Ein Kind mit Maske wird mit einem Thermometer auf Fieber getestet (Symbolbild).
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Risikofaktor Allergie? Vorerkrankungen wie Allergien und Asthma scheinen sich nicht auf den Verlauf einer Corona-Infektion auszuwirken (Symbolbild).

Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis & Co.

Covid-19 bei Kindern mit Allergien: Kein höheres Risiko bei allergischen Erkrankungen

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Kinder mit allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma bronchiale oder Neurodermitis scheinen nicht häufiger an Corona zu erkranken als gesunde Gleichaltrige – zu diesem Ergebnis kommen zwei aktuelle Studien aus Zürich und Wuhan.

Berlin – Das Coronavirus macht auch vor den Kleinsten keinen halt. Anders als bei vielen Erwachsenen verläuft eine Covid-19-Infektion bei Kindern häufig jedoch deutlich leichter. So haben Kinder meist nur mit einem milden Krankheitsverlauf zu kämpfen. Doch gilt das auch für Kinder mit Vorerkrankungen wie Asthma, Allergien oder Neurodermitis? Wissenschaftler aus Zürich (Schweiz) und Wuhan (China) haben nun untersucht, ob eine Erkrankung mit dem Coronavirus allergische Kinder schwerer trifft als Kinder ohne Allergien.

Covid-19 bei Kindern mit allergischen Erkrankungen: Kein höheres Risiko bei Allergien

Für die Studie untersuchten die Forscher nach Angaben der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) die Daten von 182 Kindern im Alter von drei Tagen bis 15 Jahren. Dabei betrug das durchschnittliche Alter der Kinder sechs Jahre. Insgesamt 43 der Teilnehmer litten mindestens an einer oder mehreren allergischen Erkrankungen, die meisten davon unter allergischem Schnupfen. Aber auch Kinder mit Medikamenten- oder Nahrungsmittelallergien, Asthma und Neurodermitis befanden sich unter den Probanden.

Bereits im Februar 2020 wurden alle Kinder aufgrund eines positiven Corona-Tests in einem Krankenhaus in der chinesischen Stadt Wuhan behandelt. Während die meisten Kinder nur unter leichten Beschwerden litten, wies rund ein Viertel der Kinder gar keine Symptome vor. Weniger als die Hälfte der Betroffenen hatten Fieber und einen trockenen Husten.

Covid-19 bei Kindern mit allergischen Erkrankungen: Krankheitsbedingte Veränderungen in Lunge

Um das Ausmaß der Erkrankung zu bestimmen, untersuchten die Mediziner die betroffenen Kinder auf krankheitsbedingte Veränderungen in der Lunge. Dabei stellten die Forscher fest: Besonders Kinder, die Symptome zeigten, scheinen häufiger auch an Veränderungen in der Lunge zu leiden. Zudem wiesen betroffene Kinder öfter eine Vorgeschichte mit anderen Erkrankungen vor und litten häufiger an Beschwerden wie Fieber und Husten.

Die Studienergebnisse zeigen aber auch: Schwere Krankheitsverläufe und schlechte Laborwerte treten unabhängig davon auf, ob ein Kind an einer allergischen Erkrankung leidet oder nicht. So ergab eine Untersuchung der Laborwerte bei Kindern mit Allergien lediglich einen höheren Wert des allergietypischen Immunglobulins E.

Covid-19 bei Kindern mit allergischen Erkrankungen: Kein Risiko für schwere Corona-Verläufe

Auch frühere Studien bei Erwachsenen bestätigen die Ergebnisse der Forscher aus Wuhan und Zürich. So scheinen ebenfalls Erwachsene, die an einer Allergie leiden, nicht häufiger an schweren Corona-Verläufen zu erkranken. Allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma oder Neurodermitis stellen demnach keinen zusätzlichen Risikofaktor in der Corona-Pandemie dar.

Doch welche Rolle spielen Kinder? Stecken sich Menschen in Haushalten mit Kindern vielleicht häufiger an als Menschen, die nur mit Erwachsenen zusammenleben*? Eine großangelegte Studie aus Großbritannien hat ergeben, dass je nach Alter der Kinder das Zusammenleben nicht mit einem höheren Corona-Ansteckungsrisiko verbunden ist. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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