. Sport schafft nicht nur das Gefühl, etwas gegen die Depression zu tun, er ermöglicht auch den Kontakt zu anderen Menschen und setzt Glückhormone frei. Seine positive, ergänzende Wirkung bei Depressionen ist durch zahlreiche Studien belegt.

Stimmungstief in der Corona-Krise: Kontakte pflegen

Viele Menschen haben die letzten Monate im Homeoffice verbracht. Was einerseits Vorteile wie wegfallende Arbeitswege und ungestörtes Arbeiten hat, kann besonders bei depressiven Menschen zum ernsthaften Problem werden. Denn Homeoffice wirkt sich auf unsere Kommunikation aus – persönliche Gespräche nehmen ab, wir fühlen uns räumlich isoliert und schneller einsam. Analoge Verschnaufpausen sind deshalb umso wichtiger. Zum Beispiel in Form von Spaziergängen oder Treffen zuhause oder im Café unter Einhaltung der Hygiene-Regeln.

Stimmungstief in der Corona-Krise: Genügend schlafen, aber zur richtigen Zeit

Depressive Verstimmung geht oft mit ständiger Müdigkeit und Erschöpfungsgefühlen einher. Viele Betroffene legen sich deshalb häufig tagsüber hin und leiden dann nachts unter Schlafstörungen. Auch wenn es schwerfällt: Früher ins Bett zu gehen oder einen Mittagsschlaf einzulegen, ist zwar verführerisch, aber keine gute Idee. Besser an eine feste Tagesstruktur mit festen Schlafenszeiten halten.

Stimmungstief in der Corona-Krise: Auf seriöse Informationen achten

Wer an einer Depression leidet, nimmt negative Informationen und Stimmungen stärker wahr. Sorgen und Ängste können in Pandemie-Zeiten umso größer werden. Im Umkehrschluss können Fakten auch Klarheit schaffen und beruhigen. Bei Stimmungstiefs empfiehlt es sich deshalb, die Nachrichten nur so oft zu checken, wie es guttut. Außerdem sollten Betroffene auf seriöse Quellen, zum Beispiel das Robert Koch-Institut, zurückgreifen, um kruden, angstmachenden Theorien aus dem Weg zu gehen.

Stimmungstief in der Corona-Krise: Sich Hilfe holen

Die beschriebenen Alltagsmaßnahmen können zwar helfen, wieder aus einem Stimmungstief herauszukommen, eine Therapie ersetzen sie allerdings nicht. Wichtig ist es deshalb, seine Sorgen und Ängste anderen mitzuteilen und professionelle Hilfe durch einen Therapeuten in Anspruch zu nehmen. Möglicherweise ist auch die unterstützende Einnahme von Antidepressiva nötig.

Schnelle Hilfe finden Betroffene bei der Telefonseelsorge unter der Nummer 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222 oder bei Ärzten oder psychiatrischen Kliniken.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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