Eine Dose mit verschiedenen Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln ist zu sehen (Symbolbild).
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Nahrungsergänzungsmittel schützen nicht vor Allergien (Symbolbild).

Vitamin D, E und A

Allergien und Vitamine: Welchen Einfluss haben Vitamine auf die Entstehung allergischer Erkrankungen?

  • Laura Knops
    vonLaura Knops
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Wissenschaftliche Studien weisen daraufhin, dass Vitamine bei der Entstehung und Entwicklung von allergischen Erkrankungen eine Rolle spielen könnten. Doch als Nahrungsergänzung machen sie weder gesünder, noch schützen sie vor Allergien.

München – Vitamine und Mineralstoffe stärken das Knochenwachstum, schützen vor Schadstoffen und unterstützen den Körper bei zahlreichen biochemischen Prozessen: Vitamine sind für den menschlichen Organismus unverzichtbar. Fehlen dem Körper die wichtigen Nährstoffe, wird er auf Dauer krank. So haben Vitamine auch auf das Immunsystem einen großen Einfluss. Doch welche Rolle spielen Vitamine bei der Entwicklung und Ausprägung von Allergien? Und wie äußert sich ein Vitaminmangel?

Allergien und Vitamine: Einfluss von Vitaminen auf allergische Erkrankungen

Um gesund und leistungsfähig zu bleiben, braucht der Körper eine Vielzahl an Vitaminen in ausreichenden Mengen. Die meisten Nährstoffe nimmt er dabei über die Nahrung auf. Bei einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung besteht daher normalerweise nicht die Gefahr eines Vitaminmangels. Kommt es doch zu einem Mangel an Nährstoffen, kann dieser langfristig zu schwerwiegenden Schäden führen.

Auch im Zusammenhang mit Allergien diskutieren Forscher immer wieder die Rolle von Vitaminen. Wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema gibt es jedoch nur sehr wenige. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Ernährungsstudien nur sehr schwer anhand hoher wissenschaftlicher Standards durchzuführen sind. Trotzdem haben Forscher den Versuch unternommen, die Rolle der Vitamine bei allergischen Erkrankungen wie allergische Rhinitis, allergisches Asthma, Neurodermitis und Nahrungsmittelallergien zu untersuchen. (Ernährung bei Neurodermitis: Diese Lebensmittel sollten Patienten meiden)

Allergien und Vitamine: Welche Vitamine spielen eine Rolle?

Im Mittelpunkt der bisherigen Forschung standen dabei vor allem die fettlöslichen Vitamine. So scheinen die Vitamine A, D und E eine Rolle bei der Entstehung und Entwicklung allergischer Erkrankungen zu spielen. Diese Vitamine haben eine immunmodulatorische Wirkung. Sie sind also vor allem für die Funktionsfähigkeit des Immunsystems von Bedeutung.

Das Besondere an diesen Nährstoffen: Vitamin A und D werden vom Körper nicht in fertiger Form aufgenommen. Vielmehr muss der Organismus aus einer Vorstufe der Substanzen die Vitamine erst selbst bilden. Über die Nahrung gelangt so beispielsweise Beta-Karotin in den Körper, das dann zu Vitamin A umgewandelt wird. Die Einnahme dieser Vitamine in Form von Nahrungsergänzungsmitteln könnte daher möglicherweise präventiv oder lindernd wirken. (Antientzündliche Ernährung: Diese Lebensmittel wirken entzündungshemmend)

Allergien und Vitamine: Helfen Vitamine bei Asthma und Neurodermitis?

Studien an Patienten mit Asthma und Neurodermitis konnten zeigen, dass die Betroffenen niedrigere Vitamin-A-Level besitzen, im Vergleich zu gesunden Menschen. Inwiefern es sich jedoch dabei um eine Ursache oder Folge des Vitaminmangels handelt, ist bisher nicht klar. So konnten die Forscher feststellen, dass Entzündungsreaktionen in der Lunge bei Asthma sowohl durch einen Vitamin-A-Mangel ausgelöst werden, als auch eine negative Wirkung auf den Vitamin-A-Speicher haben. In einer anderen Untersuchung mit asthmatischen Patienten konnten Mediziner darüber hinaus nachweisen, dass eine Kombination der Vitamine A, B6, C, verschiedener Spurenelementen und Fischöl bei Patienten zu einer besseren Symptomkontrolle führte. Eine Vitaminsupplementierung im Rahmen einer gesunden Kost lindert also bei erwachsenen Asthmapatienten die Symptome und steigert die Lebensqualität. (Asthma-Anfällen vorbeugen: Diese Lebensmittel sollten Asthmatiker meiden)

Allergien und Vitamine: Zusammenhang Vitamin D und E auf Asthma, Neurodermitis und Nahrungsmittelallergien

Anders als Vitamin A nimmt der Körper Vitamin D dagegen nur zu einem geringen Teil über die Nahrung auf. Vitamin D wird hauptsächlich aus einem sogenannten Cholesterol, das in der Haut vorhanden ist, gebildet, und durch die Sonnenstrahlung in einen Vitamin-D-Metaboliten umgewandelt.

Viele Studien, die den Einfluss von Vitamin D und Allergien untersuchen, beginnen bereits in der Schwangerschaft. Anhand des Speiseplans der Mütter versuchen Mediziner dabei Rückschlüsse auf den Vitaminspiegel zu ziehen. Das Ergebnis: Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft einen niedrigen Vitamin-D- und Vitamin-E-Spiegel oder gar einen Vitaminmangel hatten, scheinen eher Allergien und Asthma zu entwickeln. Es wird also vermutet, dass Vitamine eine präventive Wirkung auf das Immunsystem haben und so vor Allergien schützen.

Auch bei der Behandlung von Neurodermitis scheinen Vitamin D und E laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrum Münchens eine Rolle zu spielen. So stellte eine Gruppe von US-amerikanischen Hautärzten fest, dass die zusätzliche Einnahme von Vitamin D und E eine Besserung von Symptomen bewirkte. Allerdings muss man auch erwähnen: Gerade zum Vitamin D gibt es aber einige Studien, die keinen oder sogar einen negativen Zusammenhang mit der Entstehung und Entwicklung von Allergien nachweisen konnten.

Allergien und Vitamine: Keine Empfehlung für Nahrungsergänzungsmittel

Wissenschaftliche Hinweise, dass Vitaminpräparate bei Allergien tatsächlich helfen können, gibt es bisher nur sehr wenige. Überhaupt ist es eher unwahrscheinlich, dass sich Krankheiten durch die Einnahme von Vitaminen vorbeugen oder lindern lassen. Das gilt beispielsweise auch für die Einnahme von Vitamin C bei Erkältungen. So konnten verschiedene Studien mittlerweile nachweisen, dass Vitamin C Infekte weder vorbeugen noch lindern kann.

Zu einem gesünderen und längeren Leben können Nahrungsergänzungsmittel also nichts beitragen. Im Gegenteil, wer ständig hohe Vitamindosen zu sich nimmt, kann seiner Gesundheit auf Dauer sogar schaden. Zudem empfiehlt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Höchstgrenzen für bestimmte Vitamine, die man nicht überschreiten sollte. So gibt es Hinweise, dass große Mengen an Beta-Carotin, über lange Zeiträume eingenommen, das Krebsrisiko sogar leicht erhöhen. Nur im Einzelfall kann die Einnahme sinnvoll sein. So nehmen Veganer meist zu wenig Vitamin B12 auf, weil das Vitamin nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Obst und Gemüse enthalten viele Vitamine und sind gesund. Wer sich also ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, läuft daher nicht Gefahr, einen Vitaminmangel zu erleiden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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