Ein Kleinkind trägt Kleber auf ein Stück Papier auf (Symbolbild).
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Beim Basteln darf Kleber natürlich nicht fehlen. Eltern sollten aber auf mögliche kritische Inhaltsstoffe achten (Symbolbild).

Gefahr für Kinder?

Öko-Test untersucht Bastelkleber: Einige enthalten Konservierungsmittel, die Allergien auslösen können

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Bastelutensilien werden meist von Kindern genutzt und sollten keine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Öko-Test hat 20 lösemittelfreie Vielzweck- und Bastelkleber auf Schadstoffe geprüft. Nicht alle sind zu empfehlen.

Berlin – Bastelkleber gelangt oft in Kinderhände und sollte deshalb frei von problematischen Inhaltsstoffen sein. Doch was steckt drin, in den Produkten gängiger Klebstoff-Marken? Öko-Test ist der Frage nachgegangen und hat insgesamt 20 Klebestifte und Flüssigkleber auf ihre Inhaltsstoffe im Labor getestet. Das Ergebnis: die meisten Produkte können Familien bedenkenlos nutzen, von vier raten die Experten allerdings ab. Was macht den Unterschied?

Bastelkleber im Öko-Test: So haben die Verbraucherschützer getestet

Für die Untersuchungen kauften die Tester 20 Kleber, die für Bastelarbeiten mit Papier, Pappe und anderen Materialen angeboten wurden. Bei der Hälfte der getesteten Bastelkleber handelte es sich um Flüssigkleber, bei dem Rest um feste Klebestifte. Alle Klebstoffe waren als „lösungsmittelfrei“ gekennzeichnet oder wurden laut Herstellern auf Wasserbasis hergestellt. Der Preis lag pro 50 Gramm bzw. Milliliter zwischen 1 und 7,41 Euro.

Öko-Test ließ die Bastelkleber im Labor auf flüchtige und sehr flüchtige organische Verbindungen sowie Isothiazolinone testen, eine bestimmte Art von Konservierungsmitteln, die Allergien auslösen können. Auch Caprolactam, Dimethylformamid, halogenorganische Verbindungen und Formaldehyd standen auf der Liste der Prüfer. (Kritische Inhaltsstoffe in Kindergeschirr: Produkte aus Melamin und Bambus oft schadstoffbelastet)

Bastelkleber im Öko-Test: 10 Produkte sind uneingeschränkt zu empfehlen

Zunächst die erfreuliche Nachricht: Zehn von zwanzig Bastelklebern erhielten die Bestnote „sehr gut“ und sind damit uneingeschränkt zu empfehlen. Unter ihnen bekannte Marken wie Klebestifte von Uhu und Pelikan und Flüssigkleber von Uhu und Pritt. Auch Kleber vom Discounter wie der „Gut & Günstig Klebe Stift“ von Edeka und der „Vivess Alleskleber“ von Rewe sind unter den Test-Siegern.

Bastellkleber im Öko-Test: Abzug beim „Pritt Original Klebestift“ und „Tesa Stick“

Sechs weitere Bastelkleber erhielten die Note „gut“ und sind damit ebenfalls für den Bastelgebrauch zu empfehlen. Abzüge gab es beim „Coccoina Klebestift Mandelduft“ von Balma Capoduri und dem „Stanger Bastelkleber“ von Stanger wegen halogenorganischer Verbindungen. Die meisten Stoffe aus dieser Gruppe gelten als allergieauslösend und reichern sich in der Umwelt an.

Ebenfalls Abzug gab es beim „Pritt Original Klebestift“ und dem „Tesa Stick“ aufgrund von Caprolactam. Der Stoff gilt in höherer Konzentration als haut- und schleimhautreizend. Die Hersteller begründen den Einsatz von Caprolactam mit einer besseren Klebeeigenschaft und Handhabung der Produkte. Ebenfalls „gut“ stuften die Tester den „Kores Klebestift Eco“ von Kores und den „Schreibwelt Klebestift“ von Rossmann ein. (Allergieauslöser in Kinderspielzeug: Darauf sollten Eltern beim Kauf achten)

Bastelkleber im Öko-Test: Vorsicht, potenziell allergieauslösende Konservierungsmittel

Bei vier der getesteten Bastelkleber lautet das Testurteil dagegen nur „befriedigend“:

  • „Idena Vielzweckkleber“ von Iden Berlin
  • „Ökonorm Multi-Coll Bastelleim Vielzweck Leim“ von Ökonorm
  • „Rayher Bastelkleber“ von Rayher Hobby
  • „Talentus Flüssigkleber-Stift“ von Kaufland

Beim „Talentus Flüssigkleber-Stift“ und dem „Ökonorm Multi-Coll Bastelleim Vielzweck Leim“ lag es am Inhaltsstoff Formaldehyd. Die Substanz kann Haut und Atemwege reizen und Allergien auslösen. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) stuft Formaldehyd zudem als potenziell krebserregend ein. Zwar ist der Stoff in der im Kleber enthaltenen Menge rechtlich zulässig, die Verbraucherschützer kritisieren den Formaldehyd-Gehalt trotzdem. Schließlich handelt es sich bei Bastelkleber um ein Produkt, das oft von Kindern genutzt wird und dabei durchaus auch mit der Haut in Kontakt kommt. Der Anbieter Kaufland begründete den Formaldehydgehalt gegenüber Öko-Test damit, dass er die Haftung des Klebers gewährleiste, nahm den Artikel aus anderen Gründen aber dennoch aus dem Sortiment. (Kontaktallergie bei Kindern: Warum die Diagnose häufig einer Detektivarbeit ähnelt)

Abzug gab es auch für den „Idena Vielzweckkleber“ und den „Rayher Bastelkleber“. Der Grund: Gesundheitsgefährdende Konservierungsmittel (Chlormethylisothiazolinon und Methylisothiazolinon), die Allergien auslösen können und Haut und Augen reizen. Keines des Produkte war mit einem entsprechenden Hinweis gekennzeichnet. Die Stoffe werden dem Kleber zugesetzt, um ihn vor Bakterien- und Schimmelpilzbefall zu schützen.

Basteln Kinder gerne, benutzen sie wohl häufig Kleber. Doch sind die Inhaltsstoffe auch unproblematisch? Die meisten Klebestifte und Flüssigkleber im Test können wir empfehlen. Von vier Produkten raten wir allerdings ab. Was wir kritisieren und worauf Eltern beim Kauf achten können.

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