Ein Junge hält ein aufgeschnittenes Brot in die Kamera (Symbolbild).
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In Weizen und Weizenprodukten wie Brot sind verschiedene Allergene enthalten, die allergische Reaktionen auslösen können (Symbolbild).

Verzicht auf Weizen ist eine Lösung

Weizenallergie bei Kindern: Symptome wie Hautausschlag behandeln

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Eine Weizenallergie ist bei Kindern nicht ungewöhnlich. Treten nach dem Verzehr von Weizen wiederholt Symptome wie Bauchschmerzen auf, sollten Eltern eine ärztliche Meinung einholen. Lesen Sie alles zur Weizenallergie beim Kind.

  • Eine Weizenallergie tritt meist im Kindesalter auf. Der Körper reagiert allergische auf bestimmte Eiweiße im Weizen.
  • Kinder mit einer Weizenallergie leiden häufig unter Bauchschmerzen und Erbrechen
  • Die Weizenallergie ist meist nicht von Dauer. Bis zur Heilung müssen Eltern bei der Ernährung einiges beachten.

Berlin – Die Nudeln und das Brot haben dem Kind geschmeckt und doch geht es ihm danach schlecht. Es klagt über Bauchschmerzen oder muss erbrechen. Je öfter sich diese Reaktion beim Kind zeigt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine Weizenallergie handelt. Nur bleibt die Frage: Glutenunverträglichkeit, Zöliakie oder doch Weizenallergie? Das muss eindeutig geklärt sein, denn bei Letzterem bringt eine Ernährungsumstellung auf glutenfreie Produkte nichts. Auch Allergien wie Heuschnupfen können allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel bei einer Kreuzallergie hervorrufen.

Weizenallergie bei Kindern: Das steckt hinter der Krankheit

Von einer Weizenallergie sind meist nur Kinder betroffen. Etwa 0,3 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren erkranken in Europa daran. Bei Erwachsenen über 18 Jahren führt diese Allergie am häufigsten zu einer starken allergischen Sofortreaktion, Kinder reagieren hingegen unterschiedlich stark. In Weizen sind verschiedene Eiweiße (Allergene) enthalten, die allergische Reaktionen auslösen können. Laut der Europäischen Stiftung für Atomenergieforschung (ECARF) in Berlin gehören ein paar dieser Eiweiße zur Gruppe der sogenannten Weizenalbumine und Weizenglobuline, andere lassen sich den Klebereiweißen (Gluten) zuordnen. Weizenalbumine und Weizenglobuline finden sich hauptsächlich auf der äußeren Schale des Korns, Klebereiweiße meist im Korn selbst. Bei Kindern tritt zumeist die sogenannte primäre Weizenallergie auf. Dabei reagiert die Darmschleimhaut auf die oben genannten Allergengruppen. 

Eine besondere Form der Weizenallergie ist die weizenabhängige anstrengungsindizierte Anaphylaxie, die in Kombination mit Triggern wie Sport oder sonstiger körperlicher Anstrengung auftritt. Sie trägt auch den Namen WDEIA, was für das englische „wheat dependent excercise induced anaphylaxis“ steht. Eine glutenfreie Ernährung wie sie bei Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit nötig ist, ist bei einer Weizenallergie jedoch nicht zu empfehlen.

Weizenallergie bei Kindern: Symptome, die einen Arztbesuch erfordern

Bei Kindern treten bei einer Weizenallergien häufig Soforttypreaktion auf. Kinder mit Weizenallergie reagieren nach dem Verzehr von weizenhaltigen Lebensmitteln innerhalb kürzester Zeit allergisch. Die Allergiesymptome treten meist innerhalb weniger Minuten, spätestens aber nach zwei Stunden auf. Dabei kommt es unter anderem zu folgenden Anzeichen:

Hat das Kind beispielsweise aufgrund von Neurodermitis bereits Ekzeme am Körper, erkennen Eltern eine Weizenallergie auch an einer zeitverzögerten Verschlechterung dieser Ekzeme. Bei regelmäßigem Weizenverzehr kann es im schlechtesten Fall zu chronischen Ekzemschüben kommen. Eine weizenhaltige Ernährung kann Neurodermitis und Heuschnupfen folglich fördern und verstärken. Zudem tritt eine Weizenallergie bei Kindern oft in Kombination mit einer Kuhmilchallergie, einer Hühnereiallergie oder Erdnussallergie auf. Eine Glutenunverträglichkeit kann zu ähnlichen Symptomen führen.

Weizenallergie bei Kindern: Dann ist es Zeit für den Arztbesuch

Treten oben genannte Symptome auf, sollten Eltern mit ihrem Kind eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Dabei kann eine Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie ausgeschlossen werden. Fachärzte können mit Hilfe unterschiedlicher Methoden feststellen, ob tatsächlich eine Weizenallergie beim Kind vorliegt. Zum einen nutzen sie Hautpricktests. Bei diesen Tests, die auch bei Heuschnupfen und Glutenunverträglichkeit zum Einsatz kommen, wird eine kleine Stelle des Körpers (meist am Unterarm) mit den entsprechenden Allergenen beträufelt und diese mit einer Lanzette leicht in die Haut eingestochen. Rötet sich die Hautstellen, entstehen Quaddeln oder tritt ein starker Juckreiz auf, besteht meist eine Allergie. Auch der Nachweis von sogenannten IgE-Antikörpern im Blut durch einen Bluttest kann eine Weizenallergie bestätigen.

Teilweise führen Allergologen auch sogenannte Provokationstest bei Kindern durch. Dabei führen sie den Kindern auf oralem Wege und unter fachärztlicher Beobachtung Weizen zu, um allergische Reaktionen direkt beobachten zu können. In den zwei Wochen vor dem Test darf das Kind dann keine weizenhaltigen Lebensmittel zu sich nehmen.

Weizenallergie bei Kindern: Positiv getestet und dann?

Eltern, deren Kind an einer Weizenallergie leidet, sollten Weizen nicht nur zu Hause und im Kindergarten/in der Schule, sondern überall vom Speiseplan streichen. Von Hausmitteln und Homöopathie raten Ärztinnen und Ärzten sowohl bei Weizenallergie als auch bei Zöliakie, Glutenunverträglichkeit und Heuschnupfen ab. Eine Therapie außer der Vermeidung ist bisher nicht verbreitet. 

Ein Gutes hat das Ganze jedoch: Die Symptome klingen meist bis spätestens zum Teenager-Alter ab. Daher empfiehlt sich, das Kind alle 18 Monate erneut testen zu lassen, um eine dauerhafte Weizenvermeidung eventuell vermeiden zu können. Wichtig ist, dass glutenfreie Produkte ebenfalls allergische Reaktionen auslösen können: Die in ihnen verwendete Weizenstärke enthält teils noch geringe Mengen Weizen-Eiweiße. Nicht mehr essen sollten Kinder mit Weizenallergie außerdem: 

  • Dinkel
  • Grünkern
  • Einkorn
  • Zweikorn (Emmer)
  • Kamut

Achtung bedarf es auch bei daraus hergestellten Produkten wie Körnern, Flocken, Keimen, Graupe, Grieß, Mehl und Stärke. Alternativen können zum Beispiel Buchweizenmehl, Hirse oder Johannisbrotmehl sein. Auch Roggen vertragen manche Kinder mit Weizenallergie gut. 

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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