Allergien bei Kindern

Allergien in Kita und Schule: Was Eltern unbedingt beachten sollten

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Hat ein Kind eine Lebensmittelallergie, sollten nicht nur die Eltern wissen, wie sie im Notfall reagieren. Auch Kita und Schule müssen mit eingebunden werden.

  • Immer mehr Kinder reagieren auf bestimmte Lebensmittel und Inhaltsstoffe allergisch – das stellt auch Schulen und Kitas vor neue Herausforderungen.
  • Wichtigste Maßnahme in der Prävention allergischer Beschwerden ist eine konsequente Allergenvermeidung.
  • Eltern sollten Lehrer und Betreuer daher unbedingt über Allergien und das Anaphylaxierisiko ihres Kindes informieren.

Mönchengladbach – Erdnuss, Soja oder Weizen: Immer mehr Kinder leiden unter einer Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit. Das stellt auch Schulen und Kitas vor große Herausforderungen. Damit Lehrer und Betreuer nicht auf sich alleine gestellt sind, sollten Eltern betroffener Kinder die Einrichtungen unbedingt unterstützen. Doch was können Eltern tun, um ihr Kind sicher durch den Schul- und Kita-Alltag zu bringen? Wir haben dazu ein paar Tipps.

Allergien bei Kindern: Mit Allergiepass und Notfallplan sicher durch den Schulalltag

Wer unter einer Nahrungsmittelallergie leidet, der weiß, dass die wichtigste Vorsorgemaßnahme darin besteht, die Allergieauslöser zu meiden. Das darf jedoch nicht dazu führen, dass ein Kind bei den gemeinsamen Mahlzeiten in Schule und Kita nicht mit dabei sein darf. Grundsätzlich müssen die Allergie auslösenden Lebensmittel zwar vermieden werden, genauso wichtig sei jedoch die transparente Kommunikation zwischen den Eltern und der Einrichtung, so die Experten.

Dabei können Unterlagen wie ein Allergiepass und ein vom behandelnden Arzt aufgestellter Behandlungsplan helfen. Diesen sollten Eltern der Kita oder Schule zur Verfügung stellen. Auch einen eventuellen Anaphylaxie-Notfallplan inklusive Notfallset sollte die Einrichtung haben, am besten mit einem Foto des Kindes versehen. Denn abhängig vom Schweregrad der allergischen Reaktion kann es im Notfall überlebenswichtig sein, dass Lehrer und Betreuer die lebenserhaltenden Erste-Hilfe-Maßnahmen beherrschen. Wichtig bei dem Notfallset: Eine Ermächtigungsbescheinigung zur Medikamentengabe an die Einrichtung. Damit übertragen sie laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) die Personensorge auf die Betreuer.

Allergien in Kita und Schule: Kind und Betreuer schulen

Eltern sollten sicher sein, dass alle zuständigen Mitarbeiter über die Allergie informiert und aufgeklärt sind. Dazu gehören beispielsweise das Erkennen von Symptomen und das Verhalten im Notfall. Die Experten des Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) empfiehlen daher, den richtige Ablauf mit allen Beteiligten im Notfall zu üben.

Zudem können Eltern ihr Kind altersgemäß im Umgang mit der Allergie schulen. Nur so können Kinder lernen, welche Lebensmittel zu vermeiden sind und wie sie sich im Notfall verhalten müssen.

Allergien in Kita und Schule: Mit der Einrichtung abstimmen

Laut Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) müssen Verpfleger von Einrichtungen bestimmte Allergene kennzeichnen. Um Kreuzkontaminationen zu vermeiden, sollten sich Eltern, Einrichtung und Verpfleger auch hier eng abstimmen. Falls Lebensmittel von zu Hause mitgebracht werden, sollte das mit der Einrichtung abgesprochen werden. Denn auch in diesem Fall müssten bestimmte Hygieneregeln eingehalten werden.

Insgesamt 14 Hauptallergene, die für rund 90 Prozent der Lebensmittelunverträglichkeiten verantwortlich sind, müssen laut Gesetz gekennzeichnet werden:

  • Glutenhaltige Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel und Kamut
  • Krebstiere
  • Eier
  • Fisch
  • Erdnüsse und Sojabohnen
  • Milch (Laktose)
  • Schalenfrüchte und Nüsse wie Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Cashewnüsse, Pecannüsse, Paranüsse, Pistazien und Macadamianüsse
  • Sellerie
  • Senf
  • Sesamsamen
  • Schwefeldioxid und Sulfite
  • Lupinen
  • Weichtiere wie Schnecken, Muscheln und Tintenfische

Grundsätzlich gilt: Auch Kinder, die an einer Lebensmittelallergie oder -unverträglichkeit leiden, können sich gesund und ausgeglichen ernähren. Eine gesunde Ernährung bietet ausreichend Alternativen, außerdem gibt es mittlerweile immer mehr Spezialprodukte für Menschen mit Allergien, mit denen Allergieauslöser laut DAAB ohne Probleme ersetzt werden können (Mit Material von der DPA).

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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