Eine Frau mit dunklen langen Haaren und rot geschminkten Lippen hält sich ein Auge zu und lacht (Symbolfoto).
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Augenzucken kann lästig sein: Was steckt dahinter? (Symbolfoto).

Gesunde Augen

Lästiges Augenzucken: Woher es kommt und wie man es schnell wieder los wird

  • Christine Pander
    vonChristine Pander
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Manchmal hilft nur Augen zu und durch: Wenn plötzlich das Augenlid anfängt zu zucken, ist das vielen Menschen unangenehm. Was dahintersteckt und wie Sie Abhilfe schaffen können:

Düsseldorf – Mediziner sprechen beim Augenzucken von „Faszikulation“, also unwillkürlicher Muskelzuckung. Oft gehen mit dem Flattern noch andere Symptome wie trockene, müde Augen einher. Auch Lichtempfindlichkeit tritt oft in Zusammenhang mit Augenzucken auf. Hinter einem zuckenden Auge kann sich tatsächlich ein Mineralstoffmangel, meistens an Magnesium oder B-Vitaminen, verbergen. In selteneren Fällen leiden Betroffene auch unter einem nervösen Tic.

Lästiges Augenzucken: Woher es kommt

Beim Augenzucken passiert nach Angaben des Berufsverbandes der Augenärzte (BVA) folgendes: Am Auge entsteht so etwas ähnliches wie ein Minikrampf, der vom Muskel, der für das Schließen des Auges zuständig ist, ausgelöst wird. Meistens löst sich das Problem nach wenigen Augenblicken wieder von selbst.

Diese 7 Ursachen können schuld am Augenzucken sein:

  • Stress: Auch am Auge kann sich Stress und Überanstrengung bemerkbar machen. Entspannungsübungen können ebenso wie gezielte Augen-Pausen (kurzes Schließen der Augen während des Tages) helfen.
  • Koffein: Die stimulierenden Eigenschaften des Koffeins, beispielsweise im Kaffee, erhöhen die Herzfrequenz, beschleunigen den Stoffwechsel und durchbluten die Muskulatur stärker. Die Folge kann ein nervöses Augenlid sein. Experten vermuten, dass der Muskel des Augenlids empfindlicher auf viel Koffein reagiert als andere Muskeln im Körper.
  • Allergien: Wer unter einer Allergie leidet, dessen Körper schüttet Histamin aus. Die Folgen können vielfältig sein; neben Schwellungen und Juckreiz zählt ein zuckendes Augenlid zu den häufigsten Reaktionen in dieser Körperregion.
  • Brille passt nicht: Zuckt das Augenlid häufig beim Lesen, ist das Auge vermutlich überanstrengt; eventuell kann eine Sehschwäche vorliegen. Kommt bereits eine Brille zum Einsatz, muss die Stärke eventuell angepasst werden.
  • Müdigkeit: Die Augenlider zählen zu den empfindlichsten Muskeln im ganzen Körper. Schon kleinste Irritationen können ihre Funktion beeinflussen. Aber auch zu wenig Schlaf ist ein häufiger Auslöser. Die Augen sind dann müde und die Muskeln beginnen quasi aus Schwäche zu zucken. Auf ausreichend Schlaf zu achten ist daher auch für die Augen gut.
  • Nervöser Tic: Es kann natürlich auch sein, dass ein nervöser Tic vorliegt. Das ist zwar eher selten, sollte aber abgeklärt werden, wenn das Zucken in Zusammenhang mit bestimmten Situationen auftritt, beispielsweise bei Nervosität.
  • Mineralstoffmangel: Zittern und Krämpfe sind ein Anzeichen dafür, dass Magnesium fehlt. Dann ist die Zusammenarbeit zwischen Nerv und Muskel gestört. Alkohol gilt übrigens als Magnesiumräuber. Er regt die Nierentätigkeit an, wobei mehr Magnesium ausgeschieden wird. Auch Vitamin-B kann fehlen: B-Vitamine sind verantwortlich für eine gute Nervenfunktion. Fehlen sie, kommt es zu Schwäche und Zittern.

Lästiges Augenzucken: Was hilft

Normalerweise schließt sich das Auge im Schnitt alle fünf Sekunden. Dieser Mechanismus ist wichtig, da er das Auge mit Tränenflüssigkeit versorgt und sicherstellt, dass es nicht austrocknet.* Und auch wenn es noch so nervt: Mit purer Willenskraft abstellen lässt sich ein zuckende Auge jedenfalls nicht. Die gute Nachricht ist, dass es in den allermeisten Fällen harmlos und einfach nur lästig ist.

Sollte es jedoch häufiger auftreten, muss ein Arzt um Rat gefragt werden. In seltenen Fällen kann Augenzucken auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen. Achtung: Tritt das Augenzucken zusammen mit Sprach- und Sehstörungen sowie Lähmungserscheinungen auf, sollten Sie den Notarzt benachrichtigen, denn dies können Hinweise auf einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt sein!

Diese 4 SOS-Sofortmaßnahmen können gegen das temporäre, harmlose Zucken helfen:

  • Kompresse: Entweder eine kalte oder warme Kompresse herstellen, beispielsweise mit einem Waschlappen. Diesen für ein paar Minuten auf die geschlossenen Augen legen, entspannen, fertig.
  • Gähnen: Ausgiebiges Gähnen kann helfen, die Augenmuskulatur wieder zu entspannen.
  • Grimasse schneiden: Schauen Sie erstaunt, öffnen Sie weit die Augen und ziehen Sie die Augenbrauen nach oben – kurz so bleiben, danach entspannen und dreimal wiederholen.
  • Flüssigkeit: Immer ausreichend Wasser trinken

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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