Kinder spielen im Wald (Symbolbild).
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Die Umgebung hat möglicherweise einen Einfluss darauf, wie widerstandsfähig das Mikrobiom von Kindern ist (Symbolbild).

Allergie-Prävention

Immunsystem stärken: Waldboden soll Abwehrkräfte von Stadtkindern fördern

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Ein starkes Immunsystem schützt Kinder vor Allergien und Unverträglichkeiten. Auch ein natürlicher Spielbereich aus Waldboden könnte laut einer aktuellen Studie einen positiven Einfluss haben.

Helsinki – Kinder, die in der Stadt aufwachsen, entwickeln möglicherweise ein widerstandsfähigeres Immunsystem, wenn sie häufiger mit Waldboden in Kontakt kommen. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt eine aktuelle Studie aus Helsinki. So fanden die Forscher aus Finnland heraus, dass natürlicher Waldboden in Spielbereichen einen positiven Effekt auf das Immunsystem von Kindergarten-Kindern hat. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im wissenschaftlichen Fachmagazin Science Advances“.

Mikrobiom: Waldboden stärkt das Immunsystem von Kindern

Im Rahmen der Studie untersuchte die Arbeitsgruppe um Forschungsleiter Aki Sinkkoken insgesamt 72 Kinder an zehn finnischen Kindertagesstätten. In knapp der Hälfte der Kitas pflanzten die Forscher Rasen aus natürlichen Waldböden mit Zwergsträuchern, Blaubeeren, Krähenbeeren und Moosen. 28 Tage lang durften die Kinder für 90 Minuten auf dem neuen Außenbereich spielen.

Um herauszufinden, welchen Einfluss der Kontakt mit dem Waldboden auf das Immunsystem hat, überprüften die Wissenschaftler verschiedene medizinische Parameter. So analysierten die Experten neben der Menge der entzündungshemmenden und entzündungsfördernden Botenstoffe, auch die Anzahl der regulatorischen Immunzellen im Blut sowie die Diversität der Haut- und Darmbakterien der Kinder. (Milch-Revolution: Erst ein spezielles Gen machte den Milch-Konsum überhaupt möglich)

Waldboden stärkt Immunsystem: Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen: Bei den Kindern, die sich vermehrt auf dem Waldboden aufhielten, stieg nach Angaben der Wissenschaftler die Vielfalt der Bakterien auf der Haut und im Darm. Insgesamt ließ sich ein Anstieg bei drei von vier untersuchten Bakterienklassen nachweisen - in der Kontrollgruppe blieben die Werte dagegen unverändert.

Zudem näherten sich die Werte der Stadtkindern denen der Kinder aus naturorientierten Kitas an. Einen ähnlichen Trend konnten die Forscher bei den Immunparametern feststellen. Der Kontakt mit Waldboden hat also möglicherweise einen positiven Effekt auf die natürlichen Abwehrkräfte von Kindern. (Die richtige Ernährung für Säuglinge: Fünf Tipps zur Allergieprävention)

Waldboden stärkt Immunsystem: Weitere Studien notwendig

Obwohl die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung zunächst banal klingen, liefern sie spannende Hinweise auf den Zusammenhang zwischen biologischer Vielfalt und der Entwicklung eines gesunden Immunsystems. Welche Bedeutung die Ergebnisse für die Praxis in Kindergärten haben, ist jedoch noch unklar. Denn aufgrund der kleinen Teilnehmeranzahl lassen sich nur schwer allgemeingültige Aussagen über die Wirkung des Waldbodens auf den Immunstatus machen. Zudem geben die verwendeten Werte nur indirekt Auskunft über den Immunstatus. (Allergie- und Asthmaprävention durch „Bauernhofschutz“ - Forscher entdecken Schlüsselmolekül in Milch)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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