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Kinder und Schlaf: Welches Verhalten normal ist und wann Eltern Hilfe brauchen

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Von: Christine Pander

Ein Mädchen mit Zopf und Schnuller sitzt sehr vergnügt im Kinderbett (Symbolbild)
Quietischfiedel, wenn sie schlafen sollen: Manchmal sind Kinder abends noch topfit (Symbolbild). ©  imago images

Wenn Kinder in der Nacht dauernd aufwachen oder gar nicht erst einschlafen können, bedeutet es Stress für alle. In manchen Fällen sollte das Schlafverhalten lieber abgeklärt werden.

Köln – Eltern wissen: Einschlafen und Durchschlafen, das klappt bei vielen Kindern mal mehr und mal weniger gut. Doch wann wird daraus ein Problem, das man medizinisch abklären sollte? Gelegentliche Schlafstörungen sind Kinderärzten zufolge unproblematisch. Der kleine Körper kann, das betont der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), kurzzeitig fehlenden Schlaf durch intensiveres Schlafen ausgleichen.

Schlaf bei Kindern: Einschlafen sollte nicht länger als 30 Minuten dauern

Wachsam werden sollte man laut Verband etwa, wenn das Kind sich abends weigert, allein im Bett zu bleiben oder wenn es regelmäßig nachts aufwacht und nicht ohne Mutter oder Vater wieder einschläft. „Von einer Einschlafstörung sprechen Schlafforscher beispielsweise, wenn ein Kind, das älter als ein Jahr ist, über einen Monat lang an mehr als fünf Nächten in der Woche mehr als dreißig Minuten zum Einschlafen braucht“, sagt Kinderarzt Ulrich Fegeler vom BVKJ.

Eine Durchschlafstörung liegt Fegeler zufolge vor, wenn ein Kind über einen Monat lang in mehr als fünf Nächten in der Woche dreimal oder häufiger pro Nacht aufwacht und wenn es dann im Schnitt länger als dreißig Minuten wach liegt oder zum Wiedereinschlafen die Unterstützung der Eltern braucht.

Schlaf bei Kindern: Schlaftagebuch kann Klarheit bringen

Mögliche Schlafprobleme des Nachwuchses sollten Eltern bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt ansprechen und abklären. Mitunter stören auch bestimmte Krankheiten den Schlaf. Psychische Belastungen können sich ebenfalls auf diesem Weg bemerkbar machen. Um herauszufinden, welche Ursache vorliegt, sollten Eltern ein Schlaftagebuch führen. Das erleichtert den Kinderärzten die Diagnose.

Auf jeden Fall sollten Eltern sich mit dem Thema auseinandersetzen. Denn Schlafmangel kann die emotionale Gesundheit von Kindern stark beeinflussen, wie eine Studie der Universität Houston zeigt. Die Forscher untersuchten 53 Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren über eine Woche lang. Die emotionale Gesundheit der Kinder wurde zweimal getestet, einmal nach einer Nacht gesunden Schlafes und erneut nach zwei Nächten mit eingeschränktem Schlaf.

Schlaf bei Kindern: Studie aus Houston gibt Aufschluss über Folgen von fehlendem Schlaf

Je nachdem, wie lange und gut die Kinder geschlafen hatten, traten Veränderungen in der Art und Weise auf, wie die Kinder ihre Emotionen erlebten, regulierten und ausdrückten. Die größte Veränderung wurde bei der Reaktion der Kinder auf positive und negative Reize festgestellt: Die Kinder sahen sich eine Reihe von Bildern und Videoclips an, um positive und negative Emotionen zu stimulieren. Diese Bewertung zeigte, dass einige Kinder unregelmäßige Herzschläge und einen desinteressierten Gesichtsausdruck hatten.

Kinder mit Angstsymptomen hatten die dramatischsten emotionalen Reaktionen auf weniger Schlaf. „Die Erfahrung und der Ausdruck positiver Emotionen sind wesentlich für Kinderfreundschaften, gesunde soziale Interaktionen und eine effektive Bewältigung“, schreibt Candice Alfano, Professorin für Psychologie an der Universität von Houston. Die Ergebnisse dieser Studie könnten erklären, warum Kinder, die weniger schlafen als nötig, mehr Probleme mit Gleichaltrigen haben.

Dieses Tipps können helfen, damit die Kleinen künftig besser zur Ruhe kommen:

(Mit Material der dpa)

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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