Schwangere die bereits mit einer Hyposensensibilisierung begonnen haben, sollten diese auch in der Schwangerschaft fortsetzen (Symbolbild).
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Die Einnahme von Medikamenten ist in der Schwangerschaft ein schwieriges Thema (Symbolbild).

Familienplanung

Allergien in der Schwangerschaft: Wann sollten Frauen mit einer Hyposensibilisierung beginnen?

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Die Hyposensibilisierung ist die einzige Behandlung, die die Ursachen einer Allergie bekämpft. Wurde die Therapie bereits vor der Schwangerschaft angefangen, kann sie fortgeführt - aber nicht neu begonnen werden.

  • Etwa jede fünfte Schwangere leidet unter einer allergischen Erkrankung wie Heuschnupfen, Asthma oder Nahrungsmittelallergien.
  • Die Hyposensibilisierung ist die einzige Behandlung, die die Ursachen einer Allergie bekämpft.
  • Wurde die Therapie bereits vor der Schwangerschaft angefangen, kann sie fortgesetzt - aber nicht neu begonnen werden.

Berlin – Die Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft ist meist ein heikles Thema. Frauen, die unter heftigen allergischen Beschwerden leiden, sollten daher schon frühzeitig über eine Hyposensibilisierung nachdenken. Eine spezifische Immuntherapie kann bei schwangeren Frauen zwar fortgesetzt, sollte jedoch nicht neu begonnen werden. In seltenen Fällen kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen, der für Mutter und Kind lebensbedrohlich sein kann.

Allergiebehandlung in der Schwangerschaft: Hyposensibilisierung

Die Hyposensibilisierung oder spezifische Immuntherapie ist die einzige Behandlung, die die Ursachen einer Allergie behandelt. Ziel der Therapie ist es laut der Europäischen Allergiestiftung (ECARF), den Körper nach und nach an die krankheitsauslösenden Allergene zu gewöhnen und so die Symptome zu lindern. Im Rahmen der Behandlung spritzt der Arzt dem Patienten das Allergen in regelmäßigen Abständen und in steigender Dosis. Auch in Form von Tabletten oder Tropfen kann die Hyposensibilisierung verabreicht werden.

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem fälschlicherweise auf eigentlich harmlose Stoffe in der Umwelt. Pollen, Insektengift, der Kot von Hausstaubmilben oder Tierhaare, aber auch Nahrungsbestandteile können bei manchen Menschen Allergien auslösen. Gelangen die Allergene an die Schleimhäute in Augen, Nase, Mund oder in den Verdauungstrakt, leitet der Körper eine komplexe Abwehrreaktion ein. Mithilfe der Hyposensibilisierung soll diese Reaktion verringert werden. Dahinter steckt ein einfaches Prinzip: Kommt das Immunsystem über einen längeren Zeitraum mit kleinen Mengen der Allergene in Kontakt, gewöhnt der Körper sich an die Eindringlinge, bis er eine Toleranz entwickelt.

Hyposensibilisierung: Erst nach der Schwangerschaft beginnen

Da es sich bei einer Hyposensibilisierung im Grunde nicht um eine medikamentöse Therapie handelt, gibt es bisher keine Hinweise auf Schädigungen des Embryos oder Fetus durch das Arzneimittel. Schwangere, die bereits mitten in der Behandlung stecken, können diese also auch während der Schwangerschaft fortführen. Allerdings nur, wenn die Hyposensibilisierung bisher ohne Komplikationen vertragen wurde.

Schwangere Frauen, die mit der Behandlung beginnen möchten, sollte sich eine Hyposensibilisierung allerdings erst mal aus dem Kopf schlagen. So gilt eine Schwangerschaft als strikte Kontraindikation. Grund dafür: Ist der Körper nicht an die Allergene gewöhnt, kann es bei Verabreichen der Spritze zu heftigen Nebenwirkungen wie einer plötzlichen allergischen Reaktion oder Anaphylaxie kommen.

Hyposensibilisierung in der Schwangerschaft: Auf die Allergie kommt es an

Ist die Behandlung für Mutter und Kind nicht zwingend notwendig, raten Ärzte meist von einer Hyposensibilisierung während der Schwangerschaft ab. Bei einer Pollen- und Hausstaubmilbenallergie ist die allergische Reaktion häufig zwar sehr unangenehm, in der Regel treten jedoch keine heftigen allergischen Beschwerden auf. In diesem Fall sollten betroffene Frauen die Behandlung daher erst beginnen, wenn die Familienplanung bereits abgeschlossen ist.

Bei einer Insektengiftallergie sieht die Situation jedoch anders aus: Das Risiko eines anaphylaktischen Schocks infolge eines Insektenstichs ist meist deutlich höher verglichen mit den Nebenwirkungen der Hyposensibilisierung. So kann ein anaphylaktischer Schock in kürzester Zeit für Mutter und Kind lebensbedrohlich werden. Eine Immuntherapie hat dagegen seltener Nebenwirkungen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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