Unterkörper eines Babys, das auf einer gepunkteten Decke liegt (Symbolbild).
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Wundschutzcreme soll den sensiblen Babypo pflegen. Dabei sollte sie unbedingt frei von Problemstoffen sein (Symbolbild).

Paraffine, MOAH, Duftstoffe

Wundschutzcreme im Öko-Test: Zwei bekannte Marken fallen wegen Mineralöl-Belastungen durch

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Wundschutzcremes kommen mit besonders sensiblen Körperstellen des Babys in Kontakt. Umso wichtiger ist es, dass sie frei von Problemstoffen sind. Leider ist das nicht immer der Fall, wie eine aktuelle Untersuchung von Öko-Test zeigt.

Frankfurt am Main – Windeln sind für die Haut eine Herausforderung: Sie bekommt wenig Luft, es herrscht Feuchtigkeit, Wärme und sie ist umgeben von reizenden Harnstoffen. Nicht selten führt das zu einem wunden Po oder sogar einer Windeldermatitis. Die wichtigste Vorbeugung lautet hier: Windeln regelmäßig wechseln, den Po sanft reinigen und ausreichend „Lüften“. Darüber hinaus können Wundschutzcremes helfen, einem wunden Windelbereich entgegenzuwirken. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat 25 Wundschutzcremes im Labor auf ihre Inhaltsstoffe überprüft, davon zehn Naturkosmetikprodukte. Das Testergebnis fällt überwiegend positiv aus. Nur zwei Produkte enthalten Problemstoffe und sollten gemieden werden.

Wundschutzcreme im Öko-Test: Wie wirken die Produkte?

Der häufigste Inhaltsstoff in Wundschutzcreme, der hautberuhigend und entzündungshemmend wirkt, ist Zinkoxid. Er ist in 22 der 25 Testprodukte enthalten. Zinkoxid wirkt, indem es die Wundflüssigkeit bindet und die Haut trocknet, was die Entzündung hemmt und die Regeneration fördert. Weitere Inhaltsstoffe, die vor allem in Naturkosmetik zum Einsatz kommen, sind Pflanzenextrakte wie Calendula (Ringelblume), Lindenblüte, Aloe vera, Sheabutter, Jojoba, Nachtkerze und Samtblümlein (Wildes Stiefmütterchen). Auch Kamille zählt zu den beliebten Heilkräutern mit antientzündlicher Wirkung.*

Ein weiteres Wundheilmittel ist Panthenol, auch Dexpanthenol genannt. Es ist eine Abwandlung des B-Vitamins Pantothensäure und konnte in Studien durch seine entzündungshemmende Wirkung überzeugen. Auch Tocopherol (Vitamin E) ist für seine antientzündliche Wirkung bekannt. Es kommt natürlicherweise in der Membranschicht von Körperzellen vor, die es vor aggressiven Sauerstoffverbindungen (freien Radikalen) schützt. 

Wundschutzcreme im Öko-Test: Die meisten Produkte sind zu empfehlen

Zunächst die gute Nachricht der Untersuchung: Ein Großteil der getesteten Cremes ist zu empfehlen. Immerhin 15 Wundschutzcremes schnitten mit der Bestnote „sehr gut“ ab, bei acht reichte es für die Note „gut“. Nur zwei Produkte enthalten kritische Inhaltsstoffe und bekommen so viel Punktabzug, dass das Urteil „mangelhaft“ lautet.

Unter den Testsiegern sind (günstige) Eigenmarken von Drogerien und Supermärkten, Markenprodukte, Naturkosmetik-Cremes und ein Apothekenprodukt:

  • Alverde Baby Wundschutzcreme Bio-Calendula von (DM, „sehr gut“)
  • Lavera Baby & Kinder Sensitiv Wundschutzcreme (Lavera, „sehr gut“)
  • Lillydoo Sanfter Wundschutz (Lillydoo, „sehr gut“)
  • Mamia Baby Wundschutzcreme (Aldi Süd, „sehr gut“)
  • Töpfer Babycare Wundschutzpaste wasserfrei (Töpfer, „sehr gut“)
  • Babytime Wundschutzcreme parfümfrei (Rewe, „sehr gut“)
  • Beauty Baby Wundschutzcreme (Müller Drogeriemarkt, „sehr gut“)
  • Bevola Baby Wundschutzcreme (Kaufland, „sehr gut“)
  • Bübchen Baby Wundschutzcreme Sensitiv (Bübchen, „sehr gut“)
  • Bübchen Calendula Baby Wundschutzcreme (Bübchen, „sehr gut“)
  • Budni Baby Wundschutzcreme (Budnikowsky, „sehr gut“)
  • Babydream Wundschutzcreme (Rossmann, „sehr gut“)
  • Babylove Calendula Wundschutzcreme Sensitiv (DM, „sehr gut“)
  • Elkos Babyglück Wundschutzcreme (Edeka, „sehr gut“)
  • Multilind Care Wundschutz-Pflegecreme (Stada (Apotheke), „sehr gut“)

Wundschutzcreme im Öko-Test: Punktabzug wegen Parfüm

Immerhin „gut“ schnitten die „Alviana Baby Wundschutzcreme Bio-Calendula“ von Bonano, die „Blütezeit Baby Wundschutzcreme Bio-Lindenblüte“ von Edeka/Netto/Budni, die „Boep Babywundcreme“ von Das Boep, die „Farfalla Aromacare Baby Kamille Besänftigender Windelbalsam“ von Farfalla sowie die „Weleda Baby Calendula Wundschutzcreme“ von Weleda ab. Ebenso die „Hipp Babysanft Pflegende Wundschutzcreme Sensitiv“ von Hipp, die „Penaten Baby Wundschutzcreme“ von Penaten und die „Sebamed Baby & Kind Wundcreme parfümfrei“ von Sebapharma.

Punktabzug gab es bei diesen Wundschutzcremes für die darin enthaltenen Duftstoffe. In einem Produkt (Boep Babywundcreme) fanden die Tester sogar ein ätherisches Lavendelöl, deklariert als Lavandula Angustifolia Oil. Leider ein häufiges Phänomen bei Naturkosmetik, auch in diesem Test: Die Hälfte der zehn zertifizierten Naturkosmetika enthielt Parfüm oder ein ätherisches Öl. Für eine Wundschutzcreme, die auf den (wunden) Windelbereich aufgetragen wird, ungeeignet, finden die Verbraucherschützer. Denn Duftstoffe und ätherische Öle können die ohnehin schon strapazierte Babyhaut reizen und zusätzlich belasten. Einige von ihnen sind auch als Kontaktallergene bekannt, die Allergien auslösen können.

Wundschutzcreme im Öko-Test: Zwei Produkte fallen im Test durch

Von zwei Wundschutzcremes raten die Verbraucherschützer von Öko-Test dagegen ganz ab. Grund dafür sind im Labor nachgewiesene aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), von denen einige auch krebserregend sind. Sie haben in Kosmetik für Babys nichts zu suchen, so die Meinung der Tester, schon gar nicht auf wunder Babyhaut. MOAH stecken in der „Penaten Creme“ der Marke Johnson & Johnson) sowie der „Kaufmanns Haut- und Kinder-Creme“ der Marke Kaufmann. Doch wie kommen die MOAH in die Babycreme?

Beide Marken-Produkte enthalten erdölbasierte Paraffine, die in der Inhaltsstoff-Liste mit Petrolatum (Vaseline) und Paraffinum liquidum deklariert sind. Diese erdölbasierten Fettbestandteile von Kosmetik können mit MOAH verunreinigt sein. Und auch die Paraffine selbst sind zu hinterfragen, da sie sich, anders als natürliche Öle, nicht in das Gleichgewicht der Haut einfügen. Besonders ärgert die Verbraucherschützer, dass die klassische Penaten Creme bereits in einem vergangenen Test mit diesen Inhaltsstoffen negativ auffiel. Damit landet sie im aktuellen Test auf dem letzten Platz.

Auch in der „Beauty Baby Wundschutzcreme“, der „Bübchen Baby Wundschutz Creme Sensitiv“, der „Bübchen Calendula Baby Wundschutzcreme“ sowie der „Penaten Baby Wundschutzcreme“, der „Sebamed Baby & Kind Wundcreme parfümfrei“ und der „Creme Lillydoo Sanfter Wundschutz“ konnte das Labor Spuren von MOAH nachweisen. Allerdings handelt es sich hierbei um gesundheitlich unbedenkliche Mengen, so Öko-Test, die vermutlich über Verunreinigungen pflanzlicher Öle, Hilfsstoffe oder aus Einträgen während der Produktion in die Wundschutzcremes gelangten.

Wundschutzcreme im Öko-Test: Tipps für den Einkauf

Eltern sollten bei Wundschutzcreme auf eine paraffin- und duftstofffreie Rezeptur achten. Unter den Inhaltsstoffen sind Paraffine an der Bezeichnung „Petrolatum“ und „Paraffinum liquidum“ zu erkennen. Besser sind natürliche Fette und Öle. Duftende Kosmetik gefällt der elterlichen Nase vielleicht gut, ist für die sensible Babyhaut aber nicht geeignet. Gleiches gilt für Farbstoffe und Konservierungsstoffe.

Um einem wunden Windelpo vorzubeugen ist es wichtig, die Windel regelmäßig zu wechseln und den Windelbereich dabei sanft zu reinigen – am besten mit warmen Wasser, rät die Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA). Das Baby ab und an ohne Windel strampeln zu lassen, sorgt dafür, dass ausreichend Luft an die Haut kommt. *24garten.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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