Ein Kleinkind greift nach seinem Baby-Brei.
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Erst gegen Ende des ersten Lebensjahres sollten Babys mit Beikost gefüttert werden.

Gesunde Kinderernährung

Die richtige Ernährung für Säuglinge: Fünf Tipps zur Allergieprävention

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Viele Frauen fragen sich, was sie in der Schwangerschaft und Stillzeit essen dürfen und was nicht. Schon jetzt spielt die Allergievorsorge eine Rolle. Doch wie sieht eine geeignete Kinderernährung aus?

Bonn – Die Weichen für ein gesundes Wachstum werden schon im Mutterleib gestellt. Auch das erste Lebensjahr ist enorm wichtig für eine gesunde Entwicklung. Schon jetzt sollte die Allergievorsorge daher im Mittelpunkt stehen. Doch während früher der Glaube noch weit verbreitet war, dass Schwangere und stillende Frauen möglichst auf allergenreiche Nahrungsmittel verzichten sollten, raten Experten mittlerweile von einer allergenarmen Kost ab.

Gesunde Kinderernährung: Stillen, Beikost oder Säuglingsnahrung?

Laut dem Netzwerk Gesund ins Leben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) führt eine allergenarme Ernährung in der Schwangerschaft nicht zu einem geringeren Allergierisiko beim Kind. Einschränkungen sind daher nicht sinnvoll, sondern erhöhen vielmehr das Risiko eines Nährstoffmangels. Lediglich Lebensmittel, die bei der Mutter selbst zu einer allergischen Reaktion führen können, sollten vermieden werden. Doch was ist das Beste für das Kind? Welche Beikost sollte gefüttert werden, wenn stillen nicht möglich ist? Und wann dürfen Kinder den ersten Brei essen?

1. Säuglingsernährung: Stillen ist die beste Prävention

Experten sind sich einig: Die beste Allergieprävention für Neugeborene ist die Muttermilch. Diese enthält alle wichtigen Nährstoffe, die für die gesunde Entwicklung eines Kindes notwendig sind. Neben der genetischen Vorbelastung und Umwelteinflüssen beeinflusst die Ernährung in den ersten Monaten nach der Geburt maßgeblich die Entstehung allergischer Erkrankungen. So haben Säuglinge, die mindestens vier Monate gestillt worden sind, ein deutlich niedrigeres Risiko, später einer Allergie zu entwickeln. 

Um dem Nachwuchs möglichst viele Nährstoffe mit auf den Weg zu geben, sollten sie laut dem Netzwerk Gesund ins Leben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mindestens ein halbes Jahr lang gestillt werden. Nur so bietet die Muttermilch einen ausreichenden Schutz zur Vorbeugung von Allergien. Doch nicht nur Säuglinge profitieren vom Stillen. So wirkt sich Stillen auch auf das Brust- und Eierstockkrebsrisiko der Mutter positiv aus.

2. Kinderernährung: Säuglingsmilchnahrung als Ergänzung sinnvoll

Kinder sollten im ersten Lebenshalbjahr ausschließlich gestillt werden. Erst danach ist eine Zufütterung von Babynahrung sinnvoll. Grund dafür ist, dass in der Muttermilch nicht nur wertvolle Nährstoffe enthalten sind, sondern sie auch wichtige Antikörper zur Abwehr von Infektionen liefert. Können Kinder nicht oder nicht voll gestillt werden, bietet sich Säuglingsmilchnahrung an.

Die Anfangsnahrung ist von Geburt an geeignet und kann auch ergänzend zur Muttermilch verabreicht werden. Die Säuglingsmilchnahrung eignet sich auch zur Allergieprävention. Leiden bereits Eltern oder Geschwister unter einer Allergie, sollten Säuglinge vorsichtshalber in den ersten fünf bis sechs Monaten mit einer sogenannten HA-Säuglingsnahrung gefüttert werden.

3. Kinderernährung: Beikost erst gegen Ende der Stillzeit

Geht die Stillzeit zu Ende, empfiehlt der Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums München Eltern nach und nach mit Beikost zu beginnen. Bereits ab dem fünften, spätestens jedoch bis zum siebten Monat empfehlen die Experten, Beikost neben dem Stillen einzuführen. Auch allergiegefährdete Kinder profitieren davon.

Doch was schmeckt den Kleinen? In der Regel kann als Erstes ein Brei mit Gemüse, Kartoffel und Fleisch gefüttert werden. Anstelle des Fleischs eignet sich auch hart gekochtes Eigelb. Auch auf Fisch müssen Kleinkinder nicht verzichten, denn dieser ist auch als Bestandteil der Beikost zur Allergievorbeugung geeignet. Vertragen die Kinder den Gemüse-Kartoffel-Brei gut, kommen Nahrungsbestandteile wie Milch, Getreide und Obst hinzu. Bestimmte Nahrungsmittel sollten jedoch aus hygienischen Gründen nicht in der Stillzeit gefüttert werden. Dazu gehören rohes Fleisch, roher Fisch, rohes Ei und Honig.

4. Kinderernährung: Kleinkinder profitieren von einer abwechslungsreichen Ernährung

Bis vor ein paar Jahren rieten Ärzte noch, bei der Ernährung von Kindern auf häufige Allergene in der Nahrung wie Nüsse, Milch und Eier möglichst lange zu verzichten. Neue Studien zeigen jedoch, dass das Vermeiden keine Allergien verhindert, sondern eher das Gegenteil bewirkt.

Heute gilt: Integrieren Sie nach und nach viele verschiedene Lebensmittel in die tägliche Ernährung. Laut der Leitlinie der Deutschen Allergologen sollten Eltern in dieser Zeit vor allem auf eine ausgewogene Ernährung achten und keinesfalls Nahrungsmittel ohne medizinische Notwendigkeit vom Speiseplan streichen.

5. Kinderernährung: Zuckerhaltige Getränke vermeiden

Erst ab der Einführung des dritten Breis (Getreide-Obst-Brei) benötigen Babys zusätzliche Flüssigkeit in Form von Wasser oder Tee. Kalorienfreie Getränke sind eine optimale Ergänzung zur Milchkost. Auf gesüßte Getränke und Fruchtdrinks sollten Eltern möglichst verzichten. Laut der Verbraucherzentrale reichen rund 20 Milliliter Flüssigkeit aus, um den Bedarf eines gesunden Säuglings zu decken.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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