Ein Kleinkind trägt frische Milch in einer Milchkanne durch einen Kuhstall (Symbolbild).
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Das Trinken von unverarbeiteter Milch in den ersten Lebensjahren kann laut einer Studie aus Wien Allergien verhindern (Symbolbild).

Allergien und Asthma vorbeugen

Allergie- und Asthmaprävention durch „Bauernhofschutz“ - Forscher entdecken Schlüsselmolekül in Milch

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Kuhmilch kann Kinder vor Allergien schützen und diese gleichzeitig hervorrufen. Verantwortlich ist dafür ein bestimmtes Enzym, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie aus Wien zeigt.

  • Kinder, die in den ersten Lebensjahren unverarbeitete Milch trinken, leiden seltener an Allergien
  • Forscher aus Wien sind in einer Studie diesem sogenannten „Bauernhofschutz“ auf den Grund gegangen
  • Die Ergebnisse der Studie liefern wertvolle Erkenntnisse im Bereich der Allergieprävention

Wien – Es ist eine ewig währende Debatte zwischen Medizinern, Ernährungsberatern und Ernährungstherapeuten: Ist Milch nun gesund oder nicht? Ebenso unterschiedlich wie die Meinungen sind auch die Studienergebnisse zu diesem Thema. Unstrittig ist aber, dass das Aufwachsen auf einem Bauernhof und das Trinken von unbehandelter Milch in den ersten Lebensjahren vor der Entwicklung von Immunglobulinen E (IgE) und damit vor Allergien und Asthma schützt. Forscher vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien und vom interuniversitären Messerli Forschungsinstitut haben nun herausgefunden, welches Mölekül in unbehandelter Kuhmilch dafür verantwortlich ist.

Allergie- und Asthmaprävention: Neue Erkenntnisse zum „Bauernhofschutz“

Die Forscher unter der Leitung von Franziska Roth-Walter und Erika Jensen-Jarolim konnten in Labor- und Tiermodellstudien zeigen, dass das Protein Beta-Laktoglobulin in unbehandelter Kuhmilch Allergien verhindert. Voraussetzung ist, dass es an natürliche Pflanzenpigmente aus grünem Gras gebunden ist. In einer Pressemitteilung der Medizinischen Universität Wien erklärt Roth-Walter: „Die antiallergischen Eigenschaften von natürlichem Beta-Laktoglobulin lassen sich damit erklären, dass dieses Protein seine Liganden gezielt zu den Immunabwehrzellen bringt und dadurch eine Entzündung verhindert wird. Die natürlichen Liganden verhindern außerdem, dass IgE-Antikörper an Beta-Laktoglobulin-Protein andocken können, wodurch diese von Milch-allergischen Kindern besser vertragen werden sollte.“ 

Ohne seine natürlichen „Liganden“ verhält sich das Protein allerdings wie ein Allergen. Das bedeutet: Unbehandelte Milch schützt vor Allergien, während verarbeitete Milch diese hervorrufen kann. Hintergrund ist, dass die industrielle Verarbeitung der Milch zu einem Verlust der Liganden führt. Auch eine mangelhafte Futterqualität ohne Pflanzenpigmente kann das gut verträgliche Milchprotein Beta-Laktoglobulin zum Allergen werden lassen. Dann kann es zu einer Milchallergie kommen. Symptome, die auf eine Milchallergie hindeuten können sind:

Allergien und Asthma: Was bedeutet das für die Allergieprävention?

Damit liefert die Studie, die kürzlich im „Journal of Allergy and Clinical Immunology (JACI)“ veröffentlicht wurde, neue Erkenntnisse zum sogenannten „Bauernhofschutz“ bei Allergien. Studienautorin Erika Jensen-Jarolim: „Unsere Studie lässt hoffen, dass der Bauernhof-Allergieschutz-Effekt praktikabler gemacht und genutzt werden kann, um die Allergieepidemie zu verhindern”.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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