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Starkes Übergewicht steht mit einem schweren Krankheitsverlauf von Covid-19 in Zusammenhang (Symbolbild).

Adipositas, aber auch Untergewicht

Corona-Pandemie: Körpergewicht beeinflusst Krankheitsverlauf vor allem bei jüngeren Patienten

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Starkes Übergewicht erhöht, ebenso wie Untergewicht, das Risiko eines schweren Corona-Verlaufs. Warum das besonders für junge Menschen sehr gefährlich ist. 

Berlin – Diabetes-Typ-2, Bluthochdruck und Herzkreislaufprobleme – Starkes Übergewicht, auch Adipositas genannt, begünstigt zahlreiche Krankheiten. Und auch das Risiko, an Infektionskrankheiten wie dem Coronavirus oder Grippe zu erkranken, scheint für fettleibige Menschen deutlich höher. Wie hoch die Gefahr eines tödlichen Verlaufs bei jüngeren Übergewichtigen ist, haben Wissenschaftler aus den USA nun in einer Studie untersucht.

Corona-Pandemie: Körpergewicht beeinflusst Krankheitsverlauf vor allem bei jüngeren Menschen

Die Zahl der Menschen, die an Übergewicht und Fettleibigkeit leiden, steigt seit Jahren stetig an. Besonders in Industrie- und Schwellenländer nimmt der Anteil der übergewichtigen Bevölkerung immer mehr zu. Obwohl Adipositas in Deutschland nicht direkt als Krankheit gilt, zählt Übergewicht auch hierzulande zu den häufigsten Ursachen für verschiedene Folgeerkrankungen.

Bereits seit einiger Zeit ist bekannt, dass Adipositas auch ein entscheidender Risikofaktor für einen schweren Verlauf von Covid-19 darstellt*, wie auch Merkur.de berichtet. „Ab einem BMI von 30 steigt das Risiko für Nebenerkrankungen dramatisch“, erklärte Professor Oliver Mann, stellvertretender Klinikdirektor des Zentrums für Operative Medizin der Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Universitätskrankenhaus Hamburg Eppendorf (UKE) gegenüber der Apotheken Umschau.

Corona-Pandemie: Übergewicht entscheidender Risikofaktor

Wie hoch das Risiko ist, zeigt ein aktueller Report des Welt-Adipositas-Verbands: In Ländern, in denen weniger als die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig sind, ist das Risiko, an Covid-19 zu sterben, nur rund ein Zehntel so hoch wie in Ländern, in denen mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung als übergewichtig gilt. 

Laut dem Bericht lebten zudem weitaus mehr Menschen, die aufgrund einer Corona-Infektion starben, in Ländern, in denen mehr als die Hälfte der Erwachsenen als übergewichtig eingestuft wurde. Darüber hinaus scheint Übergewicht neben anderen Faktoren wie Alter und Vorerkrankungen eine medizinische Behandlung notwendig zu machen.

Corona-Pandemie: Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Krankheitsverlauf

In einer aktuellen Studie der Centers for Disease Control and Prevention untersuchten die Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Sterberisiko. Obwohl die Untersuchung laut dem Aerzteblatt „keine grundsätzlich neuen Erkenntnisse“ liefert, geben die Zahlen einen detaillierten Einblick.

Anhand der hohen Zahlenbasis von 3,2 Millionen Krankenhauspatienten, von denen 148.494 aufgrund einer Corona-Infektion medizinisch behandelt wurden, konnten die Experten um Lyudmyla Kompaniyets vom „CDC COVID-19 Response Team“ herausfinden, dass schweres Übergewicht vor allem bei jüngeren Menschen das Risiko eines tödlichen Ausgangs von COVID-19 verdoppelt.

Corona-Pandemie: Untergewicht häufig unterschätztes Risiko

Neu ist allerdings die Erkenntnis, dass auch starkes Untergewicht mit einem erhöhten Risiko an einer Erkrankung mit dem Coronavirus zu sterben verbunden ist. Grund dafür könnte sein, dass untergewichtige Menschen häufiger unter Symptomen leiden und daher laut den Forschern auch als kränker eingestuft werden.

Anders als bei adipösen Menschen mussten Patienten mit einem Body-Mass-Index (BMI) unter 18,5 dagegen deutlich seltener intensivmedizinisch behandelt werden. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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