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Erziehung heute: Jugendliche können nicht mit Ihren Emotionen umgehen

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Von: Judith Braun

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Gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen heute sind wohl nicht ungewöhnlich. Es fehle ihnen der richtige Umgang mit Emotionen, so ein Psychologe.

Was die Erziehung von Kindern und Jugendlichen angeht, haben Eltern häufig unterschiedliche Ansichten. Die einen tendieren dazu, ihren Nachwuchs aus Angst und Sorge zu überbehüten. Dazu zählen beispielsweise sogenannte Helikopter-Eltern und Rasenmäher-Eltern. Andere Elterntypen, wie etwa U-Boot-Eltern, vernachlässigen ihre Kinder insbesondere in schulischen Angelegenheiten und tauchen erst auf, wenn es ernsthafte Probleme gibt. Je nach Erziehungsstil kann das Verhalten der Eltern massive Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder habe. Dies kann sich bereits im Jugendlichenalter bemerkbar machen.

Erziehung heute: Jugendliche können nicht mehr mit Emotionen umgehen

Wütende junge Frau schreit in einen Telefonhörer
Jugendliche lernen heutzutage häufig nicht mehr, sich selbst zu kontrollieren, sagt ein Psychologe. © Maskot/IMAGO

So ist der Psychologe und Psychotherapeut Giuseppe Maiolo der Auffassung, dass Jugendliche von heute nur schwer mit ihren Emotionen umgehen können. Schuld daran seien die Eltern, wie er gegenüber einem Nachrichtenportal aus Südtirol erklärt. In seiner Arbeit hat er täglich mit Heranwachsenden zu tun. „Jugendliche sind heutzutage nicht dazu erzogen worden, mit ihren Emotionen umzugehen – von Freude bis hin zu Wut“, sagt der Experte. Er kritisiert, dass Eltern und Erwachsene ihren Kindern nicht vermitteln würden, wie Kommunikation funktioniert und was es demnach heißt, ein Wort statt einem anderen zu wählen.

Letztendlich entstehen immer wieder Streitereien, die mitunter eskalieren und sogar zu Gewalt unter Jugendlichen führen. „Jugendliche reagieren auf jeden Stimulus ohne eine Form von Selbstkontrolle und wir versetzen sie nicht in die Lage, sich selbst zu kontrollieren“, sagt Maiolo. Bestimmte Situationen würden sich dadurch immer weiter hochschaukeln. Die Reaktionen der Heranwachsenden fällt schließlich immer häufiger nicht der Situation angemessen und hemmungsloser aus. Seiner Meinung nach habe auch der Fernseh- und Medienkonsum einen negativen Einfluss auf das Verhalten der Jugendlichen.

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Erziehung: Psychologe kritisiert Auswirkungen von Medienkonsum auf Jugendliche

Kommt es im Umfeld von Jugendlichen zu einer Auseinandersetzung, die mit aggressiver Wortwahl ausgetragen wird, oder gar zu explosiven Ausbrüchen, schreiten andere Jugendliche häufig nicht ein und treten dazwischen. Stattdessen beobachten sie die Situation nur passiv oder – noch schlimmer – filmen sie mit ihren Handykameras und laden sie womöglich auf sozialen Netzwerken hoch. Der Psychologe rät Erwachsenen deshalb: „Wir müssen darüber nachdenken und unseren Jugendlichen dabei helfen. Das machen wir unter anderem, indem wir mit gutem Beispiel vorangehen.“

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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