Ein Mann in rotem T-Shirt gießt einen Gummibaum im Blumentopf (Symbolbild).
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Gummibäume sind Klassiker unter den Zimmerpflanzen und können bei einer Latexallergie Kontaktekzeme auslösen (Symbolbild).

Kontaktekzeme und Atemwegsbeschwerden

Allergie gegen Zimmerpflanzen: Diese Gewächse können allergische Reaktionen auslösen

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Treten allergische Beschwerden beim Aufenthalt in der Wohnung auf, kann eine Allergie gegen Zimmerpflanzen dahinterstecken. Die Allergene können in den Pollen oder dem Gift der Pflanzen stecken und Haut und Atemwege reizen.

  • Bestimmte Zimmerpflanzen können allergische Beschwerden auf der Haut und in den Atemwegen auslösen
  • Einige Allergene werden über Hautkontakt, andere über die Raumluft aufgenommen
  • Allergiker müssen trotzdem nicht auf Zimmerpflanzen verzichten - bestimmte Arten sind für sie sogar besonders geeignet

Mönchengladbach – Zimmerpflanzen machen Wohnräume behaglich und filtern Schadstoffe aus der Luft. Kein Wunder also, dass sich viele Menschen das stimmungsaufhellende Grün gerne in die Wohnung holen. Problematisch kann das allerdings bei einer Neigung zu Allergien sein. Denn bestimmte Topfpflanzen können die Haut und die Atemwege reizen und unangenehme Ekzeme und Atemwegsbeschwerden hervorrufen.

Allergien gegen Zimmerpflanzen: Vorsicht bei diesen Pflanzenarten

Wenn in der Wohnung immer wieder die Augen jucken, die Nase läuft oder Ekzeme und Husten- bzw. Niesanfälle auftreten, muss das nicht zwingend an einer Hausstauballergie oder Schimmelpilzbefall liegen. Wie der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) verweist, können auch bestimmten Zimmerpflanzen für allergische Reaktionen verantwortlich sein. Der Kontakt mit den entsprechenden Allergieauslösern (Allergenen) kann dabei über die Haut oder durch Einatmen erfolgen. Auslöser können entweder das Gift oder die Pollen der Zimmergewächse sein.

Allergische Reaktionen sind bei folgenden Zimmerpflanzen bekannt:

  • Blühende Zimmerpflanzen und Schnittblumen: z.B. Inkalilien, Tulpen, Primeln, Topf-Hyazinthen
  • Korbblüter: z.B. Chrysanthemen, Kamille, Gänseblümchen, Margeriten, Sonnenblumen
  • Maulbeergewächse: z.B. Birkenfeige und Gummibaum
  • Wolfsmilchgewächse: z.B. Christusdorn und Weihnachtsstern
  • Farne, Tradescantien, Weihnachtskakteen 

Vorsicht ist vor allem bei blühenden Zimmerpflanzen geboten. Ihre Allergene (Pollen) werden über den Blütenstaub in der Raumluft verteilt und können neben heuschnupfenähnlichen Symptomen auch Asthma bronchiale hervorrufen. Besonders betroffen sind Menschen mit einer Allergie gegen Beifuß, da es hier oft zu Kreuzreaktionen kommt.

Allergien gegen Zimmerpflanzen: Nicht immer sind die Pollen schuld

Darüber hinaus können auch nichtblühende Zimmerpflanzen heuschnupfenähnliche Beschwerden verursachen. So kann etwa die Birkenfeige juckenden Hautausschlag, Fließschnupfen, Bindehautentzündungen und Asthma bronchiale auslösen. Sie enthält, ähnlich wie einige Kakteen-Arten und der Gummibaum ein Latex-ähnliches Eiweiß, das besonders Menschen mit einer Latexallergie Schwierigkeiten bereitet. Die Allergene dieser Pflanzen befinden sich im Pflanzensaft und gelangen über Verdunstung auf die Blattoberfläche, wo sie sich mit Staub verbinden und so in die Luft gelangen.

Sehr allergen wirken auch Primeln. Bei ihnen sitzt das Allergen (das „Primin“) in feinen Härchen an der Blattunterseite und kann bei Kontakt mit der Haut Kontaktekzeme auslösen. Meist treten diese 24 bis 72 Stunden nach dem Kontakt auf. Auch Chrysanthemen können Allergie-Symptome, wie Hautausschlag, Pusteln, Schwellungen, Bläschen, Schnupfen und Husten auslösen. Bei dieser Pflanzengattung befinden sie die Allergene in winzigen verfallenden Pflanzenteilen, die über die Luft und die Schleimhäute aufgenommen werden. Stark duftende Zimmerpflanzen, wie Topf-Hyazinthen, können dagegen für Duft-Stoffallergiker problematisch sein. Auch bei Asthma-Patienten kann der Pflanzenduft als Triggerfaktor wirken und zu einer Verschlechterung des Asthmas führen. Im schlimmsten Fall droht dann ein akuter Asthma-Anfall.

Allergien gegen Zimmerpflanzen: Schimmel im Blumentopf vermeiden

Nicht immer sind es die Pflanzen selbst, die allergische Beschwerden auslösen. Durch übermäßiges Gießen kann sich auch Schimmel in der Blumenerde bilden. Meist zeigt sich dieser als weißer, flaumiger Belag. Schimmelpilze geben nicht sichtbare Sporen an die Raumluft ab, die beim Menschen allergische Erkrankungen wie Asthma, allergische Rhinitis, Neurodermitis oder eine Nasennebenhöhlenentzündung auslösen können.

Nicht immer ist der Befall sichtbar - manchmal ist auch das Wurzelwerk der Zimmerpflanze betroffen. Verschimmelte Erde sollte ein jedem Fall sofort entsorgt werden. Wer zu Allergien neigt, kann bei einigen Pflanzen auch eine Hydrokultur anlegen und die Blumenerde durch Blähton und Tongranulat ersetzen.

Allergien gegen Zimmerpflanzen: Die richtige Pflanze für Allergiker

Allergiker müssen nicht unbedingt auf Zimmerpflanzen verzichten. Einige Pflanzenarten haben luftfilternde Eigenschaften und sind somit für Allergiker-Haushalte sogar besonders geeignet. Durch ihren hohen Wasserverbrauch und eine hohe Verdunstung reichern sie die Raumluft mit Feuchtigkeit an, befeuchten die Atemwege und machen sie so weniger anfällig für Inhalationsallergene wie Pollen und Staub.

Allergikerfreundliche Zimmerpflanzen sind:

  • Efeu
  • Farne
  • Papyrus
  • Fensterblatt
  • immergrüne Palmen
  • Bestimmte Kakteen und Orchideen

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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