Ein Junge desinfiziert seine Hände mit einem blauen Desinfektionsgel (Symbolbild).
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Hautärzte raten: Empfindliche Kinderhände lieber desinfizieren, statt häufig waschen (Symbolbild).

Hautschutz in Corona-Zeiten

Hautreizungen durch Händewaschen? Kinderhände besser desinfizieren und eincremen statt waschen

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Handhygiene ist in Corona-Zeiten wichtiger denn je. Kinder, die zu Allergien und Handekzemen neigen, sollten aber besser auf häufiges Händewaschen verzichten. Lesen Sie, wie empfindliche Kinderhände schonend gereinigt werden können.

  • Handhygiene ist der wichtigste Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus
  • Häufiges Händewaschen kann empfindliche Kinderhaut aber belasten und Allergien und Hautekzeme auslösen
  • Hautärzte empfehlen deshalb, auf ausreichend Hautpflege zu achten

Berlin – Handhygiene ist in Corona-Zeiten ein wichtiger Teil des Infektionsschutzes - auch bei Kindern. Das häufige Händewaschen mit Seife kann empfindliche Kinderhaut aber auch strapazieren, besonders, wenn eine Neigung zu Allergien und Hautekzemen besteht. Aus diesem Grund empfehlen die Hautärzte der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DGG) in Berlin, sie stattdessen häufiger zu desinfizieren - und anschließend einzucremen.

Hautschutz in Corona-Zeiten: Trockene und rissige Haut durch häufiges Händewaschen

Handhygiene an Schulen ist besonders in Pandemiezeiten wichtig. Aber die Hygienepläne müssen um Maßnahmen ergänzt werden, die helfen, die Haut von Schülern und Lehrern gesund zu erhalten“, erklärt Peter Elsner, DDG-Sprecher und Direktor der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Jena. Neben Desinfektionsspendern sollten nach Empfehlung der Ärzte deshalb auch Spender mit Handcreme in Schulen zur Verfügung stehen.

Denn: Häufiges Händewaschen mit Seife strapaziert die Haut enorm. Die Haut könne trocken und rissig werden, entzündliche Veränderungen wie Handekzeme seien eine mögliche Folge.

Symptome bei Hautekzemen sind:

  • Juckreiz
  • Rötungen
  • Bläschen
  • Nässen
  • Schuppige, trockene Haut

Wenn die Hände nicht sichtbar verschmutzt sind, sei eine Desinfektion mit Alkohol besser als Händewaschen mit Seife. „Nach jedem Desinfizieren und nach jedem Händewaschen sollte die Haut mit einem Pflegepräparat eingecremt werden, um die Regeneration der Hautbarriere zu unterstützen“, ergänzt DGG-Expertin Andrea Bauer. Bislang habe die Hautpflege keinen Eingang in die Hygienepläne gefunden. Das müsse sich ändern.

Hautschutz in Corona-Zeiten: Kinderhaut besonders empfindlich

„Da etwa 30 Prozent der Schüler eine allergische Erkrankung oder eine entsprechende Anlage haben und dies mit einem erhöhten Risiko für Handekzeme einhergeht, ist richtige Handhygiene, also Desinfektion plus Handpflege, so wichtig“, betont Elsner.  

„Kinderhaut ist besonders empfindlich. Mit zunehmendem Alter verändert sich die Barrierefunktion der Haut in Richtung „strapazierfähiger“. Daher sind die Empfehlungen der DDG für mehr desinfizieren - nebst anschließender Handpflege - statt häufigen Händewaschens mit Seife so wichtig für Kinder und Jugendliche“, ergänzt DDG-Präsident Tilo Biedermann. „Durch Studien und aus unseren Erfahrungen aus der Berufs- und Umweltdermatologie wissen wir, dass diese Empfehlungen auch für Erwachsene so gelten.“

Hautschutz in Corona-Zeiten: 20 Prozent aller Kinder leiden an Allergien

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken mehr als ein Fünftel aller Kinder im Laufe ihres Lebens an einer Allergie, wobei Jungen häufiger betroffen sind als Mädchen. Während sich die Häufigkeit von Allergien in den letzten zehn Jahren auf einem konstant hohen Niveau eingependelt hat, nimmt die Häufigkeit von Asthma bronchiale weiterhin zu. Experten vermuten, dass ein übertriebenes Hygieneverhalten in westlichen Ländern, ein länger andauernder Pollenflug durch klimatische Veränderungen, aber auch Luftverschmutzung die Allergieentwicklung begünstigen. (Mit Material von Anja Sokolow/dpa)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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