Eine Frau vor einem grünen Hintergrund sprüht Putzmittel in die Luft, sie trägt Lockenwickler und ist stark geschminkt (Symbolfoto).
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Putzmittel sollten nicht direkt kombiniert werden, das kann gefährlich für die Gesundheit werden (Symbolfoto).

Gefahr durch Putzmittel

Allergie- und Asthmarisiko durch Putzmittel: Deshalb dürfen die Produkte nicht gemischt werden

  • Christine Pander
    vonChristine Pander
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Chemische Substanzen sollten nicht einfach zusammengeschüttet werden: Mindestens das bleibt im Chemie-Unterricht hängen. Tatsächlich können auch beim Putzen hochgefährliche Mischungen entstehen, die der Gesundheit schaden.

Bonn – Ein angenehmer Duft im Wohnraum ist bei vielen sehr beliebt. Gerne kommen dafür Raumdüfte zum Einsatz, die schnell lästige Küchendüfte vertreiben. Doch Vorsicht: Wurde vorher in der Küche mit anderen Putzmitteln hantiert, mischen sich die Partikel beider Produkte möglicherweise zu einem giftigen Cocktail. Dieser kann die Atemwege angreifen und die Haut reizen.

Wird zum Beispiel chlorhaltiger Sanitär- oder Desinfektionsreiniger mit sauren Chemikalien wie Essig, WC-Reiniger, Entkalker oder Zitronensäure gemischt, entsteht schlimmsten Falls sogar giftiges Chlorgas. Darauf weist die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder in Bonn hin.

Allergie- und Asthmagefahr durch Putzmittel: Vorsicht, Putzmittel nie gleichzeitig anwenden!

„Bereits kleine Mengen von Chlorgas führen zu Reizungen der Augen und der Atemwege“, betonen die Experten der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder. Husten und das Gefühl zu Ersticken könnten ebenfalls auftreten. „Ist die Konzentration der Mischung besonders hoch, kann es zu schlimmen Atembeschwerden kommen, die bis zu einer chemisch verursachten Lungenschädigung reichen können.“ Das Gleiche passiert bei einer Mischung von saurem WC-Reiniger mit hypochlorithaltigen Desinfektionsreinigern.

Dazu müssen die Substanzen oftmals nicht einmal gemischt werden, es reicht schon die Anwendung beider Mittel in einem Raum, oder die Anwendung kurze Zeit nacheinander auf der selben Oberfläche löst die Symptome aus. Vor allem für vorbelastete Allergiker und Asthmatiker kann das sehr problematisch sein. Experten des Deutschen Allergie-und Asthmabundes (DAAB) raten daher, unbedingt während des Putzens ausreichend zu lüften und nur wenige Mittel zu verwenden, die für Allergiker geeignet sind.

Diese Tipps helfen, größeren Schaden durch Putzmittel abzuwenden:

Viele Allergiker möchten in ihren Haushalten auf „chemische Keulen“ verzichten und probieren lieber Hausmittelchen. Doch nicht alle Alternativchemikalien sind nach Angaben des DAAB für Menschen mit Allergien und Asthma empfehlenswert – einige reizen die Atemwege und die Haut und können eine allergische Reaktion auslösen. 

Essig beispielsweise ist eine beliebte Alternative. Menschen mit empfindlichen Atemwegen oder Duftstoff-Empfindliche reagieren auf Essigdämpfe jedoch möglicherweise mit Hustenreiz. Wichtig ist nach Angaben des DAAB auch die Qualität der Putzmittel, sie sollen möglichst gut verträglich, ohne unnötige Zusätze und umweltfreundlich sein – ein wichtiger Aspekt für viele Kontaktallergiker.Für Duftstoffallergiker und Asthmatiker sind Putz- und Reinigungsmittel ohne Duftstoffe empfehlenswert“, empfiehlt der DAAB.

Allergie- und Asthmagefahr durch Putzmittel: Kleine Kinder besonders gefährdet

Egal, wie gut und Hautfreundlich die Reiniger sind: Generell sollten sie nie überdosiert werden. Wer putzt, muss sich daher immer an die vom Hersteller angegeben Mengenangaben bei der Dosierung halten. Und gerade in Bezug auf die jüngsten Mitbewohner eines Haushaltest ist generell beim Putzen Vorsicht geboten: Denn der häufige Einsatz von Putzmitteln im häuslichen Umfeld im frühen Lebensalter ist mit einem erhöhten Risiko für Asthma bei Kindern verbunden. Das gilt vor allem für Reinigungsmittel mit Duftstoffen. Je häufiger kleine Kinder Reinigungsmitteln ausgesetzt werden, desto häufiger entwickeln sie Studien zufolge Atembeschwerden und Asthma.*merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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